Ein geomantischer Ausflug zum Stift Rein

Das imposante Zisterzienser-Kloster in der Nähe von Graz hat eine lange Geschichte und versteht sich seit jeher als Zentrum der Kultur. Besucher sind herzlich willkommen. Schaut also gerne REIN!

Foto (C) Irmgard Brottrager
Foto (C) Irmgard Brottrager

Wer das Kloster besichtigen möchte, sollte sich reichlich Zeit nehmen, um tief in die Geschichte einzutauchen. Denn die Anlage ist riesig. Es handelt sich nicht um irgendeine Ordensgemeinschaft, sondern um das älteste Zisterzienser-Stift der Welt, das seit 1129 ununterbrochen besteht. Derzeit sind nur noch wenige Mönche übrig, die hier leben und ihren Dienst verrichten. Der Betrieb kann nur noch mit zahlreichen Mitarbeitern aufrechterhalten werden. Im Jahr 2014 wurden nach zehnjähriger Arbeit die Restaurierungsmaßnahmen abgeschlossen, die rund 3,1 Millionen Euro verschlungen haben.

Die Sanierung wurde mit kommunalen Gelder finanziert

Die Öffnung des Hauses für die Öffentlichkeit ist eine logische Konsequenz, nachdem der Eigenbedarf der Mönche kontinuierlich zurückgeht und nur ein kleiner Teil der Sanierungskosten von der zuständigen Diözese Graz-Seckau getragen wurde. Der große Rest kommt vom Land Steiermark, von der Stadt Graz und von den umliegenden Gemeinden. Also von Steuerzahlern, die nicht gefragt wurden, ob sie mit der Verwendung ihrer Gelder für kirchliche Zwecke einverstanden sind. Der Vollständigkeit halber sollen auch private Spendengelder erwähnt sein, die freiwillig gewährt wurden. Das Bauwerk präsentiert sich heute vorrangig als historisches und kunstgeschichtliches Museum. Die Besucher geben sich gar keine Mühe, andächtig zu wirken, sondern sind an den prachtvollen Kunstschätzen interessiert. Fast täglich kommen Neugierige in Bussen angefahren, rund 10.000 Menschen pro Jahr.

Sehr unterschiedliche Energien

Von Graz kommend wirkt die Beckenlandschaft im „Reiner Feld“, die sich Richtung Osten öffnet, sehr entspannend und erfreut mit lieblichen Energien. Sehr im Kontrast zu den Gemeinden Gratwein und Gratkorn, die unharmonisch und stressig wirken. Die leicht erhöhte Lage des Klosters mit mehreren Hügeln im Rücken und zwei Bächlein an der offenen Seite entspricht perfekt Feng-Shui-Regeln. Je mehr man sich dem Gebäude nähert, umso mehr wird der Burg-Charakter offenbar. Die Baukörper sind allseitig von massiven Befestigungsmauern umgeben, die mit ihren Schießscharten und vergitterten Toren wenig einladend wirken.

Auch in den Höfen kommt keine erleichterte Stimmung auf, sondern man fühlt sich trotz der Größe der Anlage wie in einem engen Gefängnis. Das Kloster wurde rigide nach einem Idealplan errichtet und lässt keinen Spielraum für eine individuelle Lebensgestaltung. Alles ist strengen Regeln unterworfen. Wer hier leben möchte, muss sich unterordnen und gleichschalten lassen. Besonders unangenehm fiel der Geruch in der bombastischen Basilika auf, der eher an eine Hölle erinnert als an einen „Himmel auf Erden“ (Titel eines Bildbandes, der über das Stift erschienen ist). Sehr berührende Energien der irdischen Art wurden in den Wirtschaftstrakten empfunden, die noch aus dem Mittelalter stammen. Die Fassaden wurden leider fast zu Tode saniert und sehen zu neu aus. Das feuchte Mauerwerk unter der frischen Schminke bröckelt schon wieder.

Geschichtliche und kunsthistorische Bedeutung

Der Gründer des Stiftes, Markgraf Leopold, gilt zugleich als erster Landeshauptmann der Steiermark. Seine Überreste wurden während der Sanierungsarbeiten in einem Grab unter dem Stift gefunden. Zwar weiß man nicht mit hundertprozentiger Sicherheit, wer der Begrabene ist, aber man geht davon aus, dass es der Stifter ist. Im Todesjahr gab es noch kein fertiges Bauwerk, sondern bestenfalls eine Bauhütte. Die heutige Stiftsbasilika stammt aus der Barockzeit und wurde statt der ursprünglichen Kirche errichtet, die im romanischen Stil gebaut war. Der Baukomplex besitzt insgesamt 6 Höfe und einen riesigen, umfriedeten Stiftsgarten, der leider ziemlich ungenutzt aussieht.

  • Bibliothekshof
  • Stiftshof
  • Konventhof
  • Oberer Hof (Wirtschaftshof) mit romanischer und gotischer Formensprache
  • Mittelalterlicher Konventhof
  • Unregelmäßiger Hof zwischen Kloster und Wirtschaftstrakt
Foto (C) Irmgard Brottrager
Foto (C) Irmgard Brottrager

Kraftplatz-Erlebnisse für Jedermann

Es ist wünschenswert, dass die Pforten des Klosters weiter geöffnet werden und mehr öffentliche Einrichtungen Platz finden. Vieles wird bereits geboten, aber es wäre noch mehr möglich.

  • Die freie Besichtigung der Wehrmauer, der Höfe, der Basilika und des nahe gelegenen Stiftswaldes.
  • Täglich zwei Führungen durch das Gebäude.
  • Eine Schule und ein Kindergarten. Früher war rund 20 Jahre lang ein Institut der Technischen Universität Graz untergebracht unter der Leitung des Kunstmalers Giselbert Hoke. Von Hoke stammen auch die Fresken in der Abt-Kapelle in Stift Rein.
  • Eine wertvolle mittelalterliche Bibliothek mit uralten Büchern und Schriftdokumenten (rund 100.000 Bände, 400 Handschriften).
  • Künstlerische Veranstaltungen: Ausstellungen und Konzerte.
  • Ein Klosterladen.
  • Eine Stiftstaverne in unmittelbarer Nähe.
  • Radwege und ein Reithof in der Nähe.
  • Klausurtage für Männer, die ein paar Tage im Kloster leben möchten.
  • Wanderwege im benachbarten Wald, die an zwei Kapellen, einem Bildstock,  urigen Felsbrocken und großen Halbhöhlen vorbeiführen.
  • 5 voll ausgestattete Prunksäle und 2 weitere Säle für Großveranstaltungen, die gemietet werden können.
  • Historisches Museum der Geschichte von Rein, Graz und der Steiermark.
  • Reichlich Baukunst, Kunsthandwerk und Kunst am Bau.
  • HOKE-Saal im Bundesgymnasium Rein.
  • Teilnahme am Mittagsgebet der Mönche.

(Unbeauftragte Werbung für Geomantie und das Stift Rein.)

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Irmgard Brottrager, Dipl.Ing. für Architektur und Innenarchitektur,

Ganzheitliche Raum-Gestaltung und Europäisches Fengshui 

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Literatur-Übersicht

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Geomantie.Netzwerk Graz + Umgebung

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