Nahrungsergänzungsmittel: Pro & Contra

Nahrungsergänzungsmittel Ja oder Nein? Diese Frage ist nicht ganz einfach zu beantworten, denn die Grenze zwischen Supplements und Superfoods ist fließend. Außerdem spielt natürlich auch die Qualität eine Rolle.

 Foto (C) Richard Lewis / flickr CC BY 2.0

Foto (C) Richard Lewis / flickr CC BY 2.0

Superfoods sind hoch konzentrierte Lebensmittel, während reine Ergänzungsmittel mehr oder weniger isolierte Wirkstoffe enthalten. Sie sind als Zusatz gedacht für Menschen, die glauben, dass ein Organismus aus einer Summe von materiellen Stoffen besteht und wie ein technischer Motor funktioniert. Diese Vorstellung ist ziemlich naiv, aber sehr weit verbreitet.

 

Trockene Lebensmittel sind zwar nährstoffreich, aber tot

Im alltäglichen Sprachgebrauch umfassen Supplemente auch trockene Superfoods wie gemahlene Gewürze, Graspulver, Blattpulver, Proteinpulver und Algenpulver. Superfoods sind „vollständige“ Naturprodukte in dem Sinne, dass nichts hinzugefügt oder extrahiert wurde. Da vitale Lebensmittel nicht lange frisch bleiben, verändern sich die enthaltenen Nährstoffe ständig. Das Zellwasser verflüchtigt sich ebenso wie diverse Vitamine, Enzyme, Mikroorganismen, Duftstoffe und Farbstoffe. Superfoods müssen keineswegs trocken sein, aber nur trockene Lebensmittel besitzen extrem hohe Nährstoffdichten. Frisches Obst und Gemüse hingegen bestehen größtenteils aus Wasser und daher sind die Nährstoffe in Prozenten ausgedrückt wesentlich geringer. Es spricht sicher nichts dagegen, Gewürze und sonstige getrocknete Lebensmittel in den Speiseplan zu integrieren. Vitalkost jedoch ist was anderes, nämlich LEBENDIGE Kost.

Kann man nur von Supplements und Superfoods leben?

Ausgetrocknete Lebensmittel sind niemals vital, sondern enthalten nur noch die verdorrten Überreste einer Pflanze. Die Verwendung von Supplementen ist inzwischen derart weit verbreitet, dass sie kaum noch jemand in Frage stellt. Es erscheint ja auch zu einfach, wenn man diverse Nährstoffmängel mit konzentrierten Präparaten ausgleichen kann. Ob die Nährstoffe tatsächlich im Blut ankommen, wird nur selten überprüft. Wenn man sich in den Supermarkt-Regalen umsieht, bekommt man den Eindruck, dass die Menschen weiterhin wertlose Fertigprodukte essen wollen, kombiniert mit einer Reihe von Ergänzungsmitteln. Dass man diese Form von Ernährung überlebt, ist gewiss. Die Frage ist nur, wie lange? Auf vielen Supplement-Verpackungen befindet sich der Hinweis, dass die Ergänzungsstoffe keine vollwertige Ernährung ersetzen. Diese Warnung ist durchaus ernst zu nehmen!

Wie haben die Menschen früher überlebt?

Es ist noch keine 20 Jahre her, als Nahrungsergänzungen nicht die Regel, sondern eine seltene Ausnahme waren. Die Produkt-Paletten waren klein und oft in Apothekerschränken versperrt. Die Lebenserwartung steigt zwar ständig leicht an, nicht jedoch die Lebensqualität. Denn dass die Leute älter werden, bedeutet nicht automatisch, dass sie gesünder sind. Die Anzahl der extrem fettleibigen Kinder hat sich seit 1975 weltweit mehr als verzehnfacht. Da Übergewicht bekanntlich mit Gesundheitsproblemen einhergeht, kann man sich vorstellen, was diese Tendenz bedeutet. Wenn es in diesem Stil weiter geht, wird es bald mehr übergewichtige als schlanke Kinder geben. In Österreich ist bereits ein Drittel der Gesamtbevölkerung zu dick. Trotzdem wird das Thema Ernährung von der Ärzteschaft weitgehend ausgeklammert. Oder hat euch schon mal ein Zahnarzt nach euren Essensgewohnheiten gefragt? Vermutlich hat er sogar selber kaputte Zähne und keine gute Figur.

Chemisch isolierte Supplemente

Bis auf wenige Ausnahmen sind chemische Ergänzungsmittel, die aus dem Labor stammen, am wenigsten zu empfehlen. Wenn möglich, sollte man bei allen isolierten Wirkstoffen die Gewinnung aus natürlichen Rohstoffen bevorzugen. Die Bioverfügbarkeit ist im Allgemeinen umso geringer, je weiter ein Stoff von der Natur entfernt ist. Rein chemische Produkte können nicht nur nutzlos, sondern sogar schädlich sein. Das gilt auch für isolierte Vitamine, wie sie sehr oft Fertiggerichten zugefügt sind. Wenn auf einer Verpackung steht, dass das Produkt mit Ascorbinsäure (Vitamin C) angereichert ist, sollte man lieber die Finger davon lassen!

Extrakte

Extrakte sind nicht komplett isoliert, sondern komplexere Auszüge aus natürlichen Produkten. Sie sind nicht so vollwertig wie vollständig getrocknete Superfoods, aber relativ hochwertig, wenn sie aus Bioanbau stammen.

Echte Lebensmittel

Am besten sind Supplemente, die zugleich vollständige Naturprodukte sind. Dazu gehören zum Beispiel Algen, Erden, gemahlene Mineralien, probiotische Bakterien, Gewürze, Flohsamen und Aronia-Beeren.

Chiasamen zählen zu den Superfoods. Foto (C) Philipp Alexander / flickr
Chiasamen zählen zu den Superfoods. Foto (C) Philipp Alexander / flickr

Brauchen wir überhaupt Ergänzungsmittel?

Es gibt sicher viele Fälle, in denen man über Ergänzungen nachdenken sollte. Vor allem dann, wenn nachweislich ein Mangel vorhanden ist. Bei gesunden Menschen sind Supplemente überflüssig, aber wer ist schon hundertprozentig gesund? Wenn sich jemand etwas Gutes tun möchte, sollte er Supplemente nicht wahllos einkaufen, sondern dort ansetzen, wo körperliche Schwachstellen vorhanden sind. Diese können sich zum Beispiel bei den Haaren, bei den Nägeln, bei der Verdauung und so weiter zeigen.

Der Mensch lebt nicht von Chemie-Bausteinen, sondern von Bio-Energie

Hochwertige Supplemente können für den Menschen so etwas wie Dünger für die Pflanzen sein. Es geht zwar auch ohne, aber um bestimmte Effekte zu erreichen oder als Kuranwendung sind Ergänzungen durchaus sinnvoll. Von Daueranwendungen ist jedoch abzuraten. Tote Produkte sind nur Bausteine ohne Lebensenergie. Außerdem besteht der Mensch hauptsächlich aus Wasser und es ist keine gute Lösung, das wertvolle, verdunstete Zellwasser in den Pflanzen durch unstrukturiertes Leitungswasser zu ersetzen. Ein Orangensaft, der aus trockenem Konzentrat plus Wasser besteht wird nie so schmecken wie und wirken wie frisch gepresster Orangensaft.

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Irmgard Brottrager
Über Irmgard Brottrager 750 Artikel
Irmgard Brottrager ist Dipl.Ing. für Architektur und Innenarchitektur, Fachredakteurin und Fengshuiberaterin in Graz. Sie beschäftigt sich vorzugsweise mit Aufgaben, die mit dem Menschen und seinem Umfeld zu tun haben. Irmgard erreicht ihr unter i.brottrager@everyday-feng-shui.de

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