Die Makrobiotik ist ein Vorläufer der veganen Ernährung, wie wir sie heute kennen. Das Ziel ist ein langes und gesundes Leben mit ausgewogenen Lebensmitteln, die im Einklang stehen mit der Natur. Dabei spielt das Verhältnis zwischen Yin und Yang eine Rolle.

Ursprünge und Lehren
Der altgriechische Begriff Makrobiotik heißt eigentlich „Lehre vom langen Leben“. Die Wurzeln reichen bis in die Antike zurück. Das neuzeitliche Verständnis dieser Lehre wurde von Christoph Wilhem Hufeland geprägt, der im 18. Jahrhundert lebte. Er vertrat eine Lebenskraft-Theorie, die auch als Vitalismus bekannt wurde. Er selbst wurde 74 Jahre alt (1762 bis 1836). Hierbei ist zu bedenken, dass die durchschnittliche Lebenserwartung um 1800 die bei rund 30 Jahren lag. Das Hauptwerk von Hufeland mit dem Titel „Die Kunst, das menschliche Leben zu verlängern“ erschien im Jahr 1796. Diese Lehre wurde vom Japaner Georges Ohsawa modizifiert. Ein weiteres makrobiotisches Konzept geht auf den japanischen Arzt Sagen Ishizuka zurück. Dieser wurde allerdings nur 59 Jahre alt, während Ohsawa immerhin 73 Jahre alt wurde. Michio Kushi, der von 1926 bis 2014 lebte, gilt als einer der ersten Anbieter von makrobiotischen Naturkost-Lebensmitteln. Das Lebensalter von 88 Jahren, das er erreichte, ist allerdings auch nicht gerade sensationell. Seine Schriften waren vor allem in den 1980er Jahren populär.
Makrobiotische Richtlinien
- Die Lebensmittel sollen aus der Region kommen.
- Man isst das, was saisonal verfügbar ist.
- Die Nahrung sollte unverarbeitet verzehrt werden.
- Rohkost ist erlaubt, aber nur in geringen Mengen.
- Milchprodukte und andere tierische Produkte sind zu vermeiden.
- Getreide wird nur in Form von Vollkorn konsumiert.
- Die Nahrungsaufnahme sollte langsam erfolgen, mit langem Kauen.
Dadurch, dass es verschiedene Lehren und Stufen der Makrobiotik gibt, ist eine kurze und bündige Beschreibung kaum möglich. Auf den niedrigen Stufen sind auch Tierprodukte zugelassen, die bei den höheren Stufen wegfallen. Auf der höchsten Stufe nach Ohsawa ist nur noch Getreide erlaubt, wobei Reis und Buchweizen im Vordergrund stehen. Auch die erlaubte Trinkmenge nimmt mit den höheren Stufen ab. Auf der höchsten Stufe ist makrobiotische Ernährung sehr einseitig und trocken. Diese starken Einschränkungen sind schwer nachvollziehbar und gehen fast schon in Richtung Fastenkur oder „Lichtnahrung“. Der Nachweis, dass man mit dieser Ernährungsform tatsächlich gesünder ist und länger lebt, ist ausgeblieben.
Ernährung ist nicht alles
Zu einem langen und gesunden Leben gehört mehr als nur ideale Ernährung. Vor allem bedarf es der Zufriedenheit und eines geglückten Lebensweges. Glück und Gesundheit hängen laut Georges Ohsawa direkt zusammen. Interessant ist, dass Anzeichen von mangelnder Gesundheit schon lange vor den Ausbrechen einer Krankheit registriert werden können. Zu diesen Vorzeichen zählen:
- Grundlose Müdigkeit
- Schlafprobleme
- Mangelnde Konzentration
- Schlechte Laune
- Schlechtes Gedächtnis
- Wenig Appetit
- Ängste und Sorgen
- Freudlosigkeit
- Anfälligkeit für Verletzungen und Unfälle
- Missachtung der Naturgesetze
- Ein Mangel an Liebe in Beziehungen
- Ungleichgewicht zwischen Yin und Yang
Gesund mit Getreide?
Um wieder gesund zu werden, ist es gemäß dieser Lehre wichtig, wieder in die „göttliche Ordnung“ zu kommen. Die Idee ist wohl, dass man mit einer Reduktionskost den Organismus reinigen kann – ähnlich dem Konzept des „Heilfastens“. Welche Lebensmittel Yin und welche Yang sind, ist nicht unumstritten und in der Schulmedizin völlig irrelevant. Inzwischen werden mit moderneren veganen und vegetarischen Ernährungskonzepten neue Wege beschritten. Getreide ist nach neueren Erkenntnissen kein Allheilmittel, vor allem dann nicht, wenn es Gluten enthält. Vollkorn ist reich an Ballaststoffen, aber keine Schonkost, sondern schwer verdaulich. Die Tendenz geht nun eher in Richtung Low-Carb. Echte Langlebigkeit soll in Regionen zu finden sein, wo traditionell wenig Getreide gegessen wird. (Quelle: Brot kostet Lebenszeit) Zitat: „Sieht man sich die langlebigsten Völker der Erde an, so fällt auf, dass sie oft kein oder nur sehr wenige Körnerprodukte essen. Die russische Ärztin Galina Schatalova erzählt von Völkern, die ohne Körnernahrung im Kaukasus und im fernöstlichen Sibirien leben, deren durchschnittliche Lebenserwartung bei 133 Jahren liegen soll.“ Galina Schatalova wurde 95 Jahre alt und schrieb unter anderem das Buch „Wir fressen uns zu Tode“.
Weitere Linktipps:
https://www.zentrum-der-gesundheit.de/krankheiten/krebserkrankungen/krebspraevention/makrobiotik
https://eatsmarter.de/ernaehrung/ernaehrungsarten/makrobiotische-ernaehrung
Hinweis: Dieser Artikel wurde von keiner Ärztin geschrieben und ersetzt keine ärztliche Beratung. Gesundheitliche Versprechen von diversen Anbietern können irreführend sein.
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