„Shanzhai“ und Feng Shui für das Berliner Stadtschloss

Die Rettung für die Finanzierung des Wiederaufbaus des Berliner Stadtschlosses ist nah! Laut der ZDF-Sendung ASPEKTE steigt demnächst ein chinesischer Investor ein. Allerdings sieht dessen Nutzungskonzept eine Shopping-Mall und Kosteneinsparungen durch eine Bauweise nach dem „Shanzhai-Prinzip“ vor. Ob sich Preußische Tradition und Feng Shui wohl vertragen?

Berliner Stadtschloss um 1900
Berliner Stadtschloss um 1900 (Bildquelle: www.kuna-berlin.de)

Der Wiederaufbau des Berliner Stadtschlosses ist umstritten. Auf voraussichtlich 590 Mio. Euro werden sich die Kosten des Großprojektes belaufen, ohne dass es bisher ein schlüssiges Nutzungskonzept gibt. Die Stadt Berlin und der Bund teilen sich die Kosten für den Wiederaufbau. Aufgrund der angespannten Haushaltslage in der Bundeshauptstadt und durch die Finanzkrise beim Bund entschied die Bundesregierung im Juni 2010 den Baubeginn auf 2014 zu verschieben.

Die ZDF-Sendung ASPEKTE spinnt in einem aktuellen Beitrag die Kontroverse um die Finanzierung des Wiederaufbaus des Stadtschlosses bis ins Jahr 2017 weiter und lässt einen chinesischen Investor auftreten, der bereit ist, einen Großteil der explodierenden Kosten zu übernehmen. Dies macht der Chinese allerdings nicht ohne Hintergedanken. Schließlich sieht sein Nutzungskonzept vor, Kultur und Unterhaltung am geschichtsträchtigen Humboldtforum in besonderer Art und Weise miteinander zu verbinden. Und zwar in Form einer „Shopping Mall“, die den Namen „Palast des Luxus“ tragen soll.

Arno Brandlhuber und sein bahnbrechender Entwurf

Laut ASPEKTE-Informationen arbeitet der Berliner Architekt Arno Brandlhuber bereits an einem bahnbrechenden kostenreduzierten Entwurf für das Berliner Stadtschloss, bei dem die chinesische Kulturtechnik des „Shanzhai“ zum Einsatz kommen soll. „Shanzhai“ heißt wörtlich ins Deutsche übersetzt „Bergdorf“ und bezieht sich auf Regionen fernab Pekings, in denen „Regionalfürsten“ das Sagen haben. In diesen „Bergdörfern“ werden unbehelligt von der chinesischen Administration Imitationen von Markenartikeln hergestellt, die dann angefangen beim gefälschten Handy bis hin zum Turnschuh chinesische Shanzhai-Märkte überschwemmen.

Anders als in der westlichen Welt, wo Raubkopieren unter Strafe gestellt ist, gilt „Shanzhai“ in China nicht als etwas grundsätzlich Schlechtes. Denn es ist eine Kulturtechnik, die immer wieder neue Innovationen hervorgebracht hat. Was das konkret für das Berliner Stadtschloss bedeutet, seht ihr in folgendem Video-Beitrag:

„Shanzhai“: Wenn Preußische Tradition auf Feng Shui trifft

Palast des Luxus - "Shanzhai" für das Berliner Stadtschloss
Palast des Luxus - "Shanzhai" für das Berliner Stadtschloss

Das Video ließ sich leider nicht einbetten. Den Beitrag in High Quality könnt ihr euch auch hier in der ZDF Mediathek ansehen.

www.everyday-feng-shui.de

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