Essen wir zu wenig oder zu viel Salz?

Viele Ernährungsexperten behaupten, dass zu viel Salz schädlich sei und am besten überhaupt weggelassen sollte. Andere wiederum propagieren, dass wir viel zu wenig Salz essen und daher Mineralstoffe fehlen. Was ist nun richtig?

Kristallsalz, Foto (C) Kevin Dooley / flickr CC BY 2.0
Kristallsalz, Foto (C) Kevin Dooley / flickr CC BY 2.0

 

Natürlich geht es nicht nur um das richtige Maß, sondern auch darum, welche Art von Salz man zu sich nimmt. In raffiniertem Kochsalz sind keine natürlichen Nährstoffe enthalten. Übliches Kochsalz ist eine chemische Substanz, die ausschließlich aus Natriumchlorid besteht. In natürlichen Salzen hingegen ist eine breite Palette von weiteren Mineralstoffen enthalten. Fast alle industriellen Nahrungsmittel sind mit Kochsalz versetzt – um nicht zu sagen verseucht. Jedes natürliche Salz kommt ursprünglich aus dem Meer, auch wenn es in den Bergen abgebaut wird.

 

Salz ist sehr ungesund!

Zu viel Salz kann zu Bluthochdruck führen, zu Hitzewallungen, Schwellungen und Schweißausbrüchen. Es wird normalerweise vom Körper ausgeschwitzt oder mit Flüssigkeiten ausgeschwemmt. Wer mehr Salz isst, muss mehr trinken. Sonst kann es zu Wassereinlagerungen kommen. Das Problem ist meist nicht der Salzstreuer neben dem Salat, sondern das viele versteckte und minderwertige Salz, das sich in Brot, Fleisch- und Wurstwaren, Käse, Teigwaren, Gebäck, Suppenbrühen, Senf, Ketchup, Konserven und Fertiggerichten befindet.

 

Salz ist sehr gesund!

Henning Müller-Burzler, Autor des Buches „Auf den Spuren der Methusalem-Ernährung“, beschreibt seinen ganz persönlichen Weg von einem Patienten, der unzählige Unverträglichkeiten und Mangelerscheinungen hatte zu einem kerngesunden Menschen allein durch Umstellung seiner Ernährung. Die Entdeckung, wie wichtig das Salz für die Gesundheit ist, war zwar nur eine von vielen, aber eine ganz grundlegende Erkenntnis. Er hatte sich sehr salzarm ernährt, bevor das Salz ganz bewusst in seinen Ernährungsplan integrierte. Salz gehört zu den lebenswichtigen Elektrolyten. Es ist ganz essentiell für die Bildung der Magensäure, die Blutbildung und den Zellstoffwechsel. Gutes Salz versorgt den Körper mit allen wichtigen Mineralien und intensiviert das natürliche Aroma von Lebensmitteln.

 

Mögliche Mangelerscheinungen bei zu wenig Natrium

Natrium-Mangel kann nicht nur durch eine salzarme Ernährung entstehen, sondern auch durch schweißtreibende Tätigkeiten, Fieber, Durchfall, Erbrechen, Verbrennungen oder einfach durch die Hitze im Hochsommer. Auch wer literweise destilliertes Wasser trinkt, kann Natrium und andere Mineralsalze aus seinem Körper ausschwemmen. Mit folgenden Symptomen ist zu rechnen:

  • Krämpfe
  • Dehydrierung (Austrocknung)
  • Kopfschmerzen
  • Niedriger Blutdruck
  • Schwächeanfälle, Müdigkeit, Erschöpfung
  • Zu wenig Magensäure und daher schlechte Verdauung
  • Muskelschmerzen
  • Verwirrung
  • Übelkeit

 

Fragwürdige Empfehlungen

Die allgemeinen Empfehlungen liegen bei 5 bis 6 Gramm Natrium pro Tag, was eineinhalb Teelöffeln Salz entspricht – wenn man sonst kein Natrium zu sich nimmt. Das klingt extrem viel, denn wer isst schon löffelweise Salz oder füllt täglich seinen Salzstreuer nach? Dieser angebliche Bedarf lässt sich nur zu einem kleinen Teil mit Trinkwasser decken. Ein Liter Wasser enthält zirka 40 Milligramm Natrium. Mit naturbelassenen (nicht gesalzenen!) Lebensmitteln erreicht man keine hohen Natrium-Mengen. Man müsste täglich einen Liter Sauerkrautsaft trinken, um an die empfohlenen Werte heranzukommen – wobei Sauerkraut auch kein natürliches Lebensmittel, sondern gesalzen ist. Der Mindestbedarf wird mit 1,5 Gramm (1500 Milligramm) pro Tag beziffert.

 

Löwenzahn enthält viel natürliches Natrium. Foto (C) Thomas Kohler /flickr BY 2.0
Löwenzahn enthält viel natürliches Natrium. Foto (C) Thomas Kohler /flickr BY 2.0

 

Kulturgemüse enthält (zu?) wenig Salz

Vegane Lebensmittel mit viel natürlichem Natrium sind Sellerie, Mangold, Löwenzahn, Gemüsesäfte, Sauerkraut, Fermente und getrocknete Kräuter. In der folgenden Tabelle lässt sich gut erkennen, dass Wildkräuter wesentlich mehr Natrium enthalten als beispielsweise Basilikum und Feldsalat.

Lebensmittel (Rohkost) Milligramm pro 100 Gramm
Basilikum 9
Brennnessel 80
Brennnesselpulver 441
Brunnenkresse 12
Chlorella 150
Dill 61
Endivien Salat 53
Erbsen grün 2
Feldsalat 4
Fenchel 52
Gojibeeren getrocknet 420
Gurken 8
Karotten 69
Knollensellerie 77 bis 100
Löwenzahn 76
Mangold 213
Melde getrocknet 838
Orangen 1
Petersilie 33
Rote Bete 58 bis 78
Rote Rüben Saft 272
Rucola 26
Sauerkraut 310
Sauerkrautsaft 547
Schnittsellerie 96
Sellerieblätter getrocknet 891
Spinat 79
Spirulina Pulver 848
Süßkartoffel 55
Tomaten 6
Trinkwasser 4
Zitronenmelisse Pulver 123

 

Schlussfolgerung

Die zugeführte Menge an Salz sagt praktisch nichts darüber aus, wie viele Mineralstoffe ein Mensch abbekommt. Isoliertes Natriumchlorid kann dem Körper mehr schaden als nutzen. Stammt das Natrium jedoch aus frischen Wildkräutern, darf es auch ein bisschen weniger sein. Da Salz natürlicherweise nicht in jeder Region vorkommt, muss es auch möglich sein, sich salzarm zu ernähren. Wer jedoch seinen Körper re-mineralisieren möchte, sollte nicht nur Obst und Gemüse essen, sondern gezielt Mineralsalze zuführen.

 

 

 

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Irmgard Brottrager, Dipl.Ing. für Architektur und Innenarchitektur,

Ganzheitliche Raum-Gestaltung und Europäisches Fengshui 

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