Tattoos: Wie gefährlich ist diese Körperkunst?

Sie sehen aus wie Brandmale und sind ungeheuer angesagt. Aus energetischer und gesundheitlicher Sicht ist einiges dagegen einzuwenden.

Indische Bemalungen mit Henna sind völlig harmlos, aber nicht für den Alltag gedacht. Foto (C) Bhakti Henna / Flickr CC BY 2.0
Indische Bemalungen mit Henna sind völlig harmlos, aber nicht für den Alltag gedacht. Foto (C) Bhakti Henna / Flickr CC BY 2.0

 

Deformationen haben eine lange Tradition

Eingriffe in den Körper mit Langzeitfolgen sind grundsätzlich eine Form von Körperverletzung, egal ob sie freiwillig, unfreiwillig oder eigenhändig zugefügt werden. Dazu gehören:

  • Impfungen
  • Löcher für Ohrringe und Piercings
  • Entfernung von Organen (Mandeln, Nieren, Gebärmutter usw.)
  • Entfernung und Deformierung von Knochen (Rippen, Zähne, Korsette, Schädeldeformationen, Halsringe, abgebundene Füße usw.)
  • Vorsorgliches und übertriebenes Anbohren von Zähnen
  • Verstümmelung der äußeren Geschlechtsmerkmale
  • Deformation der Lippen mit Tellern und Pflöcken
  • Dauerhafte Haarentfernungen
  • Zufügen von Narben und Brandmalen
  • Schönheitsoperationen
  • Implantationen
  • Tätowierungen und Permanent-Makeup

Leider haben diese Verunstaltungen eine lange Tradition und wurde auch in Vorzeiten von vielen Kulturen praktiziert. Der Brauch, die Schädel von Babys auf Bretter zu binden, um die Hinterköpfe zu verlängern, soll bereits vor 60.000 Jahren üblich gewesen sein. In China wurden Mädchen etwa tausend Jahre lang die Füße gebrochen und abgebunden. Wenn man eine Mode mitmachen möchte, muss man immer bedenken, dass man damit nur Ansehen erreicht, solange es genug Leute gibt, die sie toll finden. Moden dauern heutzutage selten länger als 10 Jahre und was dann? Wer seinen Körper dauerhaft verstümmelt, ist bis an sein Lebensende gezeichnet. Mehr als die Hälfte der Tätowierten bereut ihre Verzierungen in späteren Jahren.

 

Warum lässt sich jemand tätowieren?

Es gibt sicher verschiedene Gründe, warum sich jemand ein Tattoo zulegen möchte, aber die meisten sind mehr als fragwürdig. Früher waren es hauptsächlich Kriminelle, die sich stechen ließen. Auch heute noch müssen Tätowierte damit rechnen, dass sie abgewertet und abgelehnt werden. Sie sind mit ihren Körpermalen für immer stigmatisiert. Während man früher noch auffallen konnte damit, schaut heute kaum noch einer hin.

  • Man möchte etwas verewigen. Meist handelt sich um Bindungen an Partner, Kinder oder Gruppen.
  • Man möchte hip sein und dazugehören. Um in der „Szene“ was zu gelten, die gerade angesagt ist, sind Piercings und Tattoos beinahe zwingend erforderlich. Sie gelten quasi als Erkennungsmerkmal, um sich von weniger „geilen“ Leuten abzugrenzen.
  • Man findet sich nicht interessant oder attraktiv genug ohne Hautschmuck.
  • Man möchte Aufmerksamkeit auf sich ziehen.
  • Man möchte seine Individualität unterstreichen und sich von den anderen abheben.
  • Man betrachtet den eigenen Körper als Kunstwerk.
  • Man fühlt sich rundum geschmückt und aufgewertet.
  • Man findet die Zeichnungen sexy.
  • Man hat einen Hang zum Masochismus. Viele genießen die Schmerzen beim Tätowiertwerden und möchten sich nicht betäuben lassen.
  • Man hat einen Hang zur Unterwelt.
  • Man betrachtet Tattoos als eine Form der Rebellion.
  • Man möchte von körperlichen Mängeln ablenken.

 

Gesundheitliche Risiken

Tätowierungen sind keine normalen Hautverletzungen. Über die Langzeitwirkungen gibt es wenige Erfahrungen, weil sie noch nicht so lange üblich sind. Tattoo-Farben enthalten Stoffe, die nicht in den Körper gehören. Schwermetalle verteilen sich im Körper, ohne dass man genau weiß, woher sie kommen. Im Mai 2015 wurde eine amerikanische Studie bekannt, wonach die meisten Tätowierten später chronische Krankheiten entwickeln. 10% haben bereits direkt nach der Tätowierung mit Komplikationen zu kämpfen.

Zu den häufigsten Problemen gehören Knötchen unter der Haut, Schwellungen, chronische Entzündungen und Sonnenallergien. Einige Farbstoffe sind nachweislich krebserregend. Die Einschätzungen laut Studie von der New York University gehen sogar so weit, dass in den Jahren 2030 bis 2040 mit einer Welle von Lebererkrankungen gerechnet wird. Die Farben können ein breites Spektrum an Giften enthalten, die der Körper nicht zur Gänze abbauen kann. Im Jahr 2010 wurde in Baden-Württemberg festgestellt, dass ein Drittel der Tattoo-Farben Stoffe enthält, die nicht zugelassen sind. Und selbst bei den zugelassenen Stoffen ist die Gesetzeslage sehr lau, weil von den Herstellern keine Nachweise verlangt werden.

Auf weitere Studien will ich hier gar nicht eingehen, denn es ist logisch, dass unsere Haut ein Organ ist und dass seine Funktion stark beeinträchtigt wird, wenn sie mit Verletzungen übersät ist. Tätowierungen haben sicher keine gesundheitlichen Wert, sondern können eine Reihe von Problemen nach sich ziehen. Wenn man den Körper unbedingt bemalen möchte, bieten sich Bodypainting, Klebetattoos und Verzierungen mit Henna an.

Bodypainting: auch nicht gesund, aber zumindest nicht dauerhaft. Foto (C) Alejandro Martinez / flickr CC BY 2.0
Bodypainting: auch nicht gesund, aber zumindest nicht dauerhaft. Foto (C) Alejandro Martinez / flickr CC BY 2.0

 

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Irmgard Brottrager, Dipl.Ing. für Architektur und Innenarchitektur,

Ganzheitliche Raum-Gestaltung und Europäisches Fengshui 

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Literatur-Übersicht

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