Lebensmittel aus Holz

Bäume spenden uns wertvolle Nüsse und leckere Früchte. Auch so manche Blüten und Blätter sind essbar. Doch das Holz selbst? Wir beißen öfter auf Holz, als wir denken!

Austernseitlinge, Foto: Maja Dumat / flickr CC BY 2.0
Austernseitlinge, Foto: Maja Dumat / flickr CC BY 2.0

Die Abgrenzung zwischen Holz und Nicht-Holz ist nicht ganz einfach, weil es viele Gewürze und Stauden gibt, die mit zunehmendem Alter verholzen. Stevia zum Beispiel, Thymian, Lavendel, Salbei, Rosmarin, Oregano und Currykraut.

Lebensmittel mit viel Zellulose bzw. Polysacchariden

Die Cellulose ist durchaus ein Bestandteil von ganz normalen Lebensmitteln. Sie wird zu den Kohlenhydraten und Ballaststoffen gezählt. Der Brennwert ist gleich Null, weil der Körper sie nicht verdauen kann. Aber sie sorgt für Sättigung und regt den Stoffwechsel an. Pflanzliche Zellwände bestehen zu über 50% aus Cellulose und Hemicellulose. Da die Cellulose zu den häufigsten Polysacchariden gehört, kann man sich an Lebensmitteln orientieren, die große Mengen an Polysacchariden enthalten. Dazu gehören:

  • Kartoffeln
  • Süßkartoffeln
  • Haferflocken
  • Bulgur, Weizen und Weizenprodukte
  • Reis und Reisprodukte
  • Mais und Maisprodukte
  • Buchweizen
  • Grünkern
  • Hirse
  • Gerste
  • Brot und Gebäck aus Getreide
  • Teigwaren
  • Maranta (Pfeilwurzel): Stärkemehl aus dem Rhizom der Art „Maranta arundinacea“
  • Tapioka, Yuca, Maniok: Stärkehaltige Wurzelknolle
  • Echter Sago: Verdickungsmittel aus dem Mark der Sago-Palme
  • Wasserbrotwurzel, Taro: Stärkehaltige Wurzelknolle
  • Kakaopulver
  • Kochbananen
  • Dinkel

Cellulose und mikrokristalline Cellulose

Beide Cellulose-Formen sind als Lebensmittelzusatz zulassen und vielen Fertigprodukten unter der Bezeichnung E460 beigefügt. Sie kommen vor allem als Verdickungsmittel, Füllstoff, Trennmittel und Stabilisator zum Einsatz. Daneben werden noch diverse künstliche Cellulose-Arten verwendet. Die so genannten Celluloseether werden synthetisch herstellt und sind an den Nummern E 461, E 462, E 463, E 464, E 465, E 466 und E 468 zu erkennen. Natürliche Cellulose wird meistens aus Baumwollfasern gewonnen. Besonders häufig findet man die Polysaccharide in kalorienreduzierten Produkten, denn sie sorgen für eine stabile, füllige und cremige Konsistenz. Bei diesen Instant-Speisen muss man damit rechnen, dass Cellulose dabei ist:

  • Desserts aus Dessertpulver (Pudding, Cremespeisen, Torten, Speiseeis)
  • Fruchtjoghurt
  • Käse
  • Kaugummi
  • Hefe
  • Füllstoff in medizinischen Tabletten und Kosmetikprodukten
  • Soßen

Im Gegensatz zu gewöhnlicher Cellulose kann mikrokristalline Cellulose in den Organismus eindringen. Ob dies gesund ist, wird kontrovers diskutiert. Geringe Mengen sind vermutlich unbedenklich. Allerdings gibt es keine Mengenbeschränkung und daher ist Vorsicht geboten. Industrieprodukte sind sowieso nicht zu empfehlen, weil sie zu viele unnatürliche Stoffe enthalten.

Sägespäne in Fertigprodukten

Sägespäne sollen häufig als Trägerstoff dienen für „natürliche“ Aromen und zusätzlich für Volumen sorgen. Vor allem Joghurts und Desserts sollen betroffen sein. Auf den Sägespänen werden spezielle Mikroorganismen angesiedelt, die Aromen bilden.

Sägemehl-Kekse und Sägemehl-Brot

Wer hier schon wieder einen Lebensmittel-Skandal wittert, täuscht sich. Holzkekse wurden für die Darmreinigung entwickelt, dürfen aber nicht mehr verkauft werden. Entdeckt wurden diese holzigen Backwaren in Kriegszeiten. Sie sind auch als „Notzeitbrot“ oder „Türkisches Holzbrot“ bekannt. Es wird überliefert, dass das Brot nicht nur eine sättigende, sondern auch gesundheitsfördernde Wirkung hatte.

Süßholz

Süßholz stammt nicht von Bäumen, sondern von einer Staude, deren Wurzeln verwendet werden. Die holzigen Süßholzwurzeln sehen wie dünne Äste aus und schmecken extrem süß – 50 Mal süßer als Rohrzucker. Aus dem eingedickten Wurzelsaft wird Lakritze hergestellt.

Miswak-Holz

Das faserige Holz aus Arabien wird für die Zahnpflege benutzt und so lange gekaut, bis die Fasern freiliegen. In unseren Breiten wurden früher auch Eichen- und Weidenzweige verwendet. Die im Handel erhältlichen Miswak-Zweige bestehen aus Wurzelholz. Die Zahnpasta kann man sich dabei ersparen, weil das Holz von Natur aus alle Wirkstoffe enthält, die die Zähne brauchen.

Foto (C) Irmgard Brottrager
Foto (C) Irmgard Brottrager

Bambussprossen

Bambus gehört zwar zu den Gräsen, ist aber hart wie Holz. Die zarten, jungen Triebe werden wie Spargel geerntet und zubereitet.

Birkenzucker

Xylit, wie er auch heißt, ist sehr süß und frei von Nährstoffen. Er wird in einem aufwändigen Verfahren aus Birkenrinden und ähnlichen Rohstoffen hergestellt. Der Konsum kann zu Blähungen und Durchfall führen.

Holzreste an Pilzen

An Waldpilzen und Zuchtpilzen, die auf Holzstücken gewachsen sind, können sich Holzreste befinden. Vor allem beim Eispilz (Zitterzahn) ist das Holz stellenweise direkt mit dem Pilz verwachsen.

Holzrinden

Dass Baumrinden als Notnahrung dienen können, scheint ein Gerücht zu sein. Viele Wildtiere haben es auf junge Baumstämme abgesehen und holen sich die weiße, weiche Schicht (Kambium) unter der Borke heraus. Menschen können das Kambium nicht verdauen und die Bäume gehen kaputt dabei.

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Irmgard Brottrager, Dipl.Ing. für Architektur und Innenarchitektur,

Ganzheitliche Raum-Gestaltung und Europäisches Fengshui 

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