Was kann Kurkuma?

Kurkuma wird immer wieder als Wundermittel gepriesen. Sie trägt den Beinamen „Gewürz des Lebens“ und sollte in keiner Küche fehlen. Was ist dran an der gelbroten Wurzel, die zu den Ingwer-Gewächsen gehört?

Kurkuma: Knollen und Pulver, Foto (C) Gastronomia Slow / flickr CC BY 2.0
Kurkuma: Knollen und Pulver, Foto (C) Gastronomia Slow / flickr CC BY 2.0

 

In der experimentellen Selbstheilungsszene – nennen wir sie mal so – versuchen medizinische Laien ihre Gesundheit zu verbessern, indem sie auf diverse Naturheilmittel zurückgreifen, die eine lange Tradition besitzen. Die meisten dieser Mittel sind ganz gewöhnliche Lebensmittel, Gewürze oder Wildkräuter, die überall erhältlich sind. Dazu gehört auch Kurkuma. Kurkuma ist ähnlich wie Ingwer eine scharfe Wurzel von einer Pflanze, die sich über knollige Wurzelsprosse (Rhizome) vermehrt. Die Wurzel wird auch Gelbwurz, Gelber Ingwer, Safran-Wurzel oder Curcuma genannt. Kurkuma-Rhizome sind in Bioläden auch frisch erhältlich. Sie sehen ähnlich wie Ingwer-Knollen aus, haben aber keine gelbe, sondern eine orangerote Schnittfläche. Meistens jedoch wird das trockene Pulver verwendet.

 

Dosierung und Nebenwirkungen

Das Allround-Hausmittel wirkt vor allem vorbeugend und wärmt von innen heraus. Wenn man gesund ist, kann nicht viel verkehrt machen damit. Ein Zuviel kann den Margen-Darm-Trakt reizen – ebenso wie andere scharfe Gewürze. Im Sommer sind Schweißausbrüche möglich. Wer Medikamente nimmt, sollte vorsichtshalber seinen Hausarzt konsultieren. Die Obergrenze liegt normalerweise bei ein bis zwei Teelöffeln pro Tag. Wegen der erhitzenden und anregenden Wirkung nimmt man das Pulver eher in der Früh als am Abend.

 

Anwendungsmöglichkeiten und Rezepte

Hier kann man zwischen traditionellen Gerichten und aktuellen Ernährungstrends unterscheiden. Kurkuma ist in vielen Curry-Mischungen enthalten, zusammen mit Ingwer, Chili, Koriander, Senf, Pfeffer, Knoblauch und etlichen anderen Gewürzgattungen. Man findet Kurkuma auch in vielen veganen Suppenpulvern. Unter Curry versteht man nicht nur eine scharfe Gewürzmischung, sondern auch verschiedene eintopf-artige Gerichte. In der traditionellen indischen Küche ist Kurkuma einfach ein Gewürz, das man in jede Suppe und in jeden Eintopf geben kann.

 

In der Rohkost-Szene wird nicht gekocht und daher auch weniger Curry verwendet. Man kann Kurkuma und andere Curry-Gewürze in fast jeden beliebigen Shake oder Smoothie streuen. Kurkuma-Tee wird ähnlich zubereitet wie Ingwer-Tee. Gemischt mit anderen „heißen“ Gewürzstoffen entsteht ein winterlicher Gewürztee. Die „Goldene Milch“ ist ein Ayurveda-Getränk, das nicht nur sehr gesund ist, sondern auch großartig schmeckt. Sie wird aus Pflanzenmilch, Kurkuma, Ingwer, Muskatnuss, Zimt, Pfeffer, Ahornsirup oder Datteln, Wasser und Kokosöl zubereitet. Alternativ kann man auch Sternanis, Hanfsamen, Galgant und Gotu Kola beimengen. Ich persönlich trinke gerne eine Mischung aus Kurkuma, Hanfsamen, Rohkakao, Zimt, Nelkenpulver, Vanille, Melasse und Maca-Pulver, die wie eine „heiße“ Bitterschokolade schmeckt. Mit Traubensaft und Traubenkernmehl wird das Ganze noch fruchtiger.

 

Kurkuma für die Körperpflege

Kurkuma ist sehr als Zutat für selbst gemischte Zahnpasten zu empfehlen. Die Zähne werden nicht gelb davon, sondern blendend weiß. Eine weitere Möglichkeit für die äußere Anwendung ist die Herstellung von Gesichtsmasken.

 

Überlieferte Wirkungen seit Tausenden von Jahren

Der Hauptwirkstoff Kurkumin ist fettlöslich und wirkt besser zusammen mit schwarzem Pfeffer als pur. Das im Pfeffer enthaltene Piperin (Bioperin) soll die Bioverfügbarkeit um ein Vielfaches erhöhen. Wegen der Fettlöslichkeit ist es günstig, gleichzeitig Kokosöl, Nüsse, Hanfsamen oder andere gesunde Fette zu konsumieren. Der Wirkstoff Kurkumin ist auch separat in Kapseln erhältlich, wenn man eine spezielle Kur damit durchführen möchte. Kurkuma gehört zu den natürlichen Antibiotika und ist ein wichtiger Bestandteil von Parasiten-Kuren und Engiftungskuren. Ayurveda-Experten können das Gewürz wie Medizin verabreichen. Durch die trockene, scharfe, heiße und bittere Wirkung werden Vata, Kapha und Pitta ausgeglichen.

Es gibt auch zahlreiche westliche Studien über die therapeutischen Einsatzmöglichkeiten. Ein einfaches Rezept bei Infekten ist, einen halben Teelöffel Kurkuma-Pulver in heißem Wasser aufzulösen und mit Honig zu vermengen. Das vielseitige Gewürz soll laut Überlieferungen und westlicher Naturheilkunde die folgende Wirkungen haben:

  • Verdauungsfördernd
  • Galle bildend und den Gallenfluss steigernd
  • Schmerzlindernd
  • Enzündungshemmend
  • Stärkung der Immunabwehr
  • Antibiotisch
  • Antiparisitär
  • Leberreinigend
  • Stärkend, erwärmend und anregend
  • Antiseptisch
  • Antibakteriell
  • Antioxidativ

 

 

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Irmgard Brottrager, Dipl.Ing. für Architektur und Innenarchitektur,

Ganzheitliche Raum-Gestaltung und Europäisches Fengshui 

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Literatur-Übersicht

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1 Kommentar

  1. Sehr sehr schöner Beitrag!
    Alles Perfekt rund ums Kurkuma hast du auf den Punkt gebracht. Nicht nur die Diäten sondern gleich alle gute Eigenschaften. Kann man wirklich nur weiterempfehlen.

    Mit freundlichen Grüßen

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