Laserdrucker machen krank: Studie bis 2013 unter Verschluss!

Eine aktuelle Studie der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) zeigt, Laserdrucker emittieren bis zu 7,6 Milliarden Partikel Feinstaub je gedruckter Seite. Außerdem konnte ein eindeutiger Zusammenhang zwischen Feinstaubpartikelemission und Erkrankungen nachgewiesen werden. Die Ergebnisse der Studie sollen bis 2013 unter Verschluss bleiben. Ein Skandal!

Auf dem Weg ins Büro: In Zukunft besser mit Atemmaske!
Auf dem Weg ins Büro: In Zukunft besser mit Atemmaske! (Foto: Krystian Olszanski)

Am 30. November strahlte das ARD-Magazin Plusminus einen alarmierenden Beitrag zu Partikel-Emissionen von Laserdruckern aus. In der Sendung wurde auf eine Studie Bezug genommen, die kürzlich von der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) durchgeführt wurde. Die BAM-Studie belegt, dass einige der untersuchten Laserdrucker bis zu 7,6 Milliarden Partikel Feinstaub sowie Ultrafeinpartikel (~0.1µm) pro gedruckter Seite ausstoßen und an die Raumluft abgeben. Die Unterschiede zwischen den untersuchten Geräten sind allerdings sehr groß. Es gibt Laserdrucker, die 100.000-mal mehr Feinstaub emittieren, als andere.

Alarmierender Beitrag bei ARD Plusminus

Seit längerem ist bekannt, dass die Innenraumluft in vielen Büros durch Ausdünstungen von technischen Geräten, Teppichen und Möbeln belastet wird. Immer mehr Menschen klagen nach einem langen Arbeitstag über Hustenanfälle, geschwollene Nasenschleimhäute oder Kopfschmerzen. Dass auch Laserdrucker eine Mitschuld an der Zunahme der genannten Beschwerden tragen, wurde in den letzten Jahren bereits kontrovers diskutiert, doch erst jetzt konnte ein eindeutiger Zusammenhang zwischen Partikel-Emissionen und Erkrankungen nachgewiesen werden.

In der ARD-Sendung wird Dr. Hermann Kruse, Toxikologe an der Universität Kiel, mit folgenden Worten zitiert: „Wir haben zum ersten Mal den ganz deutlichen Beleg dafür, dass die Partikel, freigesetzt aus den Laserdruckern, bei den Lungenzellen Schäden anrichten können, die belegbar und messbar sind.“ Besonders dramatisch an den Untersuchungsergebnissen ist, dass die nachgewiesenen Schäden genetischer Art sind. Das bedeutet, sie sind irreversibel (also durch keine noch so gesunde Lebensweise umkehrbar).

WDR Servicezeit: Gesundheitsgefahr Laserdrucker

Betroffene wenden sich an die Stiftung „nano-Control“

Seit 2008 kümmert sich die Stiftung „nano-Control“ um Betroffene, die durch Toner und Emissionen aus Laserdruckern krank geworden sind. In der Datenbank der Stiftung sind bereits mehr als 2.500 Krankheitsfälle gelistet, die offenbar auf Tonerstäube und Lösemittel aus Lasergeräten zurückzuführen sind. Wie hoch die Dunkelziffer betroffener Personen ist, lässt sich zurzeit noch nicht abschätzen. Für „nano-Control“ und natürlich alle Betroffenen sind die aktuellen Untersuchungsergebnisse enorm wichtig, weil es erst jetzt eine wissenschaftliche Grundlage für ihre Beschwerden gibt, an deren Ursache bisher immer gezweifelt wurde.

Entscheidend ist nun, dass auch entsprechende Bundesbehörden wie etwa das Bundesumweltministerium auf die Gesundheitsrisiken hinweisen und der Industrie Standards vorgeben. Bisher kämpfen Betroffene in den Betrieben meist vergeblich um Zuweisung eines neuen Arbeitsplatzes oder die Einrichtung eines separaten Druckerraumes. Arbeitgeber konnten stets auf die Risiko-Einschätzung der Behörden und der Industrie verweisen. Mit Einführung verbindlicher Richtlinien und Grenzwerte hätte dies ein Ende.

Vorsicht vor „Der Blaue Engel“

Die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung will erst ab 2013 die Namen der einzelnen Drucker bekanntgeben. Dann nämlich soll es das Ökolabel „Der Blaue Engel“ auch für emissionsarme Geräte geben. Bisher bezieht sich das Umweltzeichen lediglich auf einen geringen Energiebedarf oder einen leisen Betrieb, nicht jedoch auf Partikel-Emissionen. 2013 – das ist viel zu spät, klagt „nano-Control“ völlig zu Recht. Auch wir finden es einen Hohn gegenüber allen Betroffenen, wenn die Herstellernamen und konkreten Untersuchungsergebnisse bis 2013 unter Verschluss gehalten werden. Dies bedeutet nichts anderes, als dass weitere Erkrankungen bewusst in Kauf genommen werden.

Die aktuelle Entwicklung erinnert uns ein wenig an die Diskussion rund um das Thema Elektrosmog. Bis zum Schluss werden Risiken aus einem einfachen Grund geleugnet: Es geht um sehr viel Geld. Im Fall der Feinstaubbelastung in Büros durch Laserdrucker sind es Arbeitsmediziner, Betriebsärzte, Berufsgenossenschaften und nicht zuletzt die Industrie selbst, die alle an einem Strang ziehen. Würden die Beschwerden als Krankheit anerkannt, müssten sie zahlen.

Wir fordern: Die Bundesregierung muss handeln! Sofort.

Wir fordern die Bundesregierung auf, sofort alle Ergebnisse der BAM-Studie zu veröffentlichen sowie umgehend zu handeln: Es muss vor den Gesundheitsrisiken durch den Betrieb von Laserdruckern gewarnt werden und Geräte mit hoher Feinstaub-Emission müssen sofort aus den Büros und aus dem Handel genommen werden!

www.everyday-feng-shui.de

2 Kommentare

  1. Epson hat jetzt eine Business Serie (Workforce) auf den Marktgebracht die komplett auf Tintentechnologie basiert. Die Tinte verschmiert nicht und hält garanitert 5 Jahre!

  2. es gibt endlich eine echte alternative zum laserdrucker: memjet evojet 60 seiten / min. sensationell !!!

    gruss thomas

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