Der Steingarten als ökologische Alternative zum Schottergarten

Baden-Württemberg, Hamburg und Schleswig-Holstein haben Schottergärten bereits verboten. Seit März 2021 hat sich dem auch Sachsen-Anhalt angeschlossen und auch einzelne Bezirke sowie ganze Bundesländer wie Thüringen erwägen ein Verbot. Und das ist auch gut, denn in Deutschland sind knapp 15 % der Gärten größtenteils versiegelt – und das schadet der Umwelt und trägt sogar zur globalen Erwärmung bei.

Wieso Sie keinen Schottergarten anlegen sollten

Schottergärten sind entgegen der vorherrschenden Meinung sehr pflegeintensiv. Nicht nur weil Unkraut und Moos die Steine bewachsen. Man muss den Kies sowie das Fließ darunter regelmäßig erneuern, die Steine mittels Hochdruckreiniger waschen und zudem Laub und Unkraut mit einem Laubbläser entfernen. Bei Starkregen muss man sogar Wasser abschöpfen, da es durch den verdichteten Boden nicht von selbst abfließen kann.

Japanischer Schottergarten
Japanischer Schottergarten (Foto: Wildroof | CC BY 2.0 Flickr)

Sie sehen also, ein Schottergarten bringt viel Arbeit und den Einsatz diverser Geräte mit sich. Und langlebig sind solche Gärten im Grunde auch nicht, denn man muss sie alle paar Jahre erneuern. Das macht den Schottergarten dann auch zu einer kostspieligen Umweltsünde.

Denn Schottergärten sind eine lebensfeindliche Umgebung für Tiere und Pflanzen. Zusätzlich heizen sich die Steine im Sommer oftmals so stark auf, dass eine Bepflanzung, falls vorhanden, regelmäßig vertrocknet und abstirbt. Schotter und Kies sind zudem gute Wärmespeicher und so kühlen die Flächen bei großer Hitze in der Nacht nicht aus und erwärmen die Umgebung rundherum zusätzlich.

Man kann also sagen, dass Schottergärten weder für das Klima, heimische Tiere sowie Pflanzen noch für die eigene Geldbörse gut sind und zudem auch mehr Pflege benötigen als eine Grünfläche oder ein Steingarten. Was diesen genau von einem Schottergarten unterscheidet und wo seine Vorteile liegen, erfahren Sie im folgenden Abschnitt.

Was unterscheidet den Steingarten vom Schottergarten und wo liegen seine Vorteile?

Ganz einfach: Ein Steingarten ist mit der Erde verbunden und bildet so einen natürlichen Lebensraum für Tiere und Pflanzen, ohne den Boden zu versiegeln. So können …

  • Wildpflanzen,
  • Eidechsen,
  • Insekten,
  • Spinnen
  • und auch Bienen

… sich nicht nur heimisch fühlen, sondern auch genügend Nahrung und Abkühlung im Sommer finden. Denn Frühlingsfingerkraut, Edelgamander, Mauerpfeffer und Hauhechel spenden Schatten, ziehen nützliche Insekten an und geben heimischen Tieren, wie Bienen, einen Lebensraum.

Und der Lebensraum, den ein Steingarten bietet, ist auch noch ein optischer Hingucker! Dem alpinen Raum nachempfunden, kann er entweder in der Eben angelegt werden, in einen Hang oder als Alpinum erfreuen.

Die drei verschiedenen Arten von Steingärten
Die drei verschiedenen Arten von Steingärten | © viplounge.ch

Zu guter Letzt: Ein Steingarten ist besonders pflegeleicht, da die Pflanzen, die darin wachsen sehr robust und genügsam sind. Einen Steingarten müssen Sie deshalb nur sehr wenig düngen und pflegen. Zudem gibt es für Unkraut fast kein Durchkommen.

Der Steingarten ist also die optimale Lösung für diejenigen, die mit wenig Zeit, einem geringen Budget und begrenztem Platz trotzdem viel für die Umwelt tun möchten und dabei auch ihren Garten optisch aufwerten wollen.  

Der Steingarten und seine vielfältigen Gestaltungsmöglichkeiten

Ein Steingarten hat nicht nur Vorteile, was seinen ökologischen Wert angeht. Er ist auch ein Hingucker, der bei durchdachter Planung zur Wohlfühloase für Sie, Tiere und Pflanzen wird. Welche drei Fragen Sie sich stellen sollten, damit das Projekt Steingarten zum Erfolg wird, verraten wir Ihnen jetzt.

Eidechse im Steingarten
Eidechse im Steingarten (Foto: Sergio Cerrato – Italia | Pixabay)

1.      Welcher Standort?

Im Optimalfall ist ein Steingarten nach Südosten hin ausgerichtet, sodass er zwar der Sonne ausgesetzt ist, aber nicht zu stark aufheizt. Vor allem ein Alpinum sollte jedoch nicht im Vollschatten angelegt werden. Zudem muss der Boden zu den Pflanzen passen. So bietet es sich an, im Vorfeld eine professionelle pH-Analyse vornehmen zu lassen und so eine gute Nährstoffzusammensetzung zu gewährleisten.

Wichtig ist zudem, dass der Steingarten auch für Sie eine gemütliche Oase darstellt. Deswegen bietet es sich an, einen Standort zu wählen, wo auch eine gemütliche Gartenlounge Platz findet, damit Sie Ihr umweltfreundliches Biotop auch genießen können. So wird Ihr Steingarten wirklich zum optischen Blickfang.

2.     Welche Steine?

Das wichtigste vorneweg: Die Steine müssen unbedingt witterungsbeständig sein und Steine und Pflanzen müssen zusammenpassen. Das heißt, dass kalkhaltiges Gestein nur mit kalktoleranten Pflanzen kombiniert werden darf. Ansonsten läuft man Gefahr, dass die Pflanzen nicht wachsen und gleich absterben. Dabei können Sie zwischen kalkhaltigen Steinen, kalkarmen Steinen und Silikatsteinen wählen.

Kalkhaltige Steine sind zum Beispiel Tuffstein, Travetin oder Kalkplatten. Und zu den Silikatsteinen, die kalkarm sind, zählen Sandstein, Basalt, Granit oder Porphyr. Weitere beliebte Steine für den Steingarten sind Schiefer, Naturgranit, Alpendolomit, Quarzit und Gneis.

3.      Welche Pflanzen?

Wie bereits erwähnt ist ein Steingarten dem alpinen Raum nachempfunden und so fühlen sich besonders Pflanzen wohl, die ebenfalls aus felsigen Regionen stammen. Folgende Gewächse sind daher eine gute Wahl:

  • Mauerpfeffer
  • Enzian
  • Aloe Vera
  • Alpen-Astern
  • Küchenschelle
  • Rotes Seifenkraut
  • Katzenpfötchen
  • Frühblüher (z.B. Blaukissen)
  • Nadel-Zwerghölzer (z.B. Zwergkiefer)
  • Dauerblüher (z.B. Bergminze)
  • niedrige Sträucher (z.B. echter Lavendel)
  • Sommerblüher (z.B. Frauenmantel)
  • v. m

Sie sehen also, die Vielfalt, welche Pflanzen sich im Steingarten heimisch fühlen, ist groß. Am besten Sie informieren sich zusätzlich in der Gärtnerei oder im Baumarkt Ihres Vertrauens, bevor Sie Ihren Steingarten anlegen. Denn die Pflanzen sollen neben der Nahrungsquelle für Insekten natürlich auch Ihren Vorlieben entsprechen und schön aussehen.

https://youtu.be/Hg_Tld-bw54

Fazit: Der Steingarten als ökologische und schöne Alternative zum Schottergarten

Ein Steingarten ist eine optisch ansprechende, bunte und vielfältige Möglichkeit, den eigenen Garten ökologisch nachhaltig zu gestalten, ohne dabei gleich einen Ziergarten anlegen zu müssen. Boden, Steinarten sowie Pflanzen, die in gebirgigen Gegenden vorkommen, bieten der Bienen und anderen Insekten und Tieren eine Nahrungsquelle und ein Zuhause. Durch die Bepflanzung wird ein Steingarten auch nie so heiß wie eine reine Schotterwüste und ist zudem auch schöner und pflegeleichter.

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Über Astrid Albrecht-Sierleja 158 Artikel
Astrid Albrecht-Sierleja verfügt als langjährige Malerin und Lackiererin über ausgesprochen praxisorientiertes Wissen und kennt als Produkt-Designerin die Vielfalt gestalterischer Möglichkeiten im Wohn- und Arbeitsbereich. Astrid erreicht ihr unter a.albrecht@everyday-feng-shui.de

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