Feng Shui im Zyklus des Lebens

Eine der wesentlichen Grundlagen des Feng Shui sind die Fünf Wandlungsphasen, über die Sie hier schon häufig gelesen haben. Meistens beziehen sich die Wandlungsphasen, die auch Elemente genannt werden, auf Farben, Formen, Materialien und sonstige gestalterische Elemente für Räume. Die Fünf Wandlungsphasen haben jedoch eine viel breitere Bedeutung und umfassen alle Aspekte der Natur und des Lebens. Unser Leben ist ein Zyklus der Wandlungsphasen.

 

"Ich kann" - nach dem Motto wird das Leben, das mit der Wandlungsphase Holz beginnt, erkundet.
„Ich kann“ – nach dem Motto wird das Leben, das mit der Wandlungsphase Holz beginnt, erkundet.

 

Wir werden im Holz (Pflanze) geboren. Wie ein zartes Pflänzchen, zuerst noch sehr vorsichtig und zaghaft, aber bald zielstrebig und voller Tatendrang, blicken wir in die Welt. Unsere Lebenseinstellung in dieser Phase heißt „ich kann“. Mit kindlicher Sorglosigkeit und ein wenig Übermut erkunden wir die Umgebung und probieren alles aus, ganz ohne Rücksicht auf unsere tatsächlichen Fähigkeiten. Diese Phase hält bis in die Schulzeit, bis uns das Feuer erwischt.

Feuer, eine explosive Zeit, die jeden Tag zur echten Herausforderung macht, ist typisch für die Pubertät. Erinnern Sie sich noch an daran, als Sie selbst nicht ganz wussten, wo tatsächlich Ihr Platz im Leben ist? Wie die Funken der Begeisterung von einem auf ein anderes Thema übersprungen sind und Sie sich dabei auch häufig die Finger verbrannt haben? Die Emotionen lassen sich in dieser Phase nicht zurückhalten. Sie explodieren aus uns heraus und schreien „ich will“, egal wie, hauptsache es läuft so, wie ich es mir vorstelle.

Doch bald wird das Feuer zu einer gemütlichen Wärmequelle und der Mensch macht sich ans Werk. „Ich mache“ heißt es im Zeichen der Wandlungsphase Erde, ich mache etwas aus meinem Leben. So stehen plötzlich die Ausbildung und der erste Job, die erste Wohnung und die erste Beziehung im Zentrum des Lebens. Als junge Erwachsene erschaffen wir wortwörtlich die Basis aus der wir den Rest unseres Lebens schöpfen werden. Wenn das Konto gefüllt und die Beziehung gefestigt ist, dann kommt die Zeit des Gebens.

„Ich gebe“ steht im Zeichen des Metalls und markiert den Lebensabschnitt, in dem wir vor allem für andere, nämlich für unsere Kinder und die Familie, da sind. Individuelle, persönliche Wünsche treten zugunsten des Familienglücks in den Hintergrund zurück. Der Familienkreis zählt zu den wichtigsten Quellen des Lebensglücks. Häufig müssen wir dabei klare Grenzen einhalten und vieles „unter einen Hut bringen“. Der Hut ist wie eine Halbkugel, unter der wir Schutz und Sicherheit finden.

Die Kinder werden groß und verlassen das Haus, das Berufsleben geht zu Ende. Jetzt haben wir endlich wieder Zeit für uns und freuen uns auf die zurückgekehrte Selbstbestimmung. „Ich bin“ – diese Aussage steht für die Phase des Wassers im Leben. Der Lebensfluss ist weit von der Quelle entfernt und nähert sich der Mündung. Die Erfahrung des gesamten Weges hat ihn gelassener und ruhiger gemacht. Endlich kein „müssen“ mehr, sondern nur „dürfen“ und „können“ treiben unsere Entscheidungen an.

Und wenn der Fluss die Mündung erreicht und sich mit größeren Gewässern vereint, dann haben wir unsere Aufgabe als Individuum beendet.

Was dann passiert und wie das Wasser ein neues Pflänzchen nährt, dass bleibt unserer Phantasie vorbehalten. Sicher ist nur, der Kreis des Lebens dreht sich immer weiter.

Ich hoffe, der philosophische Exkurs hat Ihnen gefallen, auch wenn Sie unmittelbar keine Feng Shui Tipps darin gefunden haben. Ein tieferes Verständnis der Fünf Wandlungsphasen macht Feng Shui noch begreifbarer und effektiver.

Mit lebensfrohen Grüßen

Hedwig Seipel
www.fengshui-classic.de

 

 

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