Wie Knochen und Zähne nachwachsen können

Knochen sind nie komplett ausgewachsen, sondern verändern sich ständig. Sie passen sich der Belastung an und können sogar Löcher und Lücken auffüllen. Erfolgreiche Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass es nicht mehr lange dauert, bis wir auf künstliche Implantate verzichten können.

Foto: Justin P Lambert / flickr CC BY 2.0
Foto: Justin P Lambert / flickr CC BY 2.0

Revolutionäre Technik aus Israel, um Knochen zu flicken

Knochen wachsen nach Brüchen bekanntlich wieder zusammen. Das gilt auch für abgebrochene Zahnstücke, solange ein Zahn noch lebt. Was jedoch, wenn ein Teil fehlt? Einer Meldung aus dem Jahr 2017 zufolge ist es einem israelischen Ärzteteam gelungen, Knochen nachwachsen zu lassen. Diese Methode ist bereits so fortgeschritten, dass sie an Patienten angewendet werden kann. Sie wurde von der Firma „Bonus Biogroup“ entwickelt. Fehlende Knochenteile können mit perfekt sitzenden „Implantaten“ ausgefüllt werden, die zuvor aus den Stammzellen des Patienten gezüchtet wurden. Es handelt sich also um keine Prothesen aus körperfremden Materialien, wie sie üblicherweise implantiert werden, wenn Körperteile abhanden gekommen sind. Die Züchtung erfolgt zwar in speziellen Bioreaktoren außerhalb des Körpers, erreicht die endgültige Festigkeit aber erst, nachdem die entstandene Bio-Masse in den beschädigten Bereich gespritzt wurde.

Organisches Knochengewebe aus anorganischen Substanzen

Die Technik aus Israel ist jedoch nicht die einzige Hoffnung für alle Menschen, die Teile ihres Knochengerüsts vermissen. Auch in Japan werden Erfolge verzeichnet. Unter der Bezeichnung „CT-Bone“ fabrizieren die Techniker eine anpassungsfähige Knochensubstanz aus mineralischen Stoffen, die der natürlichen Zusammensetzung von Menschenknochen ähnelt. Diese Implantate werden im Laufe der Jahre von körpereigener Substanz durchwachsen und ersetzt. Die neue Knochenmasse entsteht aus dem angrenzenden Knochengewebe und wächst bei Kindern sogar größenmäßig mit. Die ersten Tests an der Universitätsklinik von Tokio unter der Leitung von Ung-il Chung verliefen angeblich erfolgreich.

Anregung des Knochenwachstums mit Signalen

Viele Menschen leiden mit fortschreitendem Alter an Knochenschwund – auch Osteoporose genannt. Wissenschaftler an der Universität Bonn haben in Zusammenarbeit mit Kollegen an der Universität San Diego herausgefunden, dass sich das Knochenwachstum mit biochemischen Signalen anregen lässt.

Wundersame „Nanobone“ Knochensubstanz aus Rostock

Diese Technik wurde von der Firma Artoss entwickelt und ist bereits seit Jahren erfolgreich am Markt. Das Biotech-Unternehmen produziert und vermarktet Biomaterialien für den Knochenaufbau. Diese Materialien sind sogar für Zähne und Kieferknochen geeignet. Eine Startersubstanz fungiert vorerst als Lückenfüller und gibt dem Körper den Impuls, das Loch mit eigenen Substanzen zu ersetzen. Die eingebrachte Substanz lässt sich leicht verarbeiten. Sie wird gut vertragen und vom Körper automatisch abgebaut, wenn sie nicht mehr gebraucht wird.

Herausgeschlagene Zähne wachsen auch ohne Hightech wieder an …

… wenn sie binnen einer halben Stunde eingesetzt werden. Daher sollte man schleunigst einen Zahnarzt aufsuchen, die Bruchstelle nicht anfassen und den Zahn in kalte Milch oder H-Milch legen, damit er nicht austrocknet. In Apotheken ist für diese Fälle sogar eine „Zahnrettungsbox“ erhältlich. In dieser Box kann der Zahn bis zu 48 Stunden lang überleben. Alternativ kann man das Bruchstück auch im Mund behalten und mit dem Speichel feucht halten. Die Chancen sind umso größer, je kleiner das abgebrochene Stück ist. Wenn der Zahn weder blutet noch ein Nerv beschädigt wurde und auch keine Entzündung entsteht, sollte der Teil wieder anwachsen. Er wird vom Zahnarzt mit einem Spezialkleber angeklebt. Ist der Zahn jedoch bereits wurzelbehandelt, funktioniert das leider nicht mehr.

Und wie sieht es mit dritten Zähnen aus?

Es ist keine absolute Seltenheit, dass bei Kindern überzählige Zähne wachsen, die gezogen werden müssen. Man nennt dieses Phänomen „Hyperdontie“. Diese Fehlbildungen treten meist bei den zweiten Zähnen auf und nur selten beim Milchgebiss. Aber auch eine Unterzahl von Zähnen (Hypodontie) ist möglich und betrifft meist die Weisheitszähne. Leider lassen sich die überzähligen Zähne nicht für später aufheben beziehungsweise ist über derlei Versuche nichts bekannt. Allerdings ist man inzwischen so weit, neue „Zahnkeime“ heranzüchten zu können aus menschlichen Stammzellen. Forschungen an der TU Berlin sind offenbar derart fortgeschritten, dass Zahnkeime nicht nur im Labor, sondern auch präklinisch getestet werden können. Abgesehen davon gibt es auch Ausnahme-Menschen, die sich über nachwachsende dritte Zähne freuen können, die auf ganz natürliche Weise entstehen. Ein gewisses Potential bilden auch lebende Weisheitszähne, mit denen man normale Backenzähne ersetzen kann.

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Irmgard Brottrager, Dipl.Ing. für Architektur und Innenarchitektur,

Ganzheitliche Raum-Gestaltung und Europäisches Fengshui 

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Literatur-Übersicht

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Geomantie.Netzwerk Graz + Umgebung

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