Feng Shui und viel Schaum

Jeden Dienstag schreibe ich etwas über Feng Shui. Heute mache ich eine Ausnahme, weil mir ein anderes Thema sehr am Herzen liegt. Es geht um Seife, und die hat so gar nichts mit Feng Shui zu tun, außer dass man sie nach Form und Farbe den fünf Wandlungsphasen zuordnen könnte. Doch darum geht es nicht.

Gesundes Duschen mit gutem Gewissen - das ist nur mit Naturseifen möglich. Foto: Foto: CC-BY von barockschloss
Gesundes Duschen mit gutem Gewissen – das ist nur mit Naturseifen möglich.
Foto: Foto: CC-BY von barockschloss via flickr.com

 

Wer von Ihnen, liebe Leser, verwendet für die tägliche Körperpflege eine Naturseife statt Duschbad? Wahrscheinlich nicht so viele. Bei meinen Feng-Shui-Beratungen sehe ich ebenfalls selten, dass in Bäder statt Duschbäder in bunten Plastikflaschen ein Stück Seife liegt.

Ich bin zur Seife durch einen Zufall zurückgekommen. Als Kind kannte ich noch keine Flüssigseifen oder Duschgels. Es gab nur Seife am Stück, die leider nicht sehr natürlich war, aber das kümmerte in den 60er Jahren niemanden. Schön bunt und duftend musste sie sein. Später verdrängten andere Pflegeprodukte die Seife und erst vor ca. 2 Jahren schäumte ich mich wieder mit einer Seife ein. Diese bekam ich als Geschenk und probierte sie aus. Ich erlebte einen Aha-Effekt. Die Haut fühlte sich nach dem Duschen ganz anders an als gewöhnlich. Sie war ein wenig stumpf aber gleichzeitig angenehm weich. Das stumpfe Gefühl kam dadurch, dass der natürliche, schützende Fettfilm auf der Haut geblieben ist. Normalerweise musste ich mich immer nach dem Duschen eincremen, weil die Haut spannte. Nach dem Duschen mit Seife war es auf einmal nicht mehr nötig! Ich spare Zeit, Geld und Verpackungsmüll, weil ich keine Bodylotion mehr brauche.

Die Seifen, die ich bis heute verwende, sind keine Industrieseifen, sondern Naturprodukte aus kleinen, ökologisch geführten Seifensiedereien. Sie bestehen aus nur wenigen, natürlichen Zutaten wie Pflanzenölen, z.B. aus Oliven, Raps, Avocado, Mandel, Kräuter, Blüten, Bienenwachs, Schafsmilch- oder Fett. Bei der Auswahl an Ölen ist mir besonders wichtig, dass kein Palmöl oder seine Derivate eingesetzt werden. Der Anbau von Ölpalmen für Industriezwecke zählt zu den größten Umweltproblemen unserer Zeit. Durch die Monokultur wird der Regenwald massiv zerstört und ca. 25% der gesamten Produktion landet in Kosmetikprodukten! Das muss nicht sein, für meine saubere Haut soll die Natur nicht leiden.

Palmöl ist nicht die einzige, kritische Komponente in herkömmlichen Dusch- und Badegels. In fast jedem Produkt finden sich Parabene (PHB-Ester), die konservierend, antimikrobiell und fungizid wirken. Dem wäre nichts entgegenzusetzen, wenn die Stoffe unbedenklich wären. Das sind sie aber nicht. Parabene können Allergien auslösen und stehen im Verdacht, ähnlich wie Aluminiumsalze in Deodorants, das Brustkrebsrisiko stark zu erhöhen. Auch der Hormonhaushalt bleibt von dem Risiko der Parabene nicht verschont: „Eine EU-Untersuchung hat festgestellt, dass Phthalate, Polychlorierte Biphenyle (PCB) und Parabene den Hormonhaushalt von männlichen Föten und Kindern stören können und so zu einer Feminisierung führen könnten.“ (Zitat: Wikipedia, http://de.wikipedia.org/wiki/Parabene ).

Mit jeder Dusche schmieren wir uns also einen Chemiecocktail auf die Haut, der nicht nur uns, sondern der gesamten Natur schadet. Die gute, einfache Naturseife tut es dagegen gar nicht oder in nur extrem reduziertem Maße.

Weil ich jetzt auch keinen Bodylotion mehr verwende, verdoppelt sich die Ersparnis an Plastikmüll. Was das für die Umwelt bedeutet muss ich an dieser Stelle nicht mehr erläutern. Meine Seife kommt fast ohne Verpackung (bis auf ein Stück Butterbrot-Papier, in das sie eingewickelt ist) aus. Ich stecke sie in ein Duschsäckchen (für Leser, die noch die DDR-Zeiten kennen, dürfte es ein bekanntes Bad-Utensil sein) und verwende sie restlos. Sie reicht, je nach Sorte, genauso lang wie eine Flasche Duschgel und kostet weniger als Duschgel und Bodylotion zusammen.

Die Naturseifen beziehe ich aus unterschiedlichen Quellen. Im Supermarkt um die Ecke sind sie nicht zu finden aber auf Wochenmärkten, in Bioläden oder in zahlreichen Internet-Shops findet sich eine sehr große Auswahl. Wichtig bleibt immer: Lesen Sie unbedingt die Zutatenliste oder fragen Sie nach, weil auch in Bio- und Naturseifen Palmöle oder Parabene enthalten sein können.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen gesundes und umweltfreundliches Duschen mit gutem Gewissen. Und wenn Sie dann auch noch in einem Bad, das nach Feng Shui gestaltet ist, Ihre Körperpflege verrichten, dann kann nichts mehr schief gehen.

1 Kommentar

  1. Hallo liebe Frau Seipel

    Danke für Ihre tollen Artikel!

    Alles Wichtige auf den Punkt gebracht und schön formuliert.

    Herzlicher Gruss aus der Schweiz
    Nicola Casanova

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