Heizenergie sparen & saubere Innenluft mit dezentralen Lüftungen

Ob die Energie nun wirklich so knapp ist, wie die Regierungen vorgeben, und daher an allen Ecken und Enden gespart werden muss, sei dahin gestellt. Derzeit kommt man beim Bauen um die Einhaltung von strengen Energiespar-Vorschriften nicht herum. Lüftungsgeräte sparen aber nicht nur Heiz-Energie, sie verbessern auch die Luft-Qualität in Innenräumen. 

Zentrale Passivhaus-Lüftungsanlage, Foto (C) Irmgard Brottrager
Zentrale Passivhaus-Lüftungsanlage, Foto (C) Irmgard Brottrager

Nachdem der zulässige Heizenergie-Verbrauch bei Neubauten von Jahr zu Jahr niedriger wird und bald nur mehr Passiv-Häuser und Niedrigstenergie-Häuser erlaubt sein werden – bis mit Einführung von Energie-Erzeugern auf Basis der „Kalten Fusion“ endlich neue Maßstäbe gesetzt sind? – kommt man um die Anschaffung einer kontrollierten Wohnraum-Lüftung nicht herum. Denn die niedrigen Kennwerte sind nur zu erreichen, wenn auf die händische Lüftung verzichtet wird. Über das gewöhnliche Fensteröffnen geht zu viel Wärme verloren.

Passivhaus-Zuluft-Ventil, Foto (C) Irmgard Brottrager
Passivhaus-Zuluft-Ventil, Foto (C) Irmgard Brottrager

Bei der Planung von Neubauten werden meist zentrale Lüftungsanlagen vorgesehen, wobei das Lüftungsgerät im Keller, im Heizraum oder in einem Abstellraum untergebracht ist. Über diese Zentrale werden die anderen Räume mit Zu- und Abluft-Leitungen versorgt. Die Installation der Luft-Rohre ist nicht nur aufwändig, sondern die Leitungen brauchen auch Platz und müssen von Zeit zu Zeit gereinigt werden. Bei älteren, konventionellen und weniger gut gedämmten Häusern bringen Lüftungsanlagen auch ohne Komplett-Sanierungsmaßnahmen Vorteile, weil sie die Lüftungswärme-Verluste reduzieren und unerwünschte Schadstoffe wie Sporen, Bakterien, Schimmelpilze, Feinstaub, Lack- und Klebstoff-Ausdünstungen, Formaldehyd, Asbest, PCB (Polychlorierte Biphenyle) und Milben regelmäßig abführen. Zugleich wird die Luftfeuchtigkeit konstant gehalten, um Probleme mit Kondenswasser zu vermeiden.

Fassade mit Wandlüftern, Foto (C) Irmgard Brottrager
Fassade mit Wandlüftern, Foto (C) Irmgard Brottrager

In denkmalgeschützten Häusern und Räumen mit niedrigen Decken ist oft gar kein Platz vorhanden, um waagrecht verlaufende Luft-Leitungen, die sich womöglich auch noch kreuzen, unterzubringen. Daher bieten sich für Bestandsbauten dezentrale Wohnraum-Lüftungen als günstige Alternative an, denn diese kommen ohne Luftleitungen aus. Die Frisch-Luft wird direkt über ein Außenwand-Gerät angesaugt, frei im Raum verteilt und über die Außenwand wieder ausgeblasen. Pro Raum sind ein bis zwei Geräte vorzusehen. Die dezentrale Installation hat in Gemeinschafts-Häusern außerdem den Vorteil, dass jede Partei unabhängig ist.

Dezentrale Lüftungsgeräte gibt es in unterschiedlichen Ausführungen am Markt

Sie können über dem Fenster, im Sturz-Bereich eingebaut werden. Aber auch im Brüstungsbereich, in der Fenster-Laibung, im Fußboden- oder Decken-Bereich. Auch Fenster, bei denen die Lüftung zwischen Stock- und Flügelrahmen integriert ist, sind im Handel. Die Geräte sind in der Regel mit einen Keramik-Wärmetauscher ausgerüstet, die einen Wirkungsgrad bis zu 90% erreichen. Ein Wärmetauscher funktioniert so, dass die kalte Zuluft an der warmen Abluft vorbei geführt wird und sich dabei erwärmt. Dabei bleiben die Kanäle natürlich getrennt, damit es zu keiner Vermischung der Luftströme kommen kann. So geht die Wärme beim Lüften nicht verloren, sondern bleibt im Raum.

Zur Standard-Ausrüstung gehören Schalldämpfer, Brandschutz-Klappen, Schmutz- und Pollenfilter.

Manche Geräte sind für die Querlüftung konzipiert. Dabei wird die Luft auf einer Gebäudeseite angesaugt und auf der anderen wieder ausgelassen. Die Geräte wechseln periodisch und im Gleichtakt die Ström-Richtung. Außen und innen sieht man von den Geräten nur die Abdeckung. Da sie optisch in Erscheinung treten, sollte man sie nicht willkürlich anordnen, sondern bewusst in die Fassaden- und Innenraum-Gestaltung miteinbeziehen.

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Irmgard Brottrager
Über Irmgard Brottrager 778 Artikel
Irmgard Brottrager ist Dipl.Ing. für Architektur und Innenarchitektur, Fachredakteurin und Fengshuiberaterin in Graz. Sie beschäftigt sich vorzugsweise mit Aufgaben, die mit dem Menschen und seinem Umfeld zu tun haben. Irmgard erreicht ihr unter i.brottrager@everyday-feng-shui.de

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