Bettwanzen: Tierisch unangenehme Bettgenossen

Die meisten kleinen Krabbeltiere wie Käfer oder Spinnen sind für uns Menschen eigentlich vollkommen harmlos. Wirklich gern gesehen sind sie dennoch nicht. Lästig sind alle, die piksen oder stechen wie Mücken oder Wespen. Aber mehr als unangenehm wird es, wenn die kleinen Tierchen zubeißen, während wir schlafen.

Bettwanzen können ganz schön unangenehme Zeitgenossen sein
Bettwanzen können ganz schön unangenehme Zeitgenossen sein (Foto: Medill DC)

Bettwanzen machen es genau so. Sie kommen nachts aus ihren Verstecken, um sich über ihr schlafendes „Opfer“ herzumachen. Natürlich stellt sich die Sachlage aus Sicht der Bettwanze anders dar. Sie ist nur wenige Millimeter lang. Der im Bett schlafende Mensch ist für sie also wohl kaum ein Opfer, sondern schlicht ihre Nahrungsquelle. Sie sticht in die menschliche Haut, um Blut zu saugen.

Überraschung am Morgen

Unangenehm ist das am nächsten Morgen, denn die kleinen Stiche können stark jucken. Manche Menschen reagieren auch allergisch auf den Speichel der Bettwanzen. Hautreaktionen oder Asthmaanfälle können die Folge sein. Das Problem: Die Tiere sind am Tage kaum zu finden. Sie sind nachtaktiv und ruhen tagsüber in dunklen Ritzen, Spalten oder anderen versteckten Winkeln. Zudem sind die Tierchen sehr klein.

Bettwanzen-Stiche können teils heftige Hautreaktionen auslösen
Bettwanzen-Stiche können teils heftige Hautreaktionen auslösen (Foto: hiroo yamagata)

Nun könnte man meinen, Bettwanzen lebten nur an besonders unhygienischen Orten oder weit weg auf anderen Kontinenten. Damit wäre also praktisch ausgeschlossen, dass diese Parasiten das eigene Bett befallen könnten. Doch diese Annahme scheint leider in den vergangenen Jahren gründlich widerlegt worden zu sein. Schädlingsbekämpfer registrieren jedenfalls aktuell eine steigende Zahl von Einsätzen gegen Bettwanzen – und zwar in allen Bevölkerungsschichten.

Wenn Wanzen wandern

Hintergrund scheint unsere Reisefreude zu sein. Denn nicht immer bleiben die lästigen Wanzen ihrem Bett treu. Sie können durchaus mit dem Schlafanzug oder der Bettwäsche verreisen – also vom Hotelzimmer am Urlaubsort bequem im Koffer bis in unser heimisches Schlafzimmer.

Viele Menschen fangen sich Bettwanzen auf Reisen ein
Viele Menschen fangen sich Bettwanzen auf Reisen ein (Foto: diaper)

Bettwanzen galten bis vor einigen Jahren hierzulande quasi als ausgerottet. Kein Wunder, war man doch den Parasiten mit dem Gift DDT zu Leibe gerückt. Doch zum einen entwickelten die Tiere Resistenzen. Zum anderen stellte sich DDT, das lange als Pflanzenschutzmittel im Einsatz war, als gesundheitlich gefährlich heraus und wurde in den 1970er Jahren verboten.

Heute finden Bettwanzen beste Bedingungen, um bequem von einem Ort zum anderen zu kommen. Denn das geschieht nicht nur über das Reisegepäck. Bettwanzen können auch in Lieferwagen sitzen und sich dann in oder an den Gegenständen verstecken, die ausgeliefert werden. Das können Möbel, aber auch alle möglichen anderen Dinge sein.

Verstecke gibt es überall

Experten raten dazu, alle gebraucht erworbenen Waren gründlich auf Bettwanzenbefall zu untersuchen. Die kleinen Tierchen können sich praktisch überall verstecken: CD-Hüllen, Bücher, Bilderrahmen, Kleidung oder Möbelstücke bieten den Wanzen dunkle Lücken und Ritzen als Aufenthaltsort. Schafft es ein befruchtetes Weibchen von einem Ort zum anderen, kann sich daraus eine komplette neue Bettwanzenbevölkerung entwickeln.

Eine Bettwanzenfalle kann Abhilfe schaffen. In akuten Fällen hilft nur noch der Kammerjäger
Eine Bettwanzenfalle kann Abhilfe schaffen. In akuten Fällen hilft nur noch der Kammerjäger
(Foto: David Cain)

Fachleute raten naturgemäß dazu, Bettwanzen professionell vom Kammerjäger bekämpfen zu lassen. Wahrscheinlich ist das tatsächlich die beste Wahl, wenn solch ein Einsatz auch recht teuer werden kann. Denn die Tiere sind nicht nur sehr klein, sondern auch widerstandsfähig. Auf Reisen sollten übrigens Betten und Matratzen untersucht werden: Wo sich dunkle Punkte finden, könnten Bettwanzen nicht weit sein. Sie hinterlassen ebensolche Kotspuren. Ein paar nützliche Hinweise zum Thema gibt das Umweltbundesamt. Übrigens: So lästig Bettwanzen sind, als Krankheitsüberträger gelten sie jedenfalls nicht.

Quelle:

www.focus.de – Der Feind in meinem Bett

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Über Astrid Albrecht-Sierleja 157 Artikel
Astrid Albrecht-Sierleja verfügt als langjährige Malerin und Lackiererin über ausgesprochen praxisorientiertes Wissen und kennt als Produkt-Designerin die Vielfalt gestalterischer Möglichkeiten im Wohn- und Arbeitsbereich. Astrid erreicht ihr unter a.albrecht@everyday-feng-shui.de

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