Warum glauben so viele Menschen an Besetzungen?

Es ist keineswegs gesichert, dass es so etwas wie eine „Besetzung“ überhaupt gibt. Dennoch fühlen ich offenbar sehr viele Menschen angesprochen, denn Videos und Artikel über dieses Thema sind erstaunlich nachgefragt.

 

Wie langweilig wäre das Leben ohne Drama?

Die Schwäche für Dramen, Märchen, Horrorgeschichten und starke Emotionen ist leider typisch menschlich. Angebliche Experten schildern die abenteuerlichsten Beschreibungen, was zwischen den Geistern alles möglich sein soll. Nur gut, dass sich diese „Experten“ keineswegs einig sind. Die einen behaupten, dass niemand besetzt werden kann, wenn er das nicht möchte. Die anderen sagen, dass fast jeder besetzt ist und dass sich sogar mehrere Seelen an einen Lebenden anheften können. Die einen betrachten die Besetzen als wehrlose Opfer, die sich ohne Hilfe nicht befreien können. Die anderen finden Besetzungen nicht schlimmer als enge Beziehungen unter Verwandten und Partnern.

 

Nach dem Tod geht die Seele nicht sofort „ins Licht“, sondern lässt sich Zeit

Dass Verstorbene mehrere Stunden oder sogar Tage brauchen, um sich vom Sterbeplatz zu lösen, ist von vielen Nahtod-Berichten bekannt. Normalerweise gehen Tote liebend gerne ins Licht und haben wenig Lust, auf der Erde zu verweilen. Manche jedoch haben Angst vor dem Licht oder fürchten sich auf Grund ihres Glaubens vor dem „Jüngsten Gericht“. Verstorbene Seelen, die noch auf der Erde herumirren und nicht wissen, wo sie hingehören, werden auch „Arme Seelen“ genannt. Offenbar bleibt der freie Wille über den Tod hinaus erhalten und es wird keiner gezwungen, die irdische Sphäre zu verlassen.

 

Wie wird man lästige Poltergeister los?

Arme Seelen mit viel Radau zu vertreiben, nützt gar nichts, denn sie können nur verschwinden, wenn sie ihren Weg finden. Sie brauchen keine abschreckenden Rituale, sondern Begleitung und liebevolle Unterstützung. Üblicherweise werden diverse Engel und verstorbene Verwandte aus der geistigen Welt aufgerufen, um bei der Überführung mitzuhelfen. Der vermeintliche Spuk kann aber auch eine fälschliche Interpretation eines Phänomens sein, das mit Gespenstern gar nichts zu tun hat. Wenn ein Mensch unter starken emotionalen Spannungen steht, kann diese Energie ausreichen, um Objekte zu bewegen oder zum Fallen zu bringen. Es ist jedenfalls völlig normal, dass sich gelegentlich Spannungen im Raum entladen, die von Geräuschen begleitet sind. Das kann ein Knacken in der Heizung sein oder eine Samenkapsel, die plötzlich aufspringt oder ein Kleidungsstück, dass verrutscht.

Regentropfen oder Gespenst? Foto (C) Matthias Ripp / flickr CC BY 2.0
Regentropfen oder Gespenst? Foto (C) Matthias Ripp / flickr CC BY 2.0

 

Verschiedene Formen von Besetzungen

Besetzungen haben viele Namen und wenn man den Begriff weit genug fasst, dann sind wahrscheinlich wirklich sehr viele Menschen „besetzt“ – meist ohne es zu wissen. Nachfolgend eine Reihe von Schlagworten, ohne näher darauf einzugehen.

  • Erdgebundene Seelen
  • Identifikation mit früh gestorbenen Vorfahren, wenn jemand „einspringen“ muss, um dessen Rolle in der Familie zu erfüllen
  • Parasiten, die das Verhalten ihrer Wirte steuern
  • Süchte bzw. Programmierungen im Gehirn, die eine Fremdsteuerung bewirken
  • Die Angst vor der Freiheit, wenn Menschen tun und lassen können, was sie möchten (Rentner, Schüler in den Ferien, Arbeitslose, Geschiedene)
  • Seelenanteile können sich verabschieden bei schockierenden und traumatischen Erlebnissen
  • Persönlichkeitsspaltung, Schizophrenie
  • Mindcontrol, geplante geistige Manipulation
  • Die Macht von Inszenierungen, Medien und Filmen
  • Verfolgungswahn und Angst vor Gespenstern
  • Offene Aura: Jede Bezugsperson färbt ab und empathische Menschen passen sich ganz automatisch an ihre Gesprächspartner an
  • Negatives Gedankenkarussell: Wenn sich das Gehirn selbstständig macht und penetrant Gedanken denkt, die man selbst nicht denken möchte
  • Verschiedene innere Stimmen und Einflüsterer, die unterschiedlich klingen
  • Selbstfindung als lebenslanger Prozess bei Menschen, die nicht authentisch sind
  • Enge Verbundenheit mit Wohnräumen, Autos und Haustieren
  • Die Offenheit – und Beeinflussbarkeit – von Kindern und jungen Menschen, die mit zunehmendem Alter stetig abnimmt
  • Verhexte, verfluchte und verwünschte Märchenfiguren
  • Verstorbene Alkoholiker, deren Geister weiterhin in Gasthäusern sitzen
  • Die „atmosphärischen“ Rückstände, die Vorbesitzer in Wohnungen hinterlassen
  • Die Anziehungskraft von Horrorfiguren (Herman Munster, Dracula, Zombies, Geisterbahnen)
  • Fasching und Halloween

Meine persönliche Meinung ist, dass es viele Menschen gibt, die ihr Leben nicht unter Kontrolle haben und nicht sie selbst sind – aber das bedeutet nicht, dass sie besetzt sind. In der geistigen Welt gibt es keine Gewalt und keine Zwänge, aber kosmische Gesetzmäßigkeiten. Alle Anziehungen basieren auf Resonanz und es gibt in der Natur kein energetisches Vakuum. Wenn eine Wesenheit zu schwach ist oder ausfällt, wird ihr Platz von einer anderen Wesenheit eingenommen. Die Realität jedes Menschen hängt von seinem Bewusstsein ab, aber die wenigsten Menschen wissen, wie sie ihre Realität beeinflussen können. Die bloße Anwesenheit von Geistwesen ist in keiner Weise gefährlich, sondern ganz normal. Niemand muss sich vor ihnen fürchten.

 

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Irmgard Brottrager, Dipl.Ing. für Architektur und Innenarchitektur,

Ganzheitliche Raum-Gestaltung und Europäisches Fengshui 

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Literatur-Übersicht

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2 Kommentare

  1. Sehr interessantes Thema und vor allem sehr interessanter Artikel. Ich informiere mich in letzer Zeit etwas über Besetzungen und bin so auch hier gelandet. Wobei die meisten Artikel nicht so objektiv und professionell geschrieben sind wie dieser hier. Gefällt mir sehr gut, wie das Thema hier erklärt wird.
    LG Manfred

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