Kann man mit Wasser Daten speichern?

Dass sich Wasser informieren lässt, ist bekannt. Aber wie dauerhaft sind diese Informationen? Sind sie flüchtige Erscheinungen, oder ist Wasser als langfristiger Datenspeicher geeignet?

Foto: Javonni Christopher / flickr CC BY 2.0
Foto: Javonni Christopher / flickr CC BY 2.0

Wissenschaftliche Experimente mit Wasser

Wasser im Zusammenhang mit Datenspeicherung ist kein esoterisches Thema, sondern wird ernsthaft wissenschaftlich untersucht. Zum Beispiel gab es Forschungen an der Universität von Pennslyvania, an der Harvard University und an der Drexel University. Die Wissenschaftler an diesen Universitäten verwendeten kein reines Wasser, sondern einen winzigen ferroelektrischen Draht von nur drei Nanometern, der mit Wasser stabilisiert wurde. Hierbei konnte der stabilisierende Effekt des Wassers nachgewiesen werden. Abgesehen davon werden von Mikrosoft Standorte unter Wasser erforscht, die für die Installation von Datenzentren geeignet sind. Jedoch auch hier wird nicht das Wasser als Speichermasse genutzt, sondern es geht um den Kühleffekt des Wassers, das Platzangebot im Ozean und auch um erneuerbare Energieformen wie Windkraftwerke, Strömungs- und Gezeitenkraftwerke, die man sich zunutze machen möchte. Das erste Unterwasser-Rechenzentrum wurde 2015 an der Küste von Kalifornien gestestet. Mittlerweile wurde ein weiteres Rechenzentrum im Atlantik versenkt.

Gibt es überhaupt Langzeitspeicher für die Ewigkeit?

Daten können auf vielerlei Arten gespeichert werden, wobei die Papierform und Mikrofilme immer noch zu den langlebigsten gehören. Alle Formen von Festplatten, die wir bisher kennen, haben eine kürzere Lebensdauer. Sie sind außerdem störanfälliger und man kann die Daten ohne entsprechende Lesegeräte und Anschlüsse nicht abrufen. Wer besitzt heute noch ein Diskettenlaufwerk, um Daten, die keine 20 Jahre alt sind, auf den Bildschirm zu laden? Wer seine Daten nicht rechtzeitig auf aktuelle Speichermedien überträgt, muss damit rechnen, dass er sie irgendwann verliert. Die digitale Datenwelt ist eine sehr flüchtige Welt, die im Katastrophenfall dazu führen könnte, dass keinerlei Informationen über unsere derzeitige Epoche erhalten bleiben. Als haltbarste Speicherung gilt derzeit das Brennen von Daten auf wasserfesten und hitzebeständigen Keramiktafeln. Sie wird jedoch wegen der hohen Kosten nur selten durchgeführt. Das Sichern und Retten von Daten ist nicht nur für Medienkonzerne und in der Wissenschaft ein Problem, sondern fast jeder Mensch hat ein Interesse, Fotos und Daten von seinem Lebenswerk an die Nachkommen weiterzugeben.

Wie macht es die Natur?

Wissenschaftler an der TU Darmstadt beschäftigen sich mit der Frage, ob man die Fähigkeit der Pflanzen, Sonnenlicht zu speichern, nachahmen kann. Sie versuchen das Sonnenlicht, das von Solarkollektoren eingefangen wird, mit Hilfe von gespaltenem Wasser zu speichern. Das Ziel ist die Gewinnung von Wasserstoff, der energetisch verwertbar ist. Die bisherigen Experimente verlaufen vielversprechend, aber noch nicht effizient genug. Allerdings geht es hier nicht um die Speicherung von Informationen, sondern um eine Form von Energiespeicherung.

Foto: Martha W McQuade / flickr CC BY 2.0
Foto: Martha W McQuade / flickr CC BY 2.0

Das Gedächtnis von Wasser im Visier der Wissenschaft

Prof. Dr.-Ing. Bernd Kröplin an der Universität Stuttgart hat sich an das Thema gewagt, ob die unterschiedlichen Strukturen, die Wasser annehmen kann, als Raumfahrtmedizin geeignet sind. Die beeindruckenden Wasser-Bilder von Masaro Emoto sind berühmt geworden, weil sie aufzeigen, dass Wasser auf Informationen reagiert, indem es seine Kristallstruktur ändert. Damit Wasser als Medizin eingesetzt werden kann, müssen die Informationen haltbar sein, um sie bei Bedarf abrufen zu können. Emoto blieb nicht der einzige, der Wasserkristalle fotografierte. Inzwischen kann man auf eine riesige Wasser-Datenbank zurückgreifen. Verschiedene Fotos von Wassertropfen kann man zum Beispiel hier bewundern: Das Gedächtnis des Wassers. Es wurde sogar nachgewiesen, dass sich die Form desselben Wassers ändert, wenn verschieden Personen damit hantieren. Dieses Ergebnis deutet darauf hin, dass die Struktur tatsächlich Informationen abbildet, aber extrem beeinflussbar bleibt und sich jederzeit an die aktuelle „Datenlage“ anpasst.

Persönliches Fazit

Wasser hat offenbar ein sehr feines und differenziertes Gedächtnis, aber es ist kein stabiles Medium. Die Sprache des Wassers lässt sich bislang nur bestaunen und intuitiv bewerten, aber nicht bis ins Detail entschlüsseln. Wir wissen nicht, ob immer nur die Informationen im aktuellen Augenblick gezeigt werden oder ob das Wasser zugleich seine Vergangenheit „erzählt“ und ob man Daten vollständig löschen kann. Sollten sich die Formen nur auf den Augenblick beziehen, ist es eigentlich egal, wo das Wasser herkommt. Aus der Praxis wissen wir, dass die Herkunft des Wassers nicht gleichgültig ist. Die ursprüngliche Qualität wird jedoch bald von aktuellen Informationen überlagert, die sich in der neuen Umgebung befinden. Somit sind sämtliche Produkte, die mit informiertem Wasser werben, als Humbug einzuordnen, wenn die Informationsquellen nicht dauerhaft installiert sind. Wenn die Information zum Beispiel von einem Edelmetall kommt, das fest in das Produkt verbaut ist, darf man annehmen, dass das Wasser diese Information aufnehmen und weitergeben kann. Wer Objekte für die Energetisierung von Wasser kaufen möchte, sollte darauf achten, wie dauerhaft die Informationen angebracht sind. Leider wollen viele Anbieter keine Auskunft darüber geben, wie sie die versprochenen Informationen anbringen und fixieren. Somit ist eine berechtigte Skepsis angebracht.

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Irmgard Brottrager, Dipl.Ing. für Architektur und Innenarchitektur,

Ganzheitliche Raum-Gestaltung und Europäisches Fengshui 

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Literatur-Übersicht

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Geomantie.Netzwerk Graz + Umgebung

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