Über die Kunst der Anordnung von Bildern an der Wand

Ob originales Kunstwerk, limitierter Nachdruck, zeitgeistiges Plakat, Natur-Aufnahme oder Familien-Foto – Bilder wirkungsvoll aufzuhängen ist eine Kunst. Ohne Vorstellungskraft, Intuition und Gefühl für Proportionen geht nichts, trotzdem sollte man nicht planlos vorgehen, sondern sich ein Konzept zurechtlegen.

Foto: www.zimmermann-heitmann.de
Foto: www.zimmermann-heitmann.de

Am besten, man misst die Wände vorher ab und zeichnet sie maßstabsgetreu mit Bleistift auf ein ausreichend großes Blatt Papier. Im Maßstab 1:10 entspricht eine 3 Meter hohe Wand 30 Zentimetern auf dem Papier. Maßstab 1:20 ist halb so groß, hier kommt man mit kleineren Blättern aus, muss aber umrechnen. Die Möbel, die direkt vor der Wand stehen, kann man ebenfalls abmessen und zumindest den Umriss einzeichnen. Wir gehen der Einfachheit halber davon aus, dass die Bilder bereits gerahmt sind, ansonsten lässt sich mit der Art, Größe und Farbe des Rahmens natürlich auch viel bewirken.

Kleine Bilder, die sonst zu unscheinbar wären, kann man mit breiten Passepartous in größere Formate verwandeln. Das Passepartout schafft eine gewisse Ruhe um das Motiv herum und erleichtert die Konzentration. Jedes Format sollte in sich stimmig und schön sein. Bekanntlich ist nicht jede Proportion gleich harmonisch. Wer hier kein sicheres Gefühl besitzt, kann sich mit bewährten Zahlen-Verhältnissen helfen. Hier ein Link zu einigen mathematischen Berechnungs-Möglichkeiten für gute Proportionen.

Als nächstes gilt es die Architektur des Raumes zu berücksichtigen. Je besser die Innenraum-Gestaltung ohne Bilder ist, umso vorsichtiger sollte man mit dem Wandschmuck sein. Es sieht meist nicht gut aus, wenn rundum alles mit Bildern bestückt ist, weil der Raum für sich dann nicht mehr wirken kann. Sobald Bilder an einer Wand hängen, rückt sie optisch mehr in den Vordergrund. Eine leere, weiße Wand hingegen weicht optisch zurück. Möchte man, dass der Raum groß und weit erscheint, sollte man daher Wände frei lassen. Weiters sollte man bedenken, wohin man den Blick lenken möchte. Wer sieht schon gerne in eine Ecke, zum Boden, zur Mistkübel-Garnitur oder an die Decke? Es sieht zwar oft gut aus, wenn große Rahmen direkt am Boden stehen, vor allem, wenn es ein hochwertiger Bodenbelag ist, aber im Allgemeinen sollte man Bilder in Aughöhe (stehend, sitzend oder liegend) anordnen. Sind die Bilder zu weit oben angebracht, wirkt der Raum niedriger. Die meisten Räume sind schöner, wenn sie nach oben hin luftig und unendlich wirken, ohne Decken-Dekorationen. Nur bei sehr hohen räumen können Stuckaturen, Verkleidungen und Deckengemälde eine erhebende Wirkung entfalten.

Foto: www.zimmermann-heitmann.de
Foto: www.zimmermann-heitmann.de

Hat man alle Rand-Bedingungen erfasst, kann man eine Anordnung der Bilder entwerfen, die optimal aussieht. Probieren geht über Studieren, mit einem Radiergummi lässt sich alles korrigieren. Man kann die Bilder auch extra aus farbigem Papier ausschneiden und die beste Lage durch Hin- und Herschieben ermitteln. Hat man sich für eine bestimmte Anordnung entschieden, muss man nur noch die Papiermaße auf die Wandmaße übertragen und die Aufhängungen an den richtigen Stellen anbringen. Eine kleine Wasserwaage hilft bei der Feinjustierung.

1 Kommentar

  1. Ihr link Berechnungs-Möglichkeiten für gute Proportionen. landet auf Betrug.com. Ist sicherlich ein Versehen. LG

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


*