2018 – der März in Zahl3n

In der Kürze, so weiß der Volksmund, liegt die Würze. „Stimmt!“ muss ich im Rückblick auf den letzten Monat zustimmend sagen. Die 28 Tage hatten es wahrlich in sich. Da lässt uns der März schon ein wenig mehr Zeit, um das zu tun, was er gerne von uns sehen möchte.

© Bodo Trieb

Und das ist gut so. Es gibt nämlich viel zu tun. „Warten wir’s ab!“ mögen einige an dieser Stelle einwerfen. Das sind dann die, die in die Falle des neuen Monats tappen. „Packen wir’s an!“ sagen die anderen, die die Zeichen der Zeit erkannt haben.

Wahrlich, es wird viel zu tun geben im neuen Monat, der Zahl3nkreis legt Zeugnis davon ab. In den diversen kleinen roten Kreisen steht das, was uns der März aufträgt. Doch schauen wir zunächst, unter welchem Motto die nächsten 31 Tage stehen.
Auch wenn sie nicht ‚persönlich‘ auftritt, so gibt doch die Fünf das Thema des Monats vor. Diese Zahl treffen wir in vielen Kulturkreisen an, z.B. beschreibt die taoistische Weltanschauung Mensch, Zeit und Raum mit den fünf Wandlungsphasen Feuer, Erde, Metall, Wasser, Holz. Der Buddhismus kennt keine zehn Gebote, sondern fünf Verbote (nicht stehlen, nicht lügen, nicht wollüstig sein, keinen Alkohol trinken, nicht töten), im Islam sind die Gläubigen angehalten, fünf Grundpflichten zu erfüllen, wovon eine in der täglichen Verrichtung von fünf Gebeten besteht. Konfuzius hielt die fünf moralische Qualitäten Zuverlässigkeit, Pflichtgefühl, Humanität, Weisheit und die Teilnahme an gemeinschaftlichen Zeremonien für unverzichtbar. Die Fünf begegnete uns ganz aktuell bei den fünf olympischen Ringen, die für die fünf Kontinente stehen, die sich an den Spielen beteiligen.

Wenn wir begreifen, welche gemeinsame Bedeutung die Fünf in den verschiedenen Kulturkreisen hat, haben wir auch gleich das Wesen dieser Zahl erfasst. Es geht darum, die Quintessenz zu erfassen. Es geht um das Begreifen, was hinter den Dingen steckt. Wir verschaffen uns den Über- oder gar Durchblick, womit wir den ersten Schritt gemacht haben. Mit dem Erkennen, dass das gemeinsame, übergreifende Thema in allen Kulturkreisen das Leben in einer Gemeinschaft ist, nimmt uns die Fünf in die Verantwortung, unser Wissen und unsere Fähigkeiten menschlich und menschenfreundlich einzusetzen, zu helfen und zu unterstützen. Es geht um uns als Individuum einerseits und um das soziale Gefüge, in dem wir leben, zu dem wir gehören, und welches wir zum Wohle aller prägen und formen sollen, andererseits.

Darauf näher eingehend fordern uns die Zahl3n auf, uns in unserem Umfeld genau umzusehen. Ob ich mich im Kreise meiner Lieben beobachte, oder ob ich mir den Umgang mit meinen Nachbarn, mit dem Briefträger oder dem Bürgermeister betrachte, spielt keine Rolle. Ich muss mir anschauen, wie ich mich anderen gegenüber verhalte. Gleichzeitig muss ich mir aber auch eingehend die andere Richtung betrachten, nämlich: was erlaube ich anderen, was lasse ich zu, wie andere Menschen mit mir umgehen.

Ziel ist im einfachsten Fall „leben und leben lassen“, gegenseitige Akzeptanz. Ein wohlwollendes Miteinander und gemeinsames Wachstum sind auf jeden Fall wünschenswerter.

Jede Form von Beziehung braucht Abstand. Abstand heißt nicht ‚ignorieren‘, Abstand heißt ‚unvoreingenommen betrachten‘. Abstand heißt nicht ‚Mit-leiden‘, Abstand heißt ‚Mit-fühlen‘. Diese Form des Abstandes, die wir durchaus als gesund bezeichnen dürfen, bildet das Fundament, auf dem wir gut durch den Monat kommen. Der Abstand, den ich zu anderen habe möchte, den ich von anderen einfordere, schafft mir den Freiraum, den ich für mein Denken und mein Handeln brauche. Damit kommt gesunder Menschenverstand ins Spiel, damit bringe ich ‚Kopf‘ und ‚Bauch‘ unter einen Hut, damit kann ich planen, organisieren, delegieren und dirigieren.

An dieser Stelle kommen wir nicht umhin, uns auch die Person näher zu betrachten, die die anderen betrachten soll. Der Umgang mit uns selbst ist ebenfalls Thema in diesem Monat. Die Frage“wie gehe ich mit mir selbst um?“ gibt erschöpfend Auskunft. Am ehesten aber dann, wenn ich auch zu mir selbst einen gesunden Abstand habe. Unglücklicherweise kann ich auch bei der Selbstbetrachtung den Blick durch farbige Brillen verklären. Ist das Ziel, für das wir uns einbringen wollen, auch noch so nobel, ist es dennoch kontraproduktiv, wenn wir uns dabei selbst vernachlässigen, uns selbst verleugnen oder gegen uns selbst und unsere eigenen Interessen handeln.
Wir wissen, was zu tun ist? Ich denke, ja.

Abstand verschafft Übersicht, Abstand schafft Nähe. Gut, dass wir den März haben.
Bodo Trieb

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