Über die Verseuchung des Planeten mit Mikroplastik

Plastik zerfällt zwar relativ leicht, aber es ist biologisch kaum abbaubar. Daher ist es auch dort drin, wo es überhaupt nicht hingehört: In der Luft, im Wasser, in unseren Lebensmitteln – und sogar im menschlichen Körper.

Wäscheklammern gibt es auch aus Holz und Nirosta. Foto: Finn Terman Frederiksan / flickr CC BY 2.0
Wäscheklammern gibt es auch aus Holz und Nirosta. Foto: Finn Terman Frederiksan / flickr CC BY 2.0

Die Plastik-Entsorgung ist ein echtes Problem

Unter Mikroplastik versteht man Plastikpartikel, die kleiner als 5 mm sind. Die Teilchen entstehen, wenn Plastikprodukte zerfallen. Sie werden aber auch gezielt hergestellt, um als Zuschlagstoffe, Füllstoffe oder Bindemittel Verwendung zu finden. Dazu kommen noch flüssige und wasserlösliche Kunststoffe, die ebenfalls ihr Unwesen treiben. Sie gelangen über das Abwasser in das Grundwasser und in die Meere. Und über die Nahrungskette auch in den menschlichen Körper. Angeblich schwimmt bereits sechsmal mehr Plastik in den Meeren als Plankton. Die winzigen Teilchen fliegen außerdem in der Luft herum und können durch Abrieb oder direkten Kontakt auf unserer Haut landen. Wer glaubt, dass der Plastikabfall „entsorgt“ ist, wenn er von der Müllabfuhr abgeholt wird, täuscht sich gewaltig!  Die Stoffe werden grob sortiert und nur zu 30% wiederverwertet. Der große Rest landet in Industrieöfen und Müllverbrennungsanlagen, wo bei der Verbrennung diverse Schadstoffe freigesetzt werden.

Mikroplastik im Blut und im Urin

Bis zu 90% der Menschen in industrialisierten Ländern sind chronisch mit Bisphenol A (BPA) belastet. BPA ist ein synthetisches Hormon und daher nicht harmlos, sondern potentiell gesundheitsschädlich. Es ist kaum zu glauben, aber eine Studie der Umweltstiftung WWF zufolge nehmen wir wöchentlich so viel Plastik auf, wie es dem Gewicht einer Scheckkarte entspricht – nämlich 5 Gramm pro Kopf und Woche. Die Teilchen werden nicht nur gegessen und getrunken, sondern auch eingeatmet. Ein ganz spezielles Problem sind die so genannten „Kreidezähne“, von denen bereits 10 bis 30 Prozent der Kinder betroffen sind. Als Ursache sind Weichmacher aus Plastikteilen im Verdacht. Bei Kreidezähnen ist der Zahnschmelz zehnmal weicher als bei gesunden Zähnen.

Wo steckt Mikoplastik drin?

Plastik ist zu einem Hauptbestandteil unserer Produkte geworden und daher in unvorstellbaren Mengen vorhanden. Jeder darf sich selbst fragen, wieviel Prozent der Dinge, mit denen er sich umgibt, aus Kunststoffen bestehen oder Kunststoffe enthalten. Zu den Haupterzeugern von Plastikmüll zählen die Firmen Coca-Cola, Pepsi und Nestlé.

  • Kunststofffasern aus synthetischen Textilien
  • Fleece-Stoffe und Textilien mit Mikrofasern
  • Textilien mit Elastan-Anteil
  • Strickwaren aus Kunstfasern, die Fusseln bilden
  • Recycling-Textilien aus Kunstfasern
  • Waschmittel
  • Kosmetikprodukte
  • Trinkwasser
  • Getränke, die in Plastikflaschen gelagert wurden
  • Geschirr und Besteck aus Plastik
  • Meeresfrüchte
  • Lebensmittel, die in Plastik verpackt wurden
  • Hausstaub
  • Abrieb von Autoreifen
  • Spielsachen und Sportgeräte aus Kunststoff

Kunststoffe sind nicht beständig und enthalten oft Additive

Dass Kunststoffe nicht ewig halten, weiß jeder aus eigener Erfahrung. Manche Plastik-Arten lösen sich allein durch UV-Licht auf. Zum Beispiel Wäscheklammern und Büro-Ordner. ABS, Polyamid, Polyethylen und Polypropylen sind nicht UV-beständig. Viele Kunststoffe sind außerdem chemisch unbeständig oder „degradieren“ mit zunehmendem Alter. Degradation bedeutet, dass die Materialien Risse bekommen, spröde werden, vergilben, brechen, quellen oder schrumpfen. Weichmacher gehören zu den Additiven, die sehr häufig eingesetzt werden, um spröde Kunststoffe elastischer zu machen. Phthalate sind Weichmacher, die häufig in Kosmetika und Lebensmittelverpackungen zu finden sind. Sie gelten als bedenklich, weil sie hormonelle Wirkungen haben. Weitere häufige Additive sind Stabilisatoren, Färbemittel, Füllstoffe, Beschichtungen und Flammschutzmittel.

Wie kann man sich vor der Plastik-Flut schützen?

Ein hundertprozentiger Schutz ist vor allem in Ballungsgebieten nicht möglich. Je mehr Menschen auf engem Raum zusammenleben und Abfälle produzieren, umso stärker sind die Luft und die Böden belastet. Die bereits erfolgte „Plastifizierung“ unserer Umwelt lässt sich nur stoppen, aber nicht rückgängig machen.

  • Unnötigen Hautkontakt mit Plastik und Kunstfasern vermeiden.
  • Die meisten Produkte sind auch aus natürlichen Materialien erhältlich.
  • Unnötige Plastik-Verpackungen zurückweisen oder durch unbedenkliche Stoffe ersetzen (Pappe, Glas, Baumwolle, Wollfilz, Edelstahl, Wachstücher, Keramik, Pflanzenblätter, Jute und so weiter).
  • Plastikverpackungen nicht wegwerfen, sondern sondern so lange wie möglich verwenden.
  • Verzicht auf chemische Körperpflege- und Kosmetikprodukte.
  • Keine Werbe-Geschenke aus Plastik annehmen.
  • Herumliegenden Plastikmüll einsammeln. Keine Kunststoff-Abfälle achtlos wegwerfen, sondern nur in den gelben Tonnen entsorgen.
  • Auf einen eigenen PKW verzichten und öfter zu Fuß gehen, wenn möglich.

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Irmgard Brottrager, Dipl.Ing. für Architektur und Innenarchitektur,

Ganzheitliche Raum-Gestaltung und Europäisches Fengshui 

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Literatur-Übersicht

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Geomantie.Netzwerk Graz + Umgebung

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