Ist der Alterungsprozess umkehrbar?

An der medizintechnischen Umkehrung wird noch gebastelt, aber geistig und körperlich ist bereits vieles möglich. Jeder erwachte Mensch kann seinen Alterungsprozess bewusst steuern.

Die Lebensenergie von Kindern ist in jeder Stimmung ausdrucksstark. Foto (C) Taro Taylor / flickr CC BY 2.0
Die Lebensenergie von Kindern ist in jeder Stimmung ausdrucksstark. Foto (C) Taro Taylor / flickr CC BY 2.0

Im Mittelalter wurden die Menschen im Durchschnitt nur 30 Jahre alt und auch heute gibt es noch Bevölkerungsgruppen mit sehr geringer Lebenserwartung. Andererseits soll es Menschen geben, die nicht nur 120 Jahre lang, sondern wesentlich länger gelebt haben. Ein Freund hat mir berichtet, dass seine Mutter kurz vorm Sterben plötzlich wieder ganz jung aussah, obwohl sie bereits über 80 war. Das biologische Alter ist offenbar sehr flexibel. Wer wie selbstverständlich davon ausgeht, dass er zwischen 80 und 90 sterben wird, unterschätzt und vernachlässigt seine eigene Schöpferkraft.

Verjüngung mit Stammzellen

Dem japanischen Arzt und Stammzellenforscher Shin´ya Yamanaka ist es gelungen, Zellen von Mäusen biologisch zu verjüngen. Shin´ya Yamanaka ist Jahrgang 1962 und sieht wirklich blutjung aus – nach Fotos im Internet zu schließen. Er erhielt zahlreiche Preise für die Herstellung von pluripotenten Stammzellen aus dem Bindegewebe von Mäusen. Induzierte pluripotente Stammzellen (iPS-Zellen) werden nicht von Embryonen gewonnen, sondern entstehen durch künstliche Reprogrammierung und lassen sich speziell an die Bedürfnisse der Patienten anpassen. Im Jahr 2012 erhielt Yamanaka sogar den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin. Er war jedoch nicht der Einzige, sondern nur der Erste, der mit pluripotenten Stammzellen Erfolg hatte. Ende 2007 gelang es unabhängig voneinander mehreren Teams, iPS aus menschlichem Gewebe zu erzeugen. Auch der renommierte Molekular-Biologe und Gen-Forscher Juan Carlos Izpisua ist davon überzeugt, dass der Alterungsprozess nicht nur steuerbar ist, sondern sich sogar umkehren lässt. Er entwickelte (unter anderem) neue Stammzellenmodelle für altersbedingte Erkrankungen.

Ist die Alterung ein geistiges Programm, das umgeschrieben werden kann?

Wer viel mit Kindern und alten Menschen zu tun hat, wird schnell merken, dass sich die verschiedenen Generationen nicht nur körperlich unterscheiden, sondern dass sie auch geistig völlig anders ticken. Fast alles, was junge Menschen auszeichnet, geht mit fortschreitendem Alter verloren: Bedingungslose Liebe, Lebensfreude, Neugierde, Tatendrang, Wissensdurst, Experimentierfreude, Bewegungsdrang, unbändige Lust auf Spaß und Spiel, unverstellte Offenheit und Ehrlichkeit. Der alte Mensch ist nicht nur körperlich steif, sondern auch geistig. Er liebt seine Gewohnheiten, möchte keine Veränderungen, hat zu allem eine fixe Meinung, strebt nach größtmöglicher Bequemlichkeit und erwartet nichts Besonderes mehr vom Leben. Der geistige Rahmen ist von Jahr zu Jahr enger geworden und alles, was darüber hinausgeht, wird ausgeklammert, abgelehnt und abgewehrt. Dazu kommt noch eine gewisse Lebensmüdigkeit und Verdrossenheit, die mehr oder weniger ausgeprägt ist. Der geistige Verfall verläuft bei den meisten Menschen völlig unbewusst. Sie stellen ihre Ansichten und Denkweisen nicht in Frage und unternehmen nichts, um ihre Programmierungen bewusst zu ändern.

Was alte Menschen über junge denken

Der Generationenkonflikt scheint vorprogrammiert, denn die Alten denken wenig Gutes über die Jungen – und umgekehrt. Das muss wohl so sein, damit tiefgreifende Transformationen stattfinden können. Die Alten haben ihren Teil dazu beigetragen, um das geistige Erbe der Vorgänger-Generation auf eine fortgeschrittenere Ebene zu bringen. Irgendwann ist ihr geistiges Potential erschöpft, weil sie mit der Zeit nicht mithalten konnten und zu weit in den Rückstand geraten sind. Jede Generation hat bestimmte Aufgaben und Themen zu bewältigen. Die Generation, die heute im Großeltern-Alter ist, gehört zur Aufbau-Generation nach dem zweiten Weltkrieg. Die Jugendlichen von heute befinden sich in einer völlig anderen Situation. Heute sind es vor alle die Umwelt und die Gesundheit, aber auch der Konsum-Zwang und die geistige Manipulation, die Aufmerksamkeit benötigen. Bank-Schulden, Luftverpestung, Zerstörung der Natur, Übergewicht, Burnout und Zivilisationskrankheiten hat es auch früher gegeben, aber nicht in diesem Ausmaß. Üblicherweise reden Junge und Alte völlig aneinander vorbei, weil beide nicht erkennen, welche Schäden sie selber verursachen durch ihre Lebenseinstellung. Kein junger Mensch – von Ausnahmen abgesehen – möchte so enden wie die Elterngeneration. Und die wenigsten der älteren Menschen möchten sich vegan ernähren, „zurück zur Natur“, wechselnde Wohnsitze und Partner, Kontakte in sozialen Internet-Netzwerken, bis 30 studieren und andere  „Verrücktheiten“, die in ihren Augen nichts als Entgleisungen sind, die ins Verderben führen.

Typischer Griesgram mit versteinertem Gesicht. Foto (C) Nicolas Alejandro, Foto (C) flickr / CC BY 2.0
Typischer Griesgram mit versteinertem Gesicht. Foto (C) Nicolas Alejandro, Foto (C) flickr / CC BY 2.0

Im Flow bleiben und die Schwingung hoch halten

Wer jung bleiben möchte, muss am Puls der Zeit bleiben und darf nicht aufhören, sich täglich neu zu erfinden. Die Zeit zwischen 60 und 100 Jahren ist zu lang, um sie mit Wiederholungen und Dahindämmern zu verbringen! Es ist OK, sich auszuruhen und zu erholen, aber die Jahre wollen mit Leben gefüllt werden. Bei vielen beginnt die Dämmerungsphase bereits mit 40 und nicht erst nach der Pensionierung. Die Ursachen dafür sind fast ausschließlich im Geist zu suchen und nur dort zu beheben. Jede Generation übernimmt die Fehler der Vorgänger-Generation und hat die Aufgabe, bessere Lösungen zu finden. Dieser Prozess hört nie auf und daher gibt es keinen Grund, die Bestrebungen vorzeitig einzustellen.

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Irmgard Brottrager, Dipl.Ing. für Architektur und Innenarchitektur,

Ganzheitliche Raum-Gestaltung und Europäisches Fengshui 

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