Unangenehme Gerüche im Haus vermeiden

Üble Gerüche sind eine Plage für geruchsempfindliche Menschen, weil sie das Wohlbefinden stark beeinträchtigen können. Atem ist Leben und saubere Luft ist daher essentiell für die Gesundheit der Atemwege.

Foto: Masahiko OHKUBO / flickr CC BY 2.0
Foto: Masahiko OHKUBO / flickr CC BY 2.0

Düfte lieben es feucht und warm

Die Nase ist unser reizempfindlichstes Sinnesorgan, denn sie kann bis zu einer Billion Gerüche unterscheiden. In praktisch allen Innenräumen haben wir mit schlechter Luft zu kämpfen, egal ob sie klimatisiert sind oder nicht. Auch der Aufenthalt in PKWs und öffentlichen Verkehrsmitteln ist alles andere als eine Wohltat für die Nase. Oft ist auch die Außenluft nicht frei von „Duftstoffen“, und in diesem Fall ist es besonders schwierig, Innenräume wirksam zu lüften. Um die Geruchsentwicklung ein wenig einzudämmen, kann es hilfreich sein, die Räume eher kühl und trocken zu halten. Je reduzierter die Räume eingerichtet sind, umso besser kann die Luft zirkulieren und umso weniger Duftquellen sind vorhanden.

Vorbeugen ist besser als Heilen

Wer eine empfindliche Nase hat, sollte bereits bei der Anschaffung von Möbeln, Heimtextilien und Gegenständen auf den Geruch achten. Lösungsmittelarme Kleber, Farben und Anstriche sind zu bevorzugen. Es ist von Vorteile, neue Möbel im Sommer anzuschaffen, damit sie bei offenem Fenster ausdünsten können. Kunststoffe riechen in der Regel wesentlich unangenehmer als Naturprodukte. Aber auch natürliche Materialien wie Holz, Wolle und Kork kommen nicht ohne Eigengeruch daher. Eine völlig geruchsfreie Ausstattung ist praktisch unmöglich.

Mögliche Geruchsquellen im Haus

Das Übertünchen von unliebsamen Düften hilft nur kurzfristig, bis sich der alte Geruch wieder durchsetzt. Daher ist es wichtig, die Ursachen finden. Dies ist nicht immer einfach. Nachfolgend eine längere Checkliste für die Ursachenforschung:

  • Menschliche Ausdünstungen
  • Verstaubte Flächen an unzugänglichen Stellen
  • Spanplattten
  • Textilien (Eigengeruch, Tabakrauch, Küchendünste, Schweißgerüche)
  • Kaminrauch
  • Müll
  • Kanalgerüche und verstopfte Abflüsse
  • Rückstände unter den Toiletten-Spülrand
  • Muffige Schmutzwäsche
  • Gerüche aus Kühlschränken, Spülmaschinen und Waschmaschinen
  • Staubsaugerabluft und Staubsaugerbeutel
  • Druckertinte und Papier (Bücher, Magazine, Zeitschriften, Zeitungen)
  • Dunstabzüge
  • Aschenbecher, kalter Zigarettenrauch, Raucherwohnung
  • Moder an feuchten Wänden und Böden
  • Schimmelsporen an Außenwänden und in Fensterfälzen
  • Ausdünstungen von Klebern unter den Bodenbelägen
  • Kleiderschränke und Schubladen
  • Abgestandene, dicke Luft in innenliegenden Räumen und Räumen ohne Fenster
  • Muffige Vorhänge, Teppiche und Polstermöbel.
  • Gerüche von Haustieren deren Futter.
  • Verdorbene Lebensmittel
  • Kunststoffe, Folien, Plastiktüten
  • Wasserschäden
  • Mäuse und Ratten – und deren Hinterlassenschaften
  • Kadaver (Vögel, Käfer, Insekten, Igel, Fledermäuse)
  • Staub auf der Rückseite der Heizkörper
  • Kot an den Schuhsohlen
  • Rumpelkammern und Messie-Wohnungen
  • Secondhand-Möbel und Antiquitäten
  • Parfüms, Raumsprays, Haarsprays, Deodorants
  • Holzschutzmittel, Farben und Lacke
  • Übelriechende Zimmerpflanzen
  • Muffige Schuhe
  • Verschwitzte, muffige Matratzen
  • Staubansammlungen unter, neben oder hinter dem Bett
  • Umluft-Lüftungsanlagen
  • Abluft von Nachbarwohnungen
  • Pollen

Tipps für die Einrichtung

Um eine Querlüftung zu gewährleisten, sollte jeder Raum mindestens zwei Fenster besitzen. Da dies meist nicht der Fall ist, kann die Luft beim Lüften nicht richtig zirkulieren. Vor allem in den Ecken findet sehr wenig Luftwechsel statt. Sind die Ecken zusätzlich mit Schränken verstellt oder gar verrümpelt, können sich hier muffige Zonen bilden. Daher ist es ratsam, sie so zu gestalten, dass die Luftzirkulation nicht behindert wird. Glatte Flächen erleichtern die Pflege. Geschlossene Schränke sind nicht unbedingt von Vorteil. Zwar sind sie weniger staubanfällig als offene Regale, aber innerhalb der Schränke und Schubladen beginnt es leicht zu müffeln. Eine Lösung sind zum Beispiel Schubladen und Schranktüren mit Grifflöchern. Wie bereits erwähnt, ist weniger mehr – nicht nur aus optischen Gründen, sondern weil weniger Gegenstände vorhanden sind, die Gerüche abgeben. Je vollgestellter ein Raum ist, umso „dicker“ wird die Luft. Öle und Wachse, die natürliche Aromastoffe enthalten, können die Ausdünstungen von Parkettböden, Linoleum und Holzmöbeln verbessern. Bereits lackierte Holzoberflächen können zusätzlich mit einem Hartwachs eingerieben werden.

5 Tipps für die Luftverbesserung

  1. An erster Stelle steht natürlich das Lüften, das mindestens zweimal täglich erfolgen sollte. Berufstätige Menschen, die nicht zu Hause arbeiten, schaffen es oft nur am Abend, wenn sie nach Hause kommen. Gekippte Fenster bringen so gut wie gar nichts. Die Fensterbretter dürfen weder komplett verstellt noch verhangen sein, damit man mindesten einen Flügel pro Fenster zur Gänze öffnen kann. Wenn man erst zwei Vorhänge beiseite ziehen und 4 Pflanzentöpfe entfernen muss, um Luft hereinzulassen, wird auf das Lüften gerne verzichtet. Oft sind die Flügel zu breit und ragen daher beim Lüften zum weit in den Raum hinein.
  2. Zweitens ist Sauberkeit ein wichtiger Faktor, um die Luft zu verbessern. Dazu gehört ein effizienter Staubsauger, der den Staub nicht in den Raum zurückbläst.
  3. Bei hartnäckigen Gerüchen (zum Beispiel nach Todesfällen oder in Messiewohnungen) ist eine professionelle Desinfektion zu empfehlen, die von verschiedenen Firmen angeboten wird. Hierfür wird meist Ozon, sterilisiertes Wasser und technischer Sauerstoff verwendet.
  4. Im Handel sind zahlreiche technische Geräte erhältlich, auf die hier im Detail nicht eingegangen werden kann. Sie reichen von einfachen Luftentfeuchtern bis zu Ionisierungsgeräten und Luftfilteranlagen.
  5. Außerdem im Handel: Absorbersprays, die Gerüche nicht übertünchen, sondern neutralisieren.
https://www.youtube.com/watch?v=P-FUBgCMfWE

Einfache Hausmittel in Stichworten

  1. Essig mit Wasser aufkochen und im Raum aufstellen
  2. Räuchern mit hochwertigen Naturstoffen (bitte keine synthetischen Räucherstäbchen!)
  3. Ätherische Öle
  4. Salz
  5. Kaffeepulver
  6. Backpulver
  7. Natron
  8. Kerzen
  9. Ionisierung mit Salzkristallblöcken
  10. Orangenschalen auf heiße Herdplatte oder Heizung legen
  11. Luftreinigende Zimmerpflanzen
  12. Potourri
  13. Edelstahlseifen
  14. Duftkissen, Duftsträuße und Blumen

Zum Weiterlesen:

Die 5 hartnäckigsten Geruchsfallen in Ihrer Wohnung

Hausmittel gegen schlechte Gerüche im Haus

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Irmgard Brottrager
Über Irmgard Brottrager 778 Artikel
Irmgard Brottrager ist Dipl.Ing. für Architektur und Innenarchitektur, Fachredakteurin und Fengshuiberaterin in Graz. Sie beschäftigt sich vorzugsweise mit Aufgaben, die mit dem Menschen und seinem Umfeld zu tun haben. Irmgard erreicht ihr unter i.brottrager@everyday-feng-shui.de

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