Kariesbehandlung ohne Bohren

In Zukunft wird vermutlich kein Bohrer mehr nötig sein, um kariesbefallene Zähne zu sanieren. Schon jetzt wird auf invasive Methoden immer öfter verzichtet. Kariesinfiltration heißt das Zauberwort.

Foto: Steven Depolo / flickr CC BY 2.0
Foto: Steven Depolo / flickr CC BY 2.0

Fast alle Menschen haben hierzulande mit Karies zu kämpfen. Obwohl die Behandlungsmethoden besser geworden sind, lassen die Optionen immer noch zu wünschen übrig. Vor allem dann, wenn die Zähne bereits in der Kindheit abgestorben sind oder zu Tode gebohrt wurden, hat man oft nur noch die Wahl zwischen aufwendigen Restaurierungen oder Zahnersatz-Varianten. Endlich bestehen jedoch gute Aussichten, dass die Zähne länger erhalten bleiben. Derzeit sind die meisten Zahnärzte noch nicht so weit, dass sie die neuesten Methoden beherrschen. Es wird immer noch viel zu viel gebohrt. Und zwar auch dann, wenn noch gar kein Loch im Zahn ist, sondern nur Anzeichen von Karies vorhanden sind. Eigentlich herrscht ein wissenschaftlicher Konsens darüber, dass Karies heilbar ist und angehalten werden kann, solange der Zahn nur an der Oberfläche befallen ist. Bei kleinen bis mittelgroßen Löchern ist eine Stabilisierung durch Versiegelung oder Infiltration möglich.

Durch Bohren werden die Zähne zusätzlich geschwächt

In der Vergangenheit wurden viele Zähne nicht durch Karies, sondern durch übermäßiges Bohren zerstört. Bei bestimmten Füll-Materialien, die im Labor hergestellt werden wie zum Beispiel Gold und Keramik geht viel gesunde Zahnsubstanz verloren. Die Bakterien, die für den Zahnverfall verantwortlich gemacht werden, lassen sich durch Ausbohren nicht vollständig entfernen. Die Vorstellung, dass man Karies verhindern kann, indem man die Zähne fast komplett aushöhlt, führt dazu, dass sie irgendwann nicht mehr reparabel sind. Zähne bestehen bekanntlich nicht nur aus hartem Material und können absterben, wenn die empfindlichen inneren Teile (Pulpa, Blutgefäße, Nerven) verletzt werden. Leider schmerzen von Karies befallene Zähne erst dann, wenn es zu spät ist.

Zahnschonende Komposite

Zu den relativ zahnschonenden Methoden gehören Kunststoff-Füllungen, weil nicht so viel gebohrt wird wie bei Amalgam-, Keramik- und Goldfüllungen. Komposite bestehen aus einem Gemisch von Kunststoff, Silizium, Glas oder Keramik. Mit dieser Mixtur sind auch sehr kleine Füllungen möglich, die mit Amalgam nicht machbar sind. Allerdings sind Probleme mit der Dichtigkeit möglich, wenn das Material schrumpft. Zahnlücken zwischen schmalen Zähnen oder Zapfenzähnen können durch Verbreiterung der Zähne mit Kompositmaterial gefüllt werden. Bei der Verbreitung ist kein Substanzabtrag erforderlich. Die Haftung wird durch Ätzen der Dentin-Oberfläche mit Phosphorsäure hergestellt. Während bei Zahnkronen die natürliche Zahnsubstanz abgeschliffen wird, ist bei Komposite-Füllungen keine Überkronung erforderlich.

Nicht-invasive Methoden

Da Karies sich nur ausbreiten kann, wenn sie in Kontakt mit Bakterien kommt, genügt es eigentlich, sie bakteriensicher unter Verschluss zu bringen. Es ist nicht notwendig, alle befallenen Teile herauszubohren. Die meisten Zahnärzte stehen der selektiven Kariesentfernung noch skeptisch gegenüber und betrachten es als Pfusch, wenn Kariesreste absichtlich im Zahn belassen werden, um die Substanz zu schonen. Bei der so genannten Hall-Technik wird überhaupt nicht gebohrt, sondern der befallene Zahn wird unter eine Metall-Kappe gesteckt. Diese Methode wird vor allem bei Milchzähnen angewandt, denn bei größeren Zähnen ist in der Regel kein Platz dafür – ganz abgesehen von der unschönen Optik.

Stark im Kommen: Die Kariesinfiltration oder Icon-Therapie

Bei dieser Technik kann ebenfalls auf den Bohrer verzichtet werden. Es gibt noch nicht viele Zahnärzte, die diese Technik beherrschen, aber einige Anbieter sind bereits auf dem Markt. Bisher kommen diese Behandlungen nur im Anfangsstadium in Frage – aber immerhin! Gerade bei beginnender Karies wurde früher am meisten Schaden angerichtet, weil man sehr kleine Löchlein nicht füllten konnte, sondern die Löcher mit dem Bohrer vergrößern musste. Das poröse Kariesgewebe wird mit einem speziellen, sehr feinen Gel getränkt und mit UV-Licht ausgehärtet. Der sanierte Zahn ist nicht ganz so fest wie ein gesunder Zahn, aber ausreichend belastbar. Die Behandlung ist schmerzfrei und kann ohne Betäubung erfolgen. Die Kosten werden von den Kassen derzeit noch nicht übernommen, sind aber nicht sonderlich hoch.

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Irmgard Brottrager, Dipl.Ing. für Architektur und Innenarchitektur,

Ganzheitliche Raum-Gestaltung und Europäisches Fengshui 

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Literatur-Übersicht

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Geomantie.Netzwerk Graz + Umgebung

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