Totholzhecken: naturnah und nachhaltig

So genannte „Benjes-Hecken“ sind eine schöne Alternative zum Verbrennen von Zweigen, die ohnehin keinen nennenswerten Brennwert haben. Obwohl das Baumaterial „tot“ ist, verändern sich die Hecken ständig und verwandeln sich langsam in lebende Zäune.

Foto: BAW_Bundesanstalt für Wasserbau / flickr CC BY 2.0
Foto: BAW_Bundesanstalt für Wasserbau / flickr CC BY 2.0

Was ist eine Totholz-Hecke?

Totholzhecken sind im Prinzip lineare Haufen aus abgeschnittenen Holzästen, die die Funktion von Zäunen übernehmen. Damit das Material zusammenhält und nicht alsbald zu einem Hügel zerfällt, wird es zwischen vertikalen Holzpflöcken geschlichtet. Statt der Pflöcke kann auf einer Seite ein Maschendrahtzaun, ein Lattenzaun oder eine Mauer sein. Wenn die Hecke an einer Grundgrenze angeordnet wird, sollte man darauf achten, dass das lose Material am eigenen Grund bleibt und nicht auf den Nachbargrund fällt. Bei der Anordnung der Pflöcke und des Füllmaterials gibt es viele Gestaltungsmöglichkeiten. Wer eine ganz säuberliche Hecke möchte, kann die Äste wie bei einem Gabionen-Zaun zwischen zwei stabilen Drahtzäunen einbringen. Diese Variante ist natürlich wesentlich kostspieliger als eine reine Totholzhecke aus Abfall-Holz, wo das Material überhaupt nichts kostet. In jedem größeren Garten, der nicht nur aus Rasen, sondern auch aus Gehölzen besteht, fällt jährlich Astmaterial an.

Die Vorteile von Benjeshecken

Eine Hecke aus Abfallholz hat viele Vorteile:

  • Abfall-Zweige vom Baum- und Strauchschnitt werden verwertet.
  • Kleine Wildtiere können sich verstecken.
  • Es entsteht ein Rankgerüst für verschiedene Kletterpflanzen.
  • Sonnenschutz entlang der Hecke.
  • Windschutz.
  • Sichtschutz – auch im Winter!
  • Das Material ist kostenlos.
  • Die Hecke sieht interessant aus und wird von Jahr zu Jahr lebendiger.
  • Man erspart sich das Verkleinern und Kompostieren.
  • Das Material fällt bei Baum- und Strauchschnitt jedes Jahr an – wächst also nach. Außerdem gibt es jede Menge Ast-Abfälle, wenn man Bäume fällt, Sträucher beseitigt oder ganze Hecken entfernt.

Bau-Anleitung

Zuerst müssen die Pflöcke hergestellt werden – zum Beispiel mit der Stichsäge. Die Länge entspricht der gewünschten Zaunhöhe plus Zugabe für den Teil, der in der Erde verschwindet (mindestens 30 Zentimeter). Eine Zaunhöhe von mehr als 2 Metern ist nicht zu empfehlen, weil die Hecke sonst instabil wird. Falls abgestorbene Sträucher vorhanden sind, können diese integriert werden, indem man sie in der gewünschten Höhe abschneidet und den Wurzelballen in der Erde belässt. Die Pflöcke werden so platziert, dass je zwei Stück einander gegenüber stehen, wobei der Abstand der Heckenbreite entspricht. Die Heckenbreite sollte mindestens einen halben Meter betragen. Bei einer Breite von mehr als einem Meter, kann man sich überlegen, ob man kleinwüchsige, lebende Sträucher in die Totholzstruktur integriert. Zum Beispiel Wildrosen. Allerdings ist dann das Einflechten von Ästen wesentlich umständlicher. Der Abstand zwischen den Pflöcken nebeneinander sollte nicht größer als einen Meter sein. Je kürzer die Äste sind, die eingeflochen werden sollen, umso enger müssen die Pflöcke nebeneinanderstehen. Die Äste zu verflechten ist kein Muss, erhöht aber die Standfestigkeit.

Kleiner Tipp: Die Pflöcke lassen sich leichter in die Erde treiben, wenn die Erde feucht ist.

Zum Weiterlesen: Benjeshecke anlegen: Bauanleitung und Tipps

Wie lange hält eine Benjeshecke?

Das Holz wird mit der Zeit morsch und verfällt zusehends. Dennoch kann eine Totholzhecke Jahrzehnte lang halten, wenn die Pfähle aus imprägniertem Holz bestehen und das Füllmaterial jährlich nachgefüllt wird. Man muss damit rechnen, dass sich im unteren Bereich, der direkt auf der feuchten Erde liegt, eine Kompostschicht bildet. Wie bei gelagertem Brennholz dauert es allerdings mehrere Jahre, bis die luftig gelagerten Äste in den oberen Schichten zu Faulen beginnen. Solange das Holz keiner dauerhaften Feuchtigkeit ausgesetzt sind, wird es immer wieder austrocknen und stabil bleiben. Die Hecke wird sich auf jeden Fall verändern und umso schneller verrotten, je feuchter der Standort ist. Eine Bepflanzung mit Rankpflanzen sieht schön aus, führt aber dazu, dass der Verfall voranschreitet. Mit der Zeit werden sich ganz automatisch Samen von verschiedenen Pflanzen am Boden verfangen und aufgehen. Die Hecke wird früher oder später mit Rankpflanzen und austreibenden Büschen bewachsen sein. In spätestens 20 Jahren sollte aus dem toten Gehölz-Zaun eine lebende Hecke entstehen.

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Über Johanna Fritz 76 Artikel
Johanna ist freiberufliche Grafik-Designerin und Künstlerin. Sie berät das Team von Everyday Feng Shui bei der Website-Gestaltung und unterstützt bei redaktionellen Themen rund ums Wohnen und Einrichten. Johanna ist unser "Stil-Guru" und ihr erreicht sie unter j.fritz@everyday-feng-shui.de

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