Leben in der Stadt: Grüne Umgebung ist gesund

Frische Landluft tut gut, das Leben in der Stadt bedeutet Stress pur. Ganz so simpel verhält es sich wohl nicht. Doch das natürliche Grün scheint tatsächlich positiv auf die Gesundheit zu wirken.

Washington Square Park in Midtown Manhattan. Mehr Grün in der Stadt sorgt nachweislich für eine bessere Gesundheit der Anwohner
Washington Square Park in Midtown Manhattan. Mehr Grün in der Stadt sorgt nachweislich für eine bessere Gesundheit der Anwohner (Foto: Doc Searls)

Für manche Menschen gleicht die Vorstellung, in der Stadt leben zu müssen, einem Albtraum. Ebenso abwegig erscheint es nicht wenigen Städtern, aufs platte Land zu ziehen. Zwischen beiden Gruppen liegt die Glaubensfrage, was besser ist fürs Wohlbefinden.

Argumente gibt es für beide Positionen. So ist in der Stadt die Infrastruktur besser als auf dem Land. Freunde, Freizeitaktivitäten, Arbeitsplatz, Kita, Schule, Geschäfte und Ärzte sind in der Stadt schnell erreichbar. Lärm, schlechte Luft und knapper Wohnraum trüben aber diese Vorteile und liefern Gründe fürs Landleben. Kein Wunder also, dass gerade junge Familien die Städte verlassen und sich in grünen Vororten niederlassen.

 

Städter sind aktiv

Doch ob das Landleben tatsächlich so gesund ist wie meist angenommen wird, scheint nicht eindeutig zu sein. In den USA jedenfalls gibt es Untersuchungen, die darauf schließen lassen, dass sich Landbewohner weniger bewegen und dicker sind als Städter. Wenn Stadtbewohner also aktiver sind, könnte das dafür sprechen, dass sie auch gesünder leben als die Menschen auf dem Land. Doch es spielen selbstverständlich noch andere Faktoren eine Rolle. Die Luftqualität gehört ebenso dazu wie die Belastungen durch Straßenverkehr und Lärm. Letzterer kann wie auch andere belastende Umstände bei Menschen in der Stadt für ungesunden Stress sorgen.

Eine Art „Abhärtung“ der Stadtbewohner gegen Stress scheint es leider nicht zu geben. Das jedenfalls zeigte eine Untersuchung des Robert-Koch-Instituts zur Erwachsenen-Gesundheit in Deutschland. Städter sind demnach sogar stressanfälliger als Landbewohner. Menschen, die in Städten leben, leiden der Erhebung zufolge zudem häufiger unter Allergien, psychischen Störungen und Erkrankungen als die Bewohner ländlicher Gebiete.

Natur für die Psyche

Dennoch ist für viele Menschen das Leben auf dem Land keine echte Alternative, weil sie die Vorzüge der Stadt schlicht nicht missen möchten. Anderen fehlt auf dem Land die berufliche Perspektive, oder die finanziellen Mittel reichen nicht für ein Häuschen im Grünen. Es gibt trotzdem Wege, die eine gesunde Lebensweise in der Stadt möglich machen. So sorgt bereits etwas mehr Grün im Umfeld für eine bessere psychische Verfassung. Das fanden Mediziner der britischen University of Exeter heraus:

Demnach können natürliche Bereiche in Städten wie Parks, Grünanlagen und Gärten dazu beitragen, dass es um die psychische Gesundheit der Bewohner besser bestellt ist. Der britischen Untersuchung zufolge verbessert sich der Gesundheitszustand unmittelbar nach dem Umzug in eine Umgebung mit mehr Grün. Zudem handelt es sich offenbar um einen lang anhaltenden Effekt. Die Auswertung der britischen Forscher jedenfalls zeigte bei den Probanden auch nach drei Jahren noch die positive Wirkung der grünen Umgebung auf die psychische Gesundheit.

Wer also gern in der Stadt lebt, tut gut daran, im Alltag nicht nur den städtischen Stress zu bewältigen. Städter sollten auch ganz bewusst die Natur suchen und sie genießen. Vielleicht bietet sich ein täglicher kleiner Umweg durch den Park an, oder es gibt einen Balkon, der zur sprichwörtlichen grünen Oase werden kann. Naheliegende, aber auch originelle Beispiele für grüne Gestaltungsmöglichkeiten in der Stadt gibt es hier: www.welt.de/So-pflanzt-es-sich-am-besten.html.

 

Quelle:

www.zeit.de – Ist das Landleben gesünder als das in der Stadt?

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