Alternativen zu Spanplatten

Jeder hat sie oder nutzt sie, aber keiner mag sie so recht: Spanplatten genießen keinen guten Ruf und werden von umweltbewussten Menschen gemieden. Aber welche Alternativen gibt es?

Braune Siebdruckplatten, Foto: Gerold Schneider / flickr CC BY 2.0
Braune Siebdruckplatten, Foto: Gerold Schneider / flickr CC BY 2.0

Warum sind Spanplatten unbeliebt?

Sie enthalten diverse Bindemittel, riechen unangenehm und erinnern nur noch sehr entfernt an Holz. Der große Vorteil: Sie sind sehr billig und sie verziehen sich nicht. Allerdings sind die feuchtigkeitsempfindlich und verlieren dauerhaft ihre Form, wenn sie nass werden. Die Späne, aus denen eine Spanplatte zusammengesetzt ist, stammen von diversen Holzabfällen, die verunreinigt sein können. Die Bindemittel können schädliches Formaldehyd enthalten, das jahrzehntelang ausgast. Nur Spanplatten mit der Bezeichnung F0 sind formaldehyd-frei. Das bedeutet jedoch nicht, dass diese Platten viel gesünder sind. Denn sie enthalten meistens Polyurethan-Bindemittel, die aus Isocyanaten hergestellt werden, die als bedenklich gelten. Wenn man Spanplatten benutzt, sollte man sie allseitig furnieren oder mit einem anderen Material beschichten, damit keine Gase entweichen können. Bei Schränken gibt es fast immer irgendwelche Leckstellen, aus denen schlechte Gerüchte austreten.

Vollholz oder Leimholz?

Für Öko-Romantiker ist alles klar: Vollholz muss es sein! Das Problem ist nur, dass es keine Vollholz-Platten gibt. Damit aus einzelnen Brettern eine Platte entsteht, müssen die Teile zusammengeleimt werden. Und wenn Leim dabei ist, dann ist es genau genommen keine Vollholz-Platte mehr. Es handelt sich dann um eine Leimholz-Platte, die als „Vollholz“ verkauft wird. Um echte Vollholz-Tafeln herzustellen, ist eine Rahmenbauweise erforderlich. Daher sind alte Türen und Fensterläden nie ganz flach, sondern mit einem breiten Holzrahmen versehen, der die Teile zusammenhält. Diese Konstruktion ist leimfrei möglich, zum Beispiel mit Holznägeln oder Holzdübeln. Wenn man jedoch eine Tisch- oder Arbeitsplatte benötigt oder eine moderne Optik möchte, muss die Oberfläche komplett eben und fugenfrei sein. Leimholz ist eine gute Wahl, hat aber einen deutlich höheren Preis als gewöhnliche Spanplatten. Normalerweise wird Leimholz nicht deckend beschichtet, sondern allenfalls durchscheinend lasiert.

Mehrschichtplatten

Sie bestehen aus drei oder fünf Schichten Massivholzbrettern, die kreuzweise verleimt sind. Die Formstabilität ist besser als bei Leimholz, und auch die Oberfläche sieht meist ruhiger aus.

Tischlerplatten, Stäbchen-Sperrholz

Das Stabsperrholz, wie es auch genannt wird, ist eine Mehrschichtplatte, wobei die Mittellagen aus schmalen Stäben bestehen. Ein Nachteil bei diesen sehr formstabilen Platten ist, dass die Kanten verkleidet werden müssen. Daher wird sie hauptsächlich von professionelle Schreinern verwendet und seltener von Heimwerkern gekauft.

Multiplex-Platten, Sperrholzplatten, Furnierschichtholz

Wie der Name schon sagt, sind hier meistens mehr als 5 Furniere zusammengeleimt. Sie ergeben eine feine Linien-Struktur an den Kanten, die man auch ohne Verkleidung herzeigen kann. Sperrholz ist leider nicht ganz formstabil, sondern verzieht sich.

Purenit®

Bei Fensterbänken, dicken Arbeitsplatten und Badezimmer-Ablagen kommt immer häufiger Purenit® zum Einsatz. Es handelt sich hierbei um ein FCKW- und HFCKW-freies Recycling-Produkt aus Polyurethan, das optisch an Spanplatten erinnert, aber wesentlich leichter ist und kaum riecht. Die Herstellerfirma gibt an, dass das Material vom unabhängigen Fraunhofer WKI eingehend geprüft wurde im Hinblick auf Inhaltsstoffe und die Freisetzung flüchtiger Stoffe.

Siebdruckplatten

Diese speziellen Sperrholz-Platten haben den Vorteil, dass sie sehr robust sind und sogar in Feuchträumen eingesetzt werden können. Die Optik ist nicht vom Feinsten, aber durchaus vertretbar, wenn man einen „Industrial Chic“ bevorzugt. Die Formstabilität ist allerdings nicht viel besser als bei unbeschichteten Sperrholzplatten.

Konstrukionsdetail mit Hirnholz, Foto: bptakoma / flickr CC BY 2.0
Konstrukionsdetail mit Hirnholz, Foto: bptakoma / flickr CC BY 2.0

Hirnholz-Platten

Als Hirnholz bezeichnet man die beiden Seiten am Baumstamm, die sich im Querschitt zeigen. Man sieht hier keine Längsfasern, sondern die Jahresringe. Diese Optik kann sehr reizvoll sein. Hirnholz-Platten sind aus vielen kleinen Stück oder Streifen zusammengesetzt. Sie sind etwas teurer als beispielsweise Sperrholzplatten, aber man muss sie nicht verkleiden und sie sind sehr formstabil.

Beschichtete Sperrholzplatten, Dekor-Sperrholz

Während Siebdruckplatten mit einer industriellen, meist dunkelbraunen, Beschichtung versehen sind, die für Gewerbe-Bedürfnisse ausgelegt sind, gibt es auch Beschichtungen mit gefälligeren Oberflächen. Die Beschichtung kann deckend oder durchscheinend sein, aus Melaminharz oder Phenolharz bestehen.

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Irmgard Brottrager, Dipl.Ing. für Architektur und Innenarchitektur,

Ganzheitliche Raum-Gestaltung und Europäisches Fengshui 

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Literatur-Übersicht

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