Paradigmenwechsel: Vom Aufstieg & Fall der Ölindustrie

Die plötzliche Entdeckung, wie sich aus Erdöl Kerosin herstellen lässt, läutete Mitte des 19. Jahrhunderts den Niedergang der Walfangindustrie ein. Mit der Entwicklung von LENR-Technologie („Kalte Fusion“) droht nun der Ölindustrie ein ähnliches Schicksal.

Walfänger im Einsatz: Waltran war bis Mitte des 19. Jahrhunderts der wichtigste Rohstoff für die Herstellung von Lampenöl
Walfänger im Einsatz: Waltran war bis Mitte des 19. Jahrhunderts der wichtigste Rohstoff für die Herstellung von Lampenöl

Um 1850 herum verzeichnete der Walfang einen regelrechten Boom. Bis zu 10.000 Wale wurden in guten Jahren erlegt. Man schätzte den Waltran, der zur Herstellung von Lampenöl, Kosmetika und Schmiermitteln verwendet wurde. Die Walfangindustrie machte ein glänzendes Geschäft, denn die Nachfrage nach „Polaröl“ stieg kontinuierlich. Niemand konnte sich zum damaligen Zeitpunkt vorstellen, dass dieser lukrative Wirtschaftszweig in absehbarer Zukunft fast vollständig untergehen würde.

Gewiss, „Peak-Whale-Oil“ war aufgrund der dezimierten Walbestände zum damaligen Zeitpunkt bereits überschritten – der Grund für das abrupte Ende des Walfangs war jedoch ein anderer. Im Jahre 1855 gelang dem kanadischen Arzt und Geologen Abraham P. Gesner erstmals die Herstellung von Kerosin aus Erdöl. Dieses Kerosin stellte eine preiswerte Alternative zu Walöl dar und läutete damit den Siegeszug von Erdöl als „billiger“ Energieträger ein. Der Rest ist Geschichte.

150 Jahre später stehen wir vor einer ähnlichen Situation

Niemand kann sich derzeit ernsthaft vorstellen, dass wir nicht noch auf Jahrzehnte hinaus auf relevante Mengen an Erdöl als Rohstoff zur Energiegewinnung angewiesen sind – mit allen negativen Folgen für unsere Umwelt, die mit der Förderung, Verarbeitung und Verbrennung von Erdölprodukten verbunden sind. Ungeachtet dieser Konsequenzen für unsere Zukunft auf der Erde verdient die Ölindustrie und viele mit ihr verbundene Industriezweige prächtig: Der Bedarf an Mineralölerzeugnissen steigt kontinuierlich. Das Angebot kann die Nachfrage kaum decken. Diese Aussichten sind ein gefundenes Fressen für Spekulanten. Gestützt durch billiges Geld infolge der Staatsschuldenkrise treiben sie den Ölpreis in astronomische Höhen:

Ölpreisentwicklung in Dollar je Barrel von 1987 bis Juni 2012
Ölpreisentwicklung in Dollar je Barrel von 1987 bis Juni 2012 (Bildquelle: TomTheHand / Wikipedia)

Diese Blase wird platzen. Und zwar schon bald.

Es ist erstaunlich, wie wenig in der etablierten Presse von einem Vorgang berichtet wird, der sich derzeit in eingeweihten Wissenschaftskreisen abspielt – ein Vorgang, der beste Chancen hat, eine weitaus tiefgreifendere Bedeutung für unser aller Leben auf diesem Planeten zu erlangen, als das aktuelle Krisengeschehen in Europa und den USA.

1989 wurden Stanley Pons und Martin Fleischmann noch für ihre Entdeckung von „Low Energy Nuclear Reactions“ (LENR) belächelt. LENR (auch „Kalte Fusion“ genannt) bezeichnet eine kontrollierte Kernfusion bei niedrigen Temperaturen. Hierbei wird in relevanten Größenordnungen thermische Energie freigesetzt. Zum damaligen Zeitpunkt gab es noch kein Erklärungsmodell für dieses Phänomen und eine Reihe von Wissenschaftlern scheiterte bei dem Versuch, die Experimente von Pons und Fleischmann zu reproduzieren. Daher wurde der Entdeckung damals keine große Bedeutung beigemessen.

Inzwischen hat nicht nur die Quantenphysik beträchtliche Fortschritte gemacht, sondern auch etablierten wissenschaftlichen Einrichtungen gelang der experimentelle Nachweis, dass „Kalte Fusion“ real ist und sich grundsätzlich zur Energiegewinnung eignet. Der große Vorteil gegenüber herkömmlichen Technologien: LENR ist 100% sauber. Es entstehen weder Radioaktivität noch Treibhausgase. Energieaufwand und Ressourceneinsatz zum Betrieb entsprechender Reaktoren betragen nur ein Bruchteil dessen, was die effizientesten Kraftwerke unserer Zeit benötigen. Sogar die NASA räumt mittlerweile ein, dass LENR ein so genannter „Game Changer“ ist – also eine Technologie, die das Potential für einen Paradigmenwechsel hat.

Dem italienischen Unternehmer Andrea Rossi ist es schließlich zu verdanken, diese neue Technologie entscheidend vorangetrieben zu haben. Erste stabil laufende LENR-Reaktoren (genannt E-Cat), die eine Energieleistung von 1MW erbringen sollen, werden zur Stunde von „unabhängigen Dritten“ (third party) getestet und zertifiziert. Noch in diesem Jahr (voraussichtlich innerhalb der nächsten Wochen) sollen umfangreiche Testergebnisse veröffentlicht und erste Geräte an Kunden übergeben werden. Aktuell erwartet die Wissenschaftsgemeinde mit Spannung die Resultate der unabhängigen Prüfer.

Mats Lewan über die E-Cat „Uraufführung“ im Oktober 2011

Durch unsere häufige Auseinandersetzung mit dieser Thematik möchten wir LENR-Technologie zu einem schnelleren Durchbruch verhelfen. Wie sich jeder leicht selbst ausrechnen kann, stehen gewaltige Interessen (nicht nur wirtschaftlicher Art) gegen eine revolutionäre Veränderung, wie sie sich aktuell andeutet. Der größte Bremsklotz für LENR, E-Cat, Rossi & Co. ist jedoch nicht die dem Untergang geweihte Ölindustrie, sondern die fehlende Offenheit und Bereitschaft bei vielen Menschen für einen tiefgreifenden Wandel. Jeder muss begreifen: „Kalte Fusion“ ist DIE Chance für uns Menschen (vielleicht sogar die letzte!?), die gewaltigen Herausforderungen auf unserem zu klein gewordenen Planeten zu meistern. Lasst uns gemeinsam in vollem Bewusstsein für den stattfindenden Paradigmenwechsel unsere Zukunft gestalten: Dieser Wandel ist unser Wandel!

P.S. Wer wissen möchte, welche gesellschaftlichen Veränderungen uns in den nächsten Jahren erwarten, liest hier: Was wäre wenn… Energie plötzlich nichts mehr kosten würde?

Quellen:

opensourcelenr.com – The Open Source LENR Project
jptonline.org – On the Precipice of a New Energy Source
pesn.com – The Ultimate E-Cat Cold Fusion Transmutation
oilprice.com – Cold Fusion: Progress Report
e-catworld.com – Rossi: Third Parties Will Validate High Temperature E-Cats

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Über Long Wang 319 Artikel
Meister Long Wang ist seit 2007 Teil des Everyday Feng Shui Redaktionsteams und bereichert seither als Experte für Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) mit seiner fernöstlichen Perspektive auf die Welt unsere Plattform. Zu erreichen ist er unter l.wang@everyday-feng-shui.de

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