Jod: Pro und Contra

Über das Spurenelement Jodid sind viele widersprüchliche Informationen im Umlauf. Ist es nun schädlich oder doch gesund? Wir brauchen es angeblich nur in Spuren, aber warum ist Speisesalz dann fast nur jodiert erhältlich?

Naturbelassenes Steinsalz enthält natürliches Jod. Foto (C) Irmgard Brottrager
Naturbelassenes Steinsalz enthält natürliches Jod. Foto (C) Irmgard Brottrager

 

Jod ist ein essentielles Spurenelement, das für die Hormonproduktion der Schilddrüse und viele andere Körperfunktionen notwendig ist.

 Jod-Kritiker bringen folgende Argumente vor:

  • Durch die gesetzliche Zwangsjodierung von Salz sind praktisch alle gesalzenen Fertiggerichte künstlich jodiert.
  • Der tägliche Jod-Bedarf eines Menschen wird auf 50 bis 200 Mikrogramm geschätzt, allerdings gibt es keine Nachweise für diese großen Mengen. Der Jod-Anteil im Meer beträgt lediglich 0,0002 Prozent. Eine Überdosierung scheint nicht harmlos zu sein.
  • Die Behauptung, dass Deutschland ein Jod-Mangelgebiet ist, ist offensichtlich falsch. Jod hat sogar die meisten jodhaltigen Heilquellen in ganz Europa.
  • Schilddrüsenerkrankungen sind seit der Einführung des Jodsalzes nicht zurückgegangen, sondern angestiegen.
  • Das Jod, das dem Salz zugefügt wird, ist kein natürliches Jod, sondern künstliches Kaliumjodad. Dieser Stoff kommt in der Natur nicht vor und der Körper muss ihn daher loswerden.
  • Kaliumjodad (nicht Kaliumjodid) ist ein giftiges Abfall-Recyclingprodukt, das mit Pickeln, Allergien und chronischem Schnupfen in Zusammenhang gebracht wird.
  • Die Kontrolle über die Jodmengen, die wir aufnehmen, ist verloren gegangen, weil das Jod im Salz nicht extra deklariert wird. Auch Tierfutter wird jodiert. Daher sind auch Milchprodukte mit Jod verseucht. Der Verzehr von einem Liter Kuhmilch kann zu einer gefährlichen Überdosierung führen.
  • Eine Überdosis Jod kann tödlich enden. Die Nebenwirkungen von Überdosierungen werden verschwiegen.
  • Jod ist vor allem in Kombination mit Fluorid gefährlich, weil Fluor-Thyroxin entstehen kann. Fluoride können die Schilddrüse blockieren und verschärfen Jodmangel.
  • Während der ersten Jahre nach Einführung der gesetzlich verpflichtenden Salzjodierung in Österreich, stieg die Anzahl von Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse.
  • Jodiertes Speisesalz ist wesentlich billiger als natürliches Salz, weil es Sondermüll enthält.
  • Viele hyperaktive Kinder haben einen Jod-Überschuss.
  • Damit eine große Menge Jod vom Körper aufgenommen werden kann, spielen weitere Stoffe (Co-Faktoren) eine Rolle, die ebenfalls in größerer Menge vorhanden sein müssen. Und zwar sind das die Vitamine A, B2, B3, C und D, sowie die Mineralien Eisen, Selen und Magnesium.

 

Jod-Befürworter bringen folgende Argumente vor:

  • Laut einer groß angelegten Studie in Deutschland, die in den Jahren 1993 bis 1994 durchgeführt wurde, waren nur 9 von 100 Probanden ausreichend mit Jod versorgt.
  • Der Jod-Gehalt im Boden ist nicht mehr das, was er früher einmal war. Daher muss supplementiert werden.
  • Nahrungsergänzungsmittel aus organischen Quellen sind nicht mit künstlichem Jod zu vergleichen. Die Wirkungsweise im Körper ist eine völlig andere.
  • Die Kelp-Alge ist ein vollkommen natürliches Produkt und kein isolierter Chemie-Baustoff.
  • Natürliches Jod wirkt entgiftend und antiparasitär und stärkt das Immunsystem.
  • Eine gute Versorgung mit Jod sorgt für mehr geistige Klarheit, Konzentrationsfähigkeit und Leistungsfähigkeit.

 

Anzeichen von Jodmangel

  • Vergrößerung der Schilddrüse (Struma, Kropf)
  • Schwellungen am Hals
  • Chronischer Energiemangel, Müdigkeit
  • Haarausfall
  • Schuppige Haut, brüchige Nägel und stumpfe Haare
  • Depressionen
  • Gewichtszunahme

 

Anzeichen einer Jod-Überdosierung

  • Akne und andere Hautausschläge
  • Kopfschmerzen
  • Schilddrüsenüberfunktion
  • Morbus Basedow und Morbus Hashimoto (Autoimmunerkrankungen)
  • Blockade der Jodaufnahme in der Schilddrüse, Schilddrüsenunterfunktion
  • Nierenfunktionsstörungen, Nierenschmerzen
  • Dauerschnupfen
  • Entzündung der Mundschleimhaut
  • Schlafstörungen
  • Übelkeit
  • Atemnot
  • Starkes Schwitzen
  • Bluthochdruck
  • Welker Handrücken
  • Schwindel
  • Verstärkte Talgproduktion
  • Hautflecken
  • Schuppenflechte
  • Durchfall
  • Bindehautentzündung
  • ADHS-Sypmtome: Konzentrationsschwäche, Unruhe, Nervosität, Zittern, Hektik, Agressivität, Impulsivität.

 

Vegane Lebensmittel mit natürlichem Jod

  • Algen: Dulse (Rotalge), Kelp (Braunalge), Chlorella und Spirulina enthalten sehr viel Jod, daher genügen geringe Mengen.
  • Pilze: Champignons, getrocknete Steinpilze, Rotkappe, Edel-Reizker, Butterpilz, Morchel, Hallimasch, Birkenpilz, Trüffel, Shiitake, Pfifferling
  • Gemüse: Brokkoli, Karotten, Rote Rüben, Rettich, Grünkohl, Paprika
  • Nüsse und Hülsenfrüchte: Erdnüsse, Mandeln, Walnüsse, Sojabohnen, Kichererbsen
  • Grüne Salate und Kräuter
  • Hefe-Produkte
  • Natürliches Steinsalz enthält zirka 20 µg Jod pro 100 mg.

 

Was ist eine Lugol´sche Lösung?

Im Zusammenhang mit der Jod-Diskussion wird von alternativen Heilkundigen immer wieder die „Lugol´sche Lösung“ erwähnt. Dabei handelt es sich um ein Gemisch aus elementarem Jod mit Kaliumjodid (nicht Kaliumjodat) im Verhältnis 1:2, aufgelöst in reinem Wasser. Das Mittel wurde 1822 von einem französischen Arzt namens Lugol erfunden. Es gibt offenbar keine Nachweise für die Heilwirkung dieses hochdosierten Jod-Präparates, aber es scheint verträglicher zu sein als Kaliumjodad.

 

Fazit

Es spricht wenig dafür, dass künstliches Jod gesundheitsförderlich ist. Wer auf Nummer Sicher gehen möchte, konsumiert weder jodiertes Speisesalz noch gesalzene Fertigprodukte, sondern verwendet naturbelassenes Steinsalz und natürliche Lebensmittel mit Jodgehalt. Jedes Element muss in der richtigen Verbindung vorliegen, damit es nicht schädlich, sondern nützlich wirkt. Bei der Supplementierung von hoch dosiertem Jod ist mit unangenehmen Nebenwirkungen zu rechnen.

 

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Irmgard Brottrager, Dipl.Ing. für Architektur und Innenarchitektur,

Ganzheitliche Raum-Gestaltung und Europäisches Fengshui 

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Literatur-Übersicht

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