Feng Shui und die fünfte Jahreszeit

Vier Jahreszeiten sind für uns selbstverständlich. Wenn wir von einer „fünften Jahreszeit“ reden, dann meinen wir damit Karneval bzw. Fasching. Im Feng Shui gibt es die fünfte Jahreszeit und diese hat gar nichts mit Schunkeln, Umzügen oder Pappnasen. Die fünfte Jahreszeit dauert gerade an. Erfahren Sie, was dahinter steckt.

Reife Felder sind ein Sinnbild des Spätsommers. Foto: istockphoto / jean-gill
Reife Felder sind ein Sinnbild des Spätsommers.
Foto: istockphoto / jean-gill

 

Das Prinzip der Fünf Wandlungsphasen, die einer der wichtigsten Feng Shui Grundlagen bilden, basiert auf der Beobachtung der Natur und ihrer Zyklen. Sofern es sich dabei um Holz (Pflanze) = Frühling, Feuer (Sonne) = Sommer, Herbst (Nebel) = Metall und Winter (Schnee) = Wasser handelt, scheint die Theorie für uns stimmig zu sein. Doch warum fünf? Wo ist die Wandlungsphase Erde geblieben?

Die Erde steht für die fünfte Jahreszeit, die eine zentrale Stellung im Zyklus des Jahres einnimmt. Sie ist die Zeit der Ernte. Volkstümlich wird sie auch „Altweibersommer“ genannt. Meteorologisch gesehen handelt es sich dabei um „einen Zeitabschnitt gleichmäßiger Witterung im Spätjahr, oft im September, der sich durch ein Hochdruckgebiet, stabiles Wetter und ein warmes Ausklingen des Sommers auszeichnet.“ (Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Altweibersommer). Interessanterweise ist die Bezeichnung keine deutsche Erfindung, sondern kommt in vielen Ländern wie Polen, Ungarn oder Russland ähnlich weiblich vor. Volksetymologisch lässt sich die Herkunft der Bezeichnung sicher erklären, doch steckt dahinter vielleicht noch mehr? Warum gerade „Weiber“?

So wie die Ernte ausfällt, so wird werden die kommenden Monate werden, reich oder arm. Foto: istockphoto / SimplyCreativePhotography
So wie die Ernte ausfällt, so wird werden die kommenden Monate werden, reich oder arm.
Foto: istockphoto / SimplyCreativePhotography

Um den Zusammenhang zu erklären, müssen wir ein wenig in die acht Trigramme des Daoismus eintauchen. Die Erde in der Position des Spätsommers wird dem Trigramm KUN zugeordnet. Das Trigramm besteht aus drei gebrochenen Linien und symbolisiert das stärkste Yin innerhalb aller Trigramme. Es trägt den Namen „Mutter“ oder das Empfangene. Zu seinen Entsprechungen zählen unter anderem Fürsorge, Geborgenheit, Beziehung und auf der Ebene der Körperorgane finden wir hier den Bauch, den Magen und den Magen-Milz-Meridian. Es geht also um Aufnehmen (Empfangen). Der Geschmack des Trigramms KUN ist süß, der Geruch duftend und bei der Stimmung geht es um Singen. Die beherrschenden Farben sind dunkles Gelb, Beige und Braun.

Nun stellen Sie sich jetzt die Zeit der Ernte vor. Die Felder haben ihre Farbe von Grün auf Gelb-Beige gewechselt. Die Getreideären sind prall gefüllt, in der Luft duftet es nach Sonne und reifen Früchten, die süß schmecken. Die Arbeit auf den Feldern ist nicht leicht, doch mit einem netten Lied auf den Lippen geht alles leichter. Die Ernte ist zum Glück gut und reichlich. Damit ist für die dunklen Jahreszeiten bis zum nächsten Sommer gut vorgesorgt.

In dieser lebensnahen Beschreibung finden sich viele Attribute, die für das Trigramm KUN stehen. Hat also der „Weibersommer“ eine rein etymologische Begründung oder ist die Bezeichnung intuitiv, aus der Beobachtung der Natur entstanden? Ich bin für das Zweite, denn die Trigramme stecken in uns allen. Sie bilden die Natur ab und machen deutlich, wie wir, und alles um uns herum tickt.

Eine Sonnenblume als Symbol der fünften Jahreszeit. Foto: Hedwig Seipel
Eine Sonnenblume als Symbol der fünften Jahreszeit.
Foto: Hedwig Seipel

Mein persönliches Symbol der fünften Jahreszeit ist die Sonnenblume. Sie vereint in sich die Wandlungsphasen Feuer (sonnenstrahlartige Blütenblätter) mit Erde (das braune Innere). Die Samen einer reifen Sonnenblume sind nahrhaft und spenden über eine lange Zeit Energie. Der Geschmack ist mild-süßlich und das gewonnen Öl kann vielfältig, mit jeder Geschmacknuance kombiniert werden.

Genießen Sie die wunderschöne und für das Leben so wichtige Jahreszeit sehr bewusst und achtsam. Jetzt tanken Sie die Kraft für die kommenden kühlen und dunklen Monate. Das Beste dabei ist, diese fünfte Jahreszeit hat keine Nebenwirkungen – sich wachen garantiert nicht verkatert auf ;-).

Ich wünsche Ihnen eine gute Erntezeit,

Hedwig Seipel
www.fengshui-classic.de

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