Kirchenbesuche energetisch betrachtet

Weihwasser hat im Christentum eine starke symbolische Bedeutung. Doch wie ratsam ist es, sich mit Wasser zu besprengen, das von hunderten von Leuten berührt wurde? Wie hygienisch ist außerdem die Luft in Kirchen?

Foto: Katsu Nojiri / flickr CC BY 2.0
Foto: Katsu Nojiri / flickr CC BY 2.0

Ist Weihwasser ein Gesundheitsrisiko?

Sich mit Weihwasser zu besprengen ist wie ein Händedruck mit sämtlichen Kirchenbesuchern gleichzeitig. In einem Weihwasserkessel muss es ja vor Keimen nur so wimmeln. Auf einer Internet-Seite von medizin-transparent.at ist nachzulesen, dass große Mengen an Krankheitserregern nachgewiesen wurden. Genauere Forschungen gibt es jedoch nicht. Grundsätzlich wäre es ratsam, sich nach dem Besprengen zumindest die Hände zu waschen und keine Lebensmittel anzufassen. Zu Ostern werden sogar Lebensmittel besprengt, die jedoch meistens mit einem Tuch geschützt sind. Besondere Vorsicht ist bei Kirchen geboten, die sich auf Krankenhaus-Arealen befinden. In Stadtkirchen ist das Weihwasser mit 1.500 bis 21.000 Keimen pro Milliliter belastet. Der Grenzwert für Trinkwasser liegt bei 100 bakteriellen Keimen pro Milliliter. Es ist also nicht ratsam, die nassen Finger an die Lippen zu führen. Niemand weiß genau, wie lange das Weihwasser absteht und wie oft der Kessel gereinigt wird.

Bakterien und Stickstoff in der Kirchenluft

Auch die muffige Luft, die in vielen alten Kirchen verbreitet ist, ist bedenklich. Bei Kapellen, die in den Hang gebaut sind, vermischen sich die abgestandenen menschlichen Ausdünstungen auch noch mit Schimmelgeruch. Die vielen Kerzen, die oft stundenlang brennen, verbrauchen zusätzlich Sauerstoff. Hinweise auf Lüftungsöffnungen oder Lüftungsanlagen sucht man meist vergeblich. Auf einer Internetseite von kirchliche-dienste.de sind Richtlinien für die Beheizung und Belüftung von Kirchen zu finden. Man geht davon aus, dass sich die Luft von selbst erneuert durch diverse Undichtigkeiten. Das Lüften wird als gefährlich erachtet, wenn die Luftfeuchtigkeit draußen höher ist als im kühleren Kirchenraum. Daher sollte im Frühling und Sommer möglichst gar nicht gelüftet werden. Das Wohl der Bausubstanz steht hier eindeutig im Vordergrund. Wo jedoch die Luftfeuchtigkeit hin soll, die durch die Besucher in den Kirchenraum gepustet wird, bleibt unklar. Die ausgeatmete Luft eines Menschen enthält 80% Stickstoff + Argon und 4% CO2. Zusätzlich gibt jeder Mensch eine Mikrobenwolke ab, die aus biologischen Partikeln und Bakterien besteht.

Wie wird Weihwasser hergestellt?

Weihwasser besteht in der Regel nicht aus gewöhnlichem Leitungswasser, sondern aus gesalzenem Wasser. Neben Salz können geringe Mengen von Chrisam (Salböl), Asche oder Wein beigefügt sein. Das Bekreuzigen mit Weihwasser soll an die Taufe erinnern. Die Einweihung des Wassers erfolgt durch ein Segnungsgebet, das von einem Priester gesprochen wird. Die Verwendung des Wassers gehört zu den kirchlichen Ritualen, zu denen Besucher mehr oder weniger genötigt werden, wenn sie einen Gottesdienst besuchen. Die Segnungsgebete, die man benötigt, um „echtes“ Weihwasser herzustellen, lassen sich bei wikihow im Internet nachlesen. Im Prinzip kann also jeder selber sein Weihwasser fabrizieren. Allerdings scheint der fest verankerte Glaube, dass das Wasser gesprochene Informationen über längere Zeit speichern kann, ein Irrglaube zu sein. Denn Wasser kann zwar auf Informationen reagieren, aber sie gehen nach kürzester Zeit verloren, wenn die Informationsquelle erlischt. Eine Beschriftung wäre hier nachhaltiger.

Bekreuzigungen, Knien und Händefalten

Mit einer Bekreuzigung auf der Stirn wird das Stirnchakra versiegelt, was eine energetische Schwächung zur Folge hat. Auch das Knien und Falten der Hände trägt zu einer Schwächung bei. Man darf sich daher nicht wundern, wenn Kirchenbesucher die Kirche etwas taumelig verlassen und nicht mehr ganz so frisch aussehen wie beim Betreten der Kirche. Wer sein Energieniveau nicht absenken möchte, sollte sich bei diesen Ritualen zurückhalten. Vielleicht ist hier nicht jeder gleich empfindlich, aber es ist interessant, die energetische Wirkung dieser Körperhaltungen mal auszutesten. Durch das Falten der Hände wird die Atmung flacher, während sie bei weit ausgebreiteten Armen wesentlich tiefer wird. Probiert es aus!

Kirchenräume können erhebend wirken. Jedoch auf wen? Für die Besucher oder auf  den Priester und Ministranten? Foto: Stefan Jurcă / flickr CC Y 2.0
Kirchenräume können erhebend wirken. Jedoch auf wen? Für die Besucher oder auf den Priester und Ministranten? Foto: Stefan Jurcă / flickr CC Y 2.0

Wir atmen ein, was andere ausatmen

Jeder Mensch hinterlässt eine Fülle von Bakterien, nicht nur durch Berührungen mit Wasser und Gegenständen, sondern auch über die Atemluft. Für gesunde Mitmenschen ist es kein Problem, Stühle, Handtücher und vieles mehr mit anderen zu teilen. Aber es sollte uns ständig bewusst sein, dass wir keine sterilen Wesen sind, sondern uns im Austausch mit anderen Menschen mit Stoffen verbinden, die nicht immer zuträglich sind. Natürlich gilt das nicht nur für Kirchen, sondern für alle geschlossenen Räume, in denen sich viele Menschen versammeln. Menschen, die Probleme mit dem Immunsystem haben, sollten Kirchenbesuche lieber meiden oder auf moderne Kirchen ausweichen. Kontrollierte Lüftungsanlagen und hygienische Weihwasserspender sollten heutzutage selbstverständlich sein. Und auf Rituale, die hauptsächlich dazu dienen, eine unterwürfige Stimmung zu erzeugen, kann jeder aufrichtige Seelsorger verzichten.

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Irmgard Brottrager, Dipl.Ing. für Architektur und Innenarchitektur,

Ganzheitliche Raum-Gestaltung und Europäisches Fengshui 

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Literatur-Übersicht

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Geomantie.Netzwerk Graz + Umgebung

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