Das Energiefeld des Menschen: Kirlianfotografie und unsere Aura

Das klassische Feng Shui beschäftigt sich viel mit dem so genannten Qì bzw. Chi, das in Japan auch als Ki oder in Korea als Gi bezeichnet wird. Wörtlich übersetzt bedeutet es so viel wie Luft, Dampf, Hauch, Äther sowie Temperament, oder auch Kraft und Atmosphäre. Ein wirkliches sprachliches Äquivalent dazu gibt es jedoch in keiner europäischen Sprache. Wenn Feng Shui Experten von Chi sprechen, dann meinen sie so etwas wie „the living spirit“, eine Kraft oder eine Energie, die uns am Leben hält oder die uns durchdringt bzw. „durchfließt“. Diese Vorstellung basiert auf den Lehren des Daoismus.

Frau voller Lebensenergie (Foto: Łukasz Strachanowski)
Frau voller Lebensenergie (Foto: Łukasz Strachanowski)

Wir wollen uns nicht den Vorwurf machen lassen, nun vollends der Esoterik oder dem Mystizismus verfallen zu sein. Deswegen sei vorweg geschickt, dass diese ominöse Energie „Chi“ nicht stofflich vorhanden ist, zumindest bisher noch nicht mit modernen Messgeräten wissenschaftlich nachgewiesen werden konnte. Der Energiefluss und das Chi wird von vielen Feng Shui Beratern vielmehr als Erklärungsmodell verwendet, um komplexe Zusammenhänge der Wirkungsweise zwischen Mensch und Umwelt zu beschreiben und zu veranschaulichen.

Im Zusammenhang mit der traditionellen chinesischen Medizin wird Chi als die generelle Lebensenergie einer Person angesehen. Grundprinzip jeder Therapieform in der chinesischen Medizin ist es, das Chi in seinen natürlichen ausgeglichenen Zustand zu bringen. Krankheit wird also als Produkt der Unterbrechung des harmonischen Energie-Flusses angesehen. Manche Menschen sind der Auffassung, dass sie bei anderen Personen erspüren können, in welchen Bereichen des Körpers Blockaden oder gesundheitliche Probleme bestehen.

Verschiedene wissenschaftliche Strömungen haben immer wieder versucht, das Chi-Konzept in die moderne Wissenschaft zu integrieren. Dies geht jedoch in den meisten Fällen mit einer Simplifizierung daoistischer Denkweisen einher, die davon ausgehen, dass Chi in erster Linie metaphysischer Natur ist.

Laubblatt vor und nach der Kirlianfotografie
Laubblatt vor und nach der Kirlianfotografie

Gerne wird zum Beispiel das Chi mit der eher westlich geprägten Vorstellung von „Aura“ in Verbindung gebracht. Dieser Entwicklung Vorschub geleistet hat eine Entdeckung des ukrainischen Ehepaars Valentina und Semjon Kirlian. Diese hatten 1937 ein besonderes fotografisches Verfahren entwickelt, das als Kirlianfotografie bekannt geworden ist.

Bei der Kirlianfotografie, die auch als Koronaentladungsfotografie bezeichnet wird, werden Entladungen elektrischer Spannungen um Materie herum auf lichtempfindlichem Fotopapier oder einer fotografischen Platte festgehalten. Auf diese Weise entstehen phantastische Bilder, die den Anschein erwecken, um die fotografierten Gegenstände herum befände sich eine Art Aura. Russische Wissenschaftler haben jüngst mit dieser Form der Fotografie weiter herumexperimentiert und sind dabei auf ein erstaunliches Phänomen gestoßen.

Die Korona eines menschlichen Leichnams, dessen „Aura“ mit Hilfe von Kirlianfotografie aufgenommen wurde, verändert sich in Abhängigkeit von Todeszeitpunkt und Todesart. Auch eine Obduktion und die Entfernung eines Organs nach dem Tode hinterlässt deutliche Spuren auf der Fotoplatte. Die Wissenschaftler stellten sich nun die Frage, wie dieser Zusammenhang zustande kommt. Gibt es doch so etwas wie eine Lebensenergie, die uns durchdringt oder gar umgibt und die physikalisch messbar ist?

Für weitere Einzelheiten dazu könnt ihr euch folgende vierteilige Dokumentation ansehen. Glaubt ihr an eine physische Form des Chi Flusses? Oder daran, dass es tatsächlich eine Aura um Menschen herum gibt? Wir sind neugierig, wie ihr darüber denkt. Schreibt uns eure Meinung als Kommentar zu diesem Beitrag!

Video: Das Energiefeld des Menschen (Teil 1)

Video: Das Energiefeld des Menschen (Teil 2)

Video: Das Energiefeld des Menschen (Teil 3)

Video: Das Energiefeld des Menschen (Teil 4)

Quellen:
spiegel.de – Menschliche Aura entsteht im Gehirn
gizmodo.com.au – Photography Through Electrocution
epochtimes.de – Lebensenergie im Fluss

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Über Long Wang 322 Artikel
Meister Long Wang ist seit 2007 Teil des Everyday Feng Shui Redaktionsteams und bereichert seither als Experte für Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) mit seiner fernöstlichen Perspektive auf die Welt unsere Plattform. Zu erreichen ist er unter l.wang@everyday-feng-shui.de

2 Kommentare

  1. Ein paar Gegenfragen:

    Wie würde man einen Menschen behandeln, der nach klinischen Maßstäben tod ist, aber noch eine starke „Kilian-Aura“ hat? Es scheint ja so, als ob das nicht der Fall sein kann, aber was WÄRE, wenn es doch einmal vorkommen sollte?

    Würde man ihn vielleicht nicht begraben? Ich denke nicht.

    Wie würde man einen Menschen behandeln, der offensichtlich lebendig ist, aber keine Kilian-Aura hat?

    Würde man annehmen, dass er eine Art Roboter ist? Würde man ihn töten? Ich denke nicht.
    Es gibt Leute, die sagen rothaarige Menschen hätten keine Seele. (Ich nicht!) Tatsächlich kann niemand beweisen, dass sie eine Seele haben, aber kein vernünftiger Mensch würde sie deshalb schlechter behandeln.

    Für mich besteht deshalb Leben aus *Beziehungen*, die Wesen bzw. „Objekte“ zueinander haben oder nicht und nicht aus einem bestimmten Stoff, der Leben ausmacht.

  2. Guten Tag,
    ich wollte sie fragen, was es kostet bei Ihnen 2-3 Kirlianfotografie machen zu lassen?
    Vielen Dank.
    MfG
    P.Schmid

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