Das „Ökohaus“ von Frei Otto in Berlin

Das Ökohaus von Frei Otto ist ein einzigartiges Architekturprojekt in einer der attraktivsten Wohnlagen in Berlin. Die Anlage ist ein herausragendes Beispiel für die optimale Nutzung von knappem innerstädtischem Bauland unter Berücksichtigung ökologischer und baubiologischer Kriterien.

Das Ökohaus von Frei Otto in Berlin
Das Ökohaus von Frei Otto in Berlin (Foto: Deborah Rowe)

Kennt ihr schon das Berliner „Ökohaus“ in der Corneliusstraße? Falls nicht, solltet ihr euch dieses Projekt unbedingt einmal näher anschauen. Es handelt sich dabei genau genommen gar nicht um ein einzelnes Haus, sondern um mehrere Maisonette-Wohnhäuser, die im Rahmen der Internationalen Bauausstellung (IBA) von 1984 bis 1987 an einem der attraktivsten innerstädtischen Wohnstandorte in Berlin errichtet wurden. Die baukonstruktive und versorgungstechnische Infrastruktur der gesamten Anlage wurde von Frei Otto, einem der wichtigsten Vertreter der „biomorphen Architektur“ (= organische Architektur), entworfen.

Ziel des Projektes war „eine gesunde Mischung von individuell gestalteten Einzelhäusern, die ein Höchst­maß an klimagerechten, energiesparenden und öko­logisch orientierten Entwurfsprinzipien miteinander vereinen“. Das wirklich Besondere an dem Projekt ist jedoch, dass beim Bau zum Teil recht unkonventionelle Lösun­gen im Selbstbau verwirklicht wurden. Zudem wurden vorhandene Pflanzen und Baum­bestände auf dem Grundstück zum integralen Be­standteil des Gesamtprojektes. Auch wenn kein Feng Shui drauf steht: Hier wurde der Versuch unternommen, zu einem harmonischen Miteinander zwischen Mensch und Natur in der Großstadt zu kommen.

Der folgende Film stellt Ottos Ökohausprojekt und die Ideen dahinter vor:

Die Entwürfe zu den zweigeschossigen Gebäuden haben neun verschiedene Architekten angefertigt. Auch wenn die Einzelhäuser wie wild übereinandergestapelt ausgebaut erscheinen – hinter der Konstruktion steckt Methode: Die Infrastruktur aus Stahlbeton hatte große Ähnlichkeit mit aufeinander stehenden Tischen. Auf diese Weise mussten die unteren Häuser nicht die oberen tragen, was den Planern (zumindest in einem gewissen vorgegebenen Rahmen) konstruktive Freiheiten erlaubte.

Fazit:

Das Berliner Ökohaus von Frei Otto steht beispielhaft für eine optimale Nutzung von knappem innerstädtischen Bauland unter Berücksichtigung ökologischer und baubiologischer Kriterien und unter Einbezug bzw. Erhalt der natürlichen Umgebung. Also wenn das kein Feng Shui ist!

www.everyday-feng-shui.de

Quellen:

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Long Wang
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Meister Long Wang ist seit 2007 Teil des Everyday Feng Shui Redaktionsteams und bereichert seither als Experte für Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) mit seiner fernöstlichen Perspektive auf die Welt unsere Plattform. Zu erreichen ist er unter l.wang@everyday-feng-shui.de

2 Kommentare

  1. Danke sehr für diesen Video der Baumhäuser im Tiergarten Berlins! Schon um Frei Otto zu sehen und horen, leider gerade verstorben; In den 80. (1987) kennzeichnet sich die Öko-(Bio-logische)Baukultur durch ein absetzen entgegen der durchschnittlichen Architektur und stellt wie die Postmoderne als Stil(us) sich gegen stirielen weissen und kantigen (Würfel)Bauten des Modernismus.
    Mit Freunden (Kunstgeschichtler) habe ich die Bauten in Winter 1997 gesehen, in Zeit meiner Recherche an der TU Eindhoven die zur Doktorarbeit Human-Ökologisch Orientierter Wohnungsbau (in niederl.) führte erschienen als Bausteine Seriennr. 99 (4-10-2006).

    Dr. Juri Czabanowski (Nijmegen, NL)
    Urchitektur: Geschichte der Kunst und Nachhaltiges (Städte)Bauens

  2. Schade, dass es nicht mehr solcher umweltschonender Ökohäuser in den Großstädten gibt. Ökologisch gebaute Häuser in Stadtgebieten sind an und für sich eine tolle Idee, jedoch wird eine flächendeckende Umsetzung kaum möglich sein. Der Platz fehlt einfach, es müssen so viele Menschen auf engsten Raum untergebracht werden, dass wir eher in die minimalistische Richtung denken müssen. Damit meine ich, wie kann ich kleinste Wohnflächen ökologisch sinnvoll nützen und möglichst wohnlich gestalten? Gärten auf Dächern und auch große bepflanzte Terrassen auf allen Stockwerken fände ich hier eine gute Idee, um die Wohnqualität zu erhöhen und trotzdem etwas für die Umwelt zu tun.

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