Unbeliebte Haustiere: Hausmäuse, Ratten und Wühlmäuse

In der Natur gibt es ja eigentlich keine Plagegeister, sondern nur Nützlinge, die für das ökologische Gleichgewicht sorgen. Dennoch will keiner auf engstem Raum mit Tieren zusammenleben, die allzu viel Schaden anrichten.

 Mäuschen: Eigentlich sind sie ja süß. Foto (C) David Short / Flickr CC BY 2.0

Mäuschen: Eigentlich sind sie ja süß. Foto (C) David Short / Flickr CC BY 2.0

 

Selbst ausgesprochene Tierliebhaber sind nicht von allem begeistert, was so kreucht und fleucht im Haus und im Garten. Die meisten Menschen teilen ihre privaten Reviere nur ungern mit ungeladenen tierischen Gästen. Obwohl Ratten auch gezähmt und als Haustiere gehalten werden können, hält sich die allgemeine Zuneigung in Grenzen. Schließlich treiben sich Ratten vor allem dort herum, wo es ekelig ist. Im Kompost zum Beispiel, wenn gekochte und tierische Speisereste entsorgt werden, die eigentlich auf dem Kompost nichts verloren haben. Außerdem können sie Krankheitserreger übertragen.

 

Was unterscheidet die drei Nagetiere?

Auf den ersten Blick sehen sie ziemlich ähnlich aus, weshalb man sie leicht verwechseln kann. Hausratten werden bis zu 24 Zentimeter lang und sind allein durch ihre Größe leicht von den viel kleineren Mäuschen zu unterscheiden. Katzen jagen vor allem Mäuse, aber gelegentlich auch Ratten. Nachfolgend eine Liste mit den wichtigsten Unterscheidungsmerkmalen:

 

Aussehen Nahrung Eigenheiten Natürliche Feinde
Hausratten Spitze Schnauze. Größe bis 24 Zentimeter (Kopf und Rumpf). Relativ dicker, geringelter Schwanz, der länger ist als der Körper. Borstiges Fell. Pflanzliche und tierische Abfälle Soziale Tiere, die in Gruppen auftreten. Tag und Nacht aktiv. Bohnenförmige Kotballen. Sie können durch Abwasser-Fallrohre auch in obere Stockwerke gelangen. Hunde, Katzen, Marder, Iltisse, Hermeline und Eulen.
Wühlmäuse,

Schermäuse

Der behaarte Schwanz ist kürzer als der halbe Rumpf. Stumpfe Schnauze und kleine Ohren. Braunes bis schwarzes Fell. Pflanzen-wurzeln und Baumrinden Sie halten sich nur selten oberirdisch auf. Jede einzelne Wühlmaus lebt in einem eigenen Bau. Die Gänge enden mitten unter den sichtbaren Erdhaufen. Eulen, Habichte, Bussarde, Wiesel, Hermelin, Katzen, Maulwürfe, Fuchs, Iltis, Marder.
Hausmäuse Größe bis 11 Zentimeter (Kopf und Rumpf). Relativ dünner Schwanz, der etwas kürzer oder gleich lang ist wie der Körper. Allesfresser Vor allem in der Nacht aktiv. Soziale Tiere. Wo eine Maus ist, sind noch mehrere. Katzen, Ratten, Marder, Frettchen, Schlangen Eulen und diverse Greifvögel.

 

Gewaltfreie Mittel, um Ratten zu vertreiben

  • Mit Katzenurin getränkte Katzenstreu
  • Essig-Essenzen
  • Chilipulver
  • Nelkenöl oder Terpentinöl
  • Spezielle Ultraschallgeräte
  • Futterquellen entziehen: Gekochte Lebenmittel dürfen weder auf den Kompost noch in die Toilette. Lebensmittel-Lagerräume sorgfältig abdichten. Kein Vogelfutter auslegen, das von Ratten geklaut werden könnte.
  • Nistplätze verhindern: Nichts herumliegen lassen, was als Unterschlupf dienen könnte.
  • Einschlupfmöglichkeiten verschließen: Besonders gefährdet sind Gartenschuppen, Kellerfenster und undichte Türen.
  • Keine süßen und tierischen Lebensmittel herumliegen lassen. Zu den Lieblingsspeisen von Ratten zählen Käse, Wurst, Speck und Schokolade.
  • Kein Tierfutter herumstehen lassen.
  • Wenn sich eine Rattenfamilie mal angesiedelt hat, ist es einfacher, sie auszuhungern als sie zu vertreiben. Ratten sind lernfähige, schlaue Tierchen, die mit Fallen nur schwer auszurotten sind. Solange Unrat herumliegt, wird Ungeziefer immer wieder angezogen.
  • Weitere Tipps gegen Ratten im Garten: https://www.haushaltswiki.de/ratten-im-garten/ Falls die Tiere getötet werden müssen, weil sie zum Beispiel bereits in der Küche eingenistet sind, dann bitte eine kurze und schmerzlose Methode wählen!
Und so sieht eine Ratte aus! Foto (C) Richard Combes / flickr CC BY 2.0
Und so sieht eine Ratte aus! Foto (C) Richard Combes / flickr CC BY 2.0

 

Hausmäusen den Garaus machen

 Futterquellen entziehen: Mäuse folgen ihrem Geruchssinn und werden von Lebensmitteln angezogen.

  • Einschlupfmöglichkeiten verschließen: Mäuse sind zarter als Ratten und können durch kleine Öffnungen schlüpfen. Spalten und Fugen ab 6 Millimetern reichen bereits aus. Solange Gebäudeschäden vorhanden sind und Tiere eindringen können, werden sie das auch tun. Drahtgitter mit einer Maschenweite von maximal fünf Millimetern können Abhilfe schaffen.
  • Mülltonnen und Müllsäcke stets verschlossen halten. Für die Bekämpfung von Mäusen gilt grundsätzlich ähnliches wir für Ratten.

 

Wühlmäuse im Garten loswerden

Die Existenz von Schädlingen muss grundsätzlich toleriert werden, aber sie sollten nicht Überhand nehmen. Jede Tierart hat ihre Berechtigung in einem ökologischen System. Schermäuse dürfen nicht mit Maulwürfen verwechselt werden, die nicht nur zu den Nützlingen zählen, sondern auch unter Naturschutz stehen. Maulwürfe sind sogar nützlich gegen Wühlmäuse, weil sie es auf die Nester mit den Jungtieren abgesehen haben.

  • Vermeidung von Monokulturen in den Gartenbeeten.
  • Wurzelballen von jungen Obstbäumen mit Drahtgittern sichern.
  • Diverse Hausmittel wie Gerüche und Lärm haben sich nicht bewährt. Solange die Bedingungen für Wühlmäuse gegeben sind, wird man sie nicht los.
  • Keine Pflanzen anbauen, die Wühlmäuse besonders lieben: Zum Beispiel Tulpen, Topinambur, Pastinaken, Möhren und Lilien. Wenn es nur wenig gibt, was sie fressen können, können sie sich nicht großartig vermehren.
  • Wurzelgemüse nur in Hochbeeten anbauen, die mit Drahtgittern geschützt sind.
  • Nicht zu viel gießen, denn die Schermäuse fühlen sich nur in feuchten Böden wohl.
  • Jungpflanzen vorziehen und so lange schützen, bis sie stark verwurzelt sind. Starke Pflanzen werden nicht angegriffen.
  • Pflanzen nicht zu dicht anbauen, denn alles was zu viel ist, zieht Schädlinge an.
  • Generell nicht viel mehr anbauen als benötigt wird. Viele Gärtner kommen mit der Ernte nicht nach und daher muss es Tiere wie Wühlmäuse geben, die die überzähligen Pflanzen vernichten.

 

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