Die Körperhaltung und ihr Einfluss auf das Energie-Niveau

In der Modelwelt nennt man es Attitüde. Die typische Körperhaltung verrät viel über die geistigen Einstellungen eines Menschen. Wer sich dessen bewusst ist, kann gezielt an sich arbeiten.

Wie man in die Welt hineinschaut, so schaut sie zurück. Foto (C) Luz Bratcher / flickr
Wie man in die Welt hineinschaut, so schaut sie zurück. Foto (C) Luz Bratcher / flickr

 

Körperhaltung und Gefühlswelt

Die Körperhaltung hängt eng mit den Gefühlen zusammen, die gerade bestimmend sind. Daher kann man die Gefühle auch direkt über die Körperhaltung beeinflussen. Wer sich hängen lässt, der fühlt sich auch so. Das bedeutet nicht, dass man sich verstellen sollte, wenn es einem gerade nicht gut geht. Aber man kann zumindest versuchen, die Haltung zu modifizieren, sich innerlich zulächeln und den Körper entspannen. Negative Gefühle sollten nicht unterdrückt werden, wenn sie nun mal da sind, sondern wollen zugelassen und anerkannt werden. Die ideale Haltung ist offen, aufrecht und entspannt zugleich. Da viele Menschen chronisch verspannt sind, können Loslass- und Beuge-Übungen zielführender sein als Ermahnungen, den Rücken gerade zu halten. Wichtig ist, es überhaupt zu bemerken, wenn die Körperhaltung nicht ideal ist. Denn nur so kann man sich aus einer ungünstigen „Einstellung“ – im doppelten Sinn des Wortes – herausbringen. Das meiste, was wir denken, sind unbewusste Einstellungen. Daher ist es nicht immer einfach, die geistige Ursache für ein negatives Gefühl zu finden.

 

Körperhaltung und Geisteshaltung

Wenn man sich gerade traurig, resigniert, mutlos und erschöpft fühlt, dann hat das bestimmte geistige Ursachen, die sich körperlich manifestieren. Sie haben meist damit zu tun, dass man ein Erlebnis negativ bewertet. Ein weiser Mensch lässt sich von nichts und niemandem „niederschlagen“, weil er weiß, dass jede Erfahrung einen Sinn und ihre positive Seite hat. Er richtet daher die Aufmerksamkeit auf die neuen Chancen, die eine vermeintlich unglückliche Situation bietet, und nicht auf die unangenehmen Aspekte. Auch wenn man gerade verstimmt und körperlich aus dem Lot ist, sollte man die Augen möglichst weit aufmachen und mit Humor nicht sparen. Lachen wirkt oft Wunder. Das Unangenehme darf trotzdem da sein, aber es darf vergehen und muss nicht dramatisiert werden. Trauerphasen sind notwendig, gesund und natürlich, um Abstand zu finden von etwas oder jemandem, der nicht mehr gut tut. Eine gewisse Distanz zu allem ist ein Allheilmittel, das sich auch in der Körperhaltung ausdrücken darf. Wer sich nicht mit allem und jedem identifiziert, sondern in der Beobachterrolle bleibt und Gleichmut übt, hat ganz automatisch weniger Probleme.

 

Auftreten und Körperhaltung im Alltag

Wir ziehen uns oft ganz unnötig runter, weil wir unsere Haltung und unser Auftreten vernachlässigen. Wenn man die Menschen auf der Straße beobachtet, wird man bemerken, dass die meisten zu Boden sehen, unglücklich und grimmig dreinschauen. Sie bekommen von der Umgebung und von den Mitmenschen kaum was mit, sondern sind in negative Gedanken versunken. Es kann natürlich vorkommen, dass man gerade keine Lust hat, jemanden zu sehen, aber normalerweise sollten alle Sinne offen sein. Der Blick sollte geradeaus gehen und flexibel in die Ferne schweifen.Eine selbstbewusste Haltung mit erhobenem Kopf ist besser als eine geduckte, weil sie Souveränität, Distanz und Abgrenzung signalisiert. Der Blick nach unten eröffnet keine Perspektiven. Besser ist es, sich zurückzulehnen und nach oben zu schauen, sich zu strecken und Dehnübungen zu machen. Es gibt aber auch Menschen, die zu steif, herrisch und „von oben herab“ wirken. Es fehlt hier an Schwung und Elastizität. Beim Gehen sollten die Hüften und Arme locker mitschwingen. Entspannte Haltungen sind besser für die Blutzirkulation, die Sauerstoffversorgung und die Verdauung. Bei ständig krummer Haltung können sich sogar Muskeln verkürzen. Auch die Kleidung spielt natürlich eine Rolle. Sie sollte locker fallen, gut sitzen, die Vorzüge unterstreichen und das Selbstbewusstsein fördern.

 

„Körperarbeit“ und Bewegung

Menschen, die sich gerne bewegen oder Sportarten betreiben, tun das nicht aus purem Ehrgeiz, sondern weil sie die Erfahrung machen, dass sie sich nachhaltig gut dabei fühlen. Unter „Körperarbeit“ versteht man keine körperliche Arbeit und auch kein Sporttraining, sondern therapeutische Arbeit mit dem Körper. Hier wären Techniken wie Feldenkrais®, Breema®, Gindberg-Methode®, Lomi Lomi Nui, Shiatsu, Akupressur und Rolfing® zu erwähnen.

 

Asanas

Asanas sind bestimmte Yoga-Haltungen, die uns helfen können, mehr Selbstbewusstsein, Erdung oder Leichtigkeit zu gewinnen. Auch die Flexibilität und der Gleichgewichtssinn werden trainiert. Man unterscheidet hunderte verschiedene Stellungen, die alle einen eigenen Namen besitzen. Manche sind nur für Akrobaten geeignet, andere auch für Anfänger und Unsportliche. Jeder kennt den „Lotussitz“ mit angewinkelten Unterschenkeln. Und auch der „Sonnengruß“ ist sehr bekannt. „Tadasana“ oder „Der Berg“ ist eine einfache Standhaltung, die jeder ausführen kann. Was sie vom normalen Stehen unterscheidet, ist das Bewusstsein, die Atmung und die Achtsamkeit. Die schwierigeren Übungen sind eine Mischung aus Dehnübungen und statischem Krafttraining mit entsprechender Wirkung.

 

Mudras

Mudras sind spezielle Yoga-Gesten, meist mit den Händen durchgeführt, die die Energien laden, harmonisieren und lenken. Am bekanntesten ist die „Namasté“-Mudra zur Begrüßung mit aufrecht gefalteten Händen vor der Brust. Wer sie ausprobiert, wird sofort merken, dass sie etwas bewirkt. Sie macht augenblicklich zentrierter und energiegeladener. Sehr bekannt sind auch die Finger-Mudras, bei denen entweder die Daumenspitze an die Spitze des Mittelfingers gehalten wird oder an die Spitze des Zeigefingers. Dabei werden verschiedene Meridiane miteinander verbunden und die Wirkungen sind entsprechend unterschiedlich. Bei der „Prana-Mudra“ werden die Spitzen des Kleinen Fingers und des Ringfingers mit der Daumenspitze zusammengehalten, während die restlichen beiden ausgestreckt werden. Sie wirkt gegen zu viel Kapha (Ayurveda Dosha) und bringt frische Energie.

Es gibt Mudras für alle vier Elemente – Wasser, Feuer, Luft und Erde. Ganz allgemein kann man sagen, dass das Öffnen der Handflächen die Klarheit fördert. Der Daumen steht für das Feuer-Element, der Zeigefinger für die Luft, der Mittelfinger für den Äther, der Ringfinger für die Erde und der kleine Finger für das Wasser-Element. Die Mudras können mit verschiedenen Gebetsformeln, Meditationen oder Yoga-Übungen verbunden werden. Sie wirken nicht nur auf den Körper, sondern auch auf den Geist und das Bewusstsein.

 

 

Finger-Mudra, Foto (C) Mike D. Logan / flickr
Finger-Mudra, Foto (C) Mike D. Logan / flickr

 

Qigong

Qigong ist im Gegensatz zu Taiji und asiatischen Kampfkunstarten wie Taijiquan, Kungfu, Wushu, Aikido und Judo eine sehr sanfte und ruhige Form der Energie-Übung. Sie ist auch für Menschen geeignet, die nicht ganz fit und gesund sind. Man konzentriert sich auf den Chi-Fluss im Körper und bewegt sich nur wenig dabei.

 

 

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Irmgard Brottrager, Dipl.Ing. für Architektur und Innenarchitektur,

Ganzheitliche Raum-Gestaltung und Europäisches Fengshui 

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Literatur-Übersicht

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