Feng Shui Diplomarbeit: Die chinesische Geisteshaltung als alternativer Planungsansatz in der heutigen Stadtplanung

Die Stadtplanerin Dora Kelemen-Heim hat in ihrer Diplomarbeit aktuelle Entwicklungen des Feng Shui und die Übertragbarkeit der Lehre in die heutige westliche Stadtplanung untersucht. Ihre wissenschaftliche Arbeit gibt anhand von narrativen Interviews mit Architekten einen ausgezeichneten Einblick in den Ist-Stand der Feng Shui Anwendungspraxis in Deutschland.

In der XING-Gruppe „Feng Shui Aktuell“ wurde ein interessanter Hinweis gepostet, dem wir gleich einmal nachgehen mussten: Die Stadtplanerin Dora Kelemen-Heim hat bereits 2006 ihre Diplomarbeit zum Thema „Die chinesische Geisteshaltung als alternativer Planungsansatz in der heutigen Stadtplanung“ an der Hochschule Nürtingen, Hochschule für Wirtschaft, Landwirtschaft und Landespflege eingereicht.

Auch wenn sich aus dem Titel der Diplomarbeit nicht unbedingt erschließt, dass sich hinter der „chinesischen Geisteshaltung“ gestalterische Ansätze des Feng Shui verbergen, so offenbart zumindest ein kurzer Blick ins Vorwort, welchen Schwerpunkt die Autorin setzt:

„Die Einflüsse der chinesischen Geisteshaltung haben durch Feng-Shui besonders in den letzten Jahren in den westlichen Kulturraum vermehrt Einzug gefunden. Zunehmend beschäftigen sich Innenarchitekten und Architekten mit dem Thema und bereichern ihre Arbeit durch neue Ansatzpunkte und Lösungsmöglichkeiten. Die vorliegende Diplomarbeit untersucht, inwieweit die chinesische Harmonielehre für die Stadtplanung nutzbar sein kann“.

Diese Aussage scheint bereits den Trend zu bestätigen, welchen wir in unserem Beitrag „Feng Shui als Ausweg aus der Krise der Architektur“ ausgemacht hatten: Durch die stadtplanerische Beliebigkeit und das teilweise sogar anzutreffende architektonische Chaos, welches die letzten 50 Jahre moderne Architektur in unseren Innenstädten hinterlassen hat, suchen immer mehr Architekten und Stadtplaner nach Alternativen und „neuer Harmonie“.

Baugebiet Heising II: Bebauungsplan nach Feng Shui und um 1980
Baugebiet Heising II: Bebauungsplan nach Feng Shui und um 1980 (Quelle: A. Dylla)

Folgende Zusammenfassung lässt den Ansatz von Frau Kelemen-Heim noch deutlicher zu Tage treten:

„Die vorliegende Diplomarbeit setzt sich mit dem Einfluss der Feng-Shui-Lehre und dessen Potential als alternativer Planungsansatz auseinander. Sie beschäftigt sich mit der Fragestellung, ob und wie die ganzheitliche Sichtweise der chinesischen Feng-Shui-Lehre in die heutige, westliche Stadtplanung übertragbar ist. Dabei werden Möglichkeiten und Schwierigkeiten aufgezeigt und diskutiert, die sich bei der Übertragung der Lehre in die heutige Stadtplanung ergeben.“ (Quelle: opus.bsz-bw.de)

Die inhaltliche Gliederung der Diplomarbeit

Inhalt der Diplomarbeit von Dora Kelemen-Heim
Inhalt der Diplomarbeit von Dora Kelemen-Heim

Download Feng Shui Diplomarbeit: Die chinesische Geisteshaltung als alternativer Planungsansatz in der heutigen Stadtplanung (Das Dokument wurde vom Server unter opus.bsz-bw.de gelöscht).

Frau Kelemen-Heim versteht es nicht nur, einen ausgezeichneten Überblick über die philosophischen Hintergründe, die historischen Ursprünge sowie die Grundlagen und verschiedenen Strömungen des Feng Shui zu vermitteln, sondern darüber hinaus auch einen konkreten Bezug zur aktuellen Anwendungspraxis in Deutschland und der westlichen Welt herzustellen.

In narrativen Interviews mit Architekten, die bereits Erfahrungen mit Feng-Shui in der Stadtplanung gesammelt haben, zeigt sich, dass hinter der planerischen Anwendung der Lehre häufig eine sehr individuelle Herangehensweise und Haltung der Architekten steht. Ein Phänomen, auf das man ebenso unweigerlich stößt, wenn man die Herangehensweisen und Schwerpunkte verschiedener Feng Shui Berater vergleicht. Frau Kelemen-Heim kommt am Ende zu dem Schluss, dass die Subjektivität dessen, der plant, bei der Planung eine genauso große Rolle spielt wie die Aufgabe an sich.

Ebenfalls interessant sind die Vorschläge von Frau Kelemen-Heim, die Lehren des Feng Shui in planerische Studiengänge zu integrieren. Hierzu müssen wir jedoch anmerken, dass es für solch einen Schritt noch viel zu früh ist. Zunächst einmal wäre es viel wichtiger, dass sich die wissenschaftliche Forschung, wie etwa Psychologen und Mediziner dem Phänomen Feng Shui widmen. Ohne Grundlagenforschung und ein Grundverständnis für bestimmte Zusammenhänge die Wirkung der Umwelt auf den Menschen betreffend, wird es Feng Shui auch weiterhin schwer haben, von Skeptikern ernst genommen zu werden.

Fazit: Wir empfehlen jedem Feng Shui Interessierten, sich die Diplomarbeit: „Die chinesische Geisteshaltung als alternativer Planungsansatz in der heutigen Stadtplanung“ einmal intensiver zu Gemüte zu führen. Ein besserer Überblick über die aktuellen Entwicklungen des Feng Shui und die Anwendungspraxis in der westlichen Welt wird sich derzeit nur schwer finden lassen.

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