Dicke Luft? Eine Messung schafft Klarheit!

Die Luftqualität in Innenräumen hängt von vielen Faktoren ab. Um herauszufinden, wie hoch die Schadstoffbelastung ist und welche Schadstoffe sich in der Luft befinden, stehen spezielle Messgeräte zur Verfügung.

Wie gut ist die Luftqualität bei mir zu Hause? Ein Messgerät verschafft Klarheit!
Wie gut ist die Luftqualität? Ein Messgerät verschafft Klarheit! (Foto: Zappys Technology Solutions / flickr CC BY 2.0)

Aerosole:

Als Aerosole bezeichnet man Gase, die feinste Teilchen von festen, flüssigen oder anderen gasförmigen Substanzen enthalten. Sie können die Weitsicht einschränken und dafür sorgen, dass der Horizont wie verschleiert wirkt. Wenn die Luft viel Feuchtigkeit enthält, spricht man von Wasserdampf, Dunst oder Nebel. Die Anzahl der Teilchen ist wenig aussagekräftig. Man muss auf jeden Fall zwischen Wasserteilchen, natürlichen Aerosolen und Fremdkörpern unterscheiden. Der Begriff ist an sich neutral, denn es ist normal, dass die Luft nicht nur aus Stickstoff (78,1%), Sauerstoff (21%) und Argon (0,9%) besteht. Leider wird die Luft meist nur auf bestimmte Stoffe untersucht, während Substanzen, die vielleicht wirklich gefährlich sind, unentdeckt bleiben. CO2 und andere Spuren-Gase machen zusammen nur rund 0,03% aus.

CO2:

CO2 ist per se nicht gesundheitsschädlich, sondern wichtig für die Photosynthese der Pflanzen. Das geruchlose und unsichtbare Gas ist ein natürlicher Bestandteil unserer Atemluft und nicht verzichtbar, denn er spielt eine Rolle bei der Steuerung von körperlichen Funktionen. Normalerweise enthält die Ausatemluft eines Menschen zirka 78% Stickstoff, 17% Sauerstoff, 4% CO2 und 1% andere Bestandteile. Wenn sich viele Menschen in einem Raum befinden, nimmt der Sauerstoffgehalt ab, während der CO2-Gehalt zunimmt. Die Folgen können Befindlichkeitsstörungen wie Müdigkeit, Benommenheit, Schwindel, Kopfschmerzen und mangelnde Konzentrationsfähigkeit sein. Daher sollte die CO2-Konzentration nicht zu hoch werden. Um zu überprüfen, wie „verbraucht“ die Luft ist, kann man eine CO2-Messung durchführen. Hierbei ist zu beachten, dass die am Markt erhältlichen Geräte ganz unterschiedlich funktionieren. Meist wird das CO2 nicht direkt gemessen, sondern vom VOC-Wert abgeleitet.

Foto: Carbon Visuals / flickr CC BY 2.0
Foto: Carbon Visuals / flickr CC BY 2.0

VOC (Volatile Organic Compounds):

Flüchtige organische Verbindungen sind zum Beispiel Kohlenwasserstoffe, Alkohol, Aldehyd und organische Säuren – oft mit Gerüchen verbunden. Als TVOC bezeichnet man die Summe von allen VOC.

IAQ:

IAQ ist die Abkürzung für „Indoor Air Quality“ beziehungsweise Innenraum-Luftqualität. Zu den Luftschadstoffen zählen Ausdünstungen von Menschen, Tieren und Materialien – eventuell auch aufdringliche Gerüche von Pflanzen, Verbrennungsrückstände, Staub, Dämpfe von Lösungsmitteln und Chemikalien sowie VOC. IAQ-Messgeräte messen verschiedene Qualitätsparameter der Raumluft wie Luftfeuchtigkeit, Temperatur, Feinstaub, CO2-Gehalt, Luftdruck, Elektrosmog, Aerosole, Keime, Pollen und Gerüche.

Link-Tipp zum Thema Luftqualität: Raumluft verbessern – gesünder Leben

Negative Ionen:

Negativ geladene Ionen (Anionen) sind Atome, die mindestens ein zusätzliches Elektron enthalten. Dieses überschüssige Elektron kann positive Ionen einfangen und neutralisieren. Negative Ionen fördern unsere Gesundheit, während sich positive Ionen schädlich auswirken können. In der Natur ist das Verhältnis ziemlich ausgewogen, wobei sich negative Ionen hauptsächlich in Bergregionen, im Wald und am Meer befinden. Wie negative Ionen wirken, könnt ihr hier nachlesen: Die Vorteile von negativen Ionen.

Allergene:

Allergene, die in der Luft enthalten sind, können Heuschnupfen und Asthma auslösen. Zu den häufigsten Allergenen zählen Pollen, Hausstaubmilben, Schimmelsporen und Tierhaare. Auch diverse chemische Substanzen können die Atemwege reizen. Die meisten Allergene in der Luft lassen sich einfach mit Hygienemaßnahmen reduzieren.

Viren in der Raumluft:

Wenn man sich die Beschreibungen von diversen Anbietern von Raumluft-Messgeräten ansieht, kommen leise Zweifel auf. Wie wir inzwischen wissen, ist es alles andere als einfach, die Existenz von Viren nachzuweisen, weil sie im Gegensatz zu Bakterien und Pilzen keine „winzigen Tierchen“ sind und daher nicht isoliert betrachtet werden können. Viren sind keine Partikel, die man wie Staubkörner zählen und messen könnte. Anbieter, die behaupten, sie könnten die Partikel-Belastung der Raumluft bis zur Größe von Viren ermitteln, sind mehr als fragwürdig. Grundsätzlich kann man davon ausgehen, dass die Luft umso verschmutzter ist, je mehr herumschwebende Partikel sich in einer bestimmten Messeinheit befinden. Man spricht ja nicht zufällig von „dicker“ Luft. Allerdings sagt das Vorhandensein von Staubpartikeln nichts über die chemische Qualität der Luft aus.

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Über Johanna Fritz 77 Artikel
Johanna ist freiberufliche Grafik-Designerin und Künstlerin. Sie berät das Team von Everyday Feng Shui bei der Website-Gestaltung und unterstützt bei redaktionellen Themen rund ums Wohnen und Einrichten. Johanna ist unser "Stil-Guru" und ihr erreicht sie unter j.fritz@everyday-feng-shui.de

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