Weltfrieden beginnt mit innerem Frieden

Jeder kennt das: Sobald verschiedene Meinungen aufeinandertreffen, endet es oft mit Konflikten, Ärgernissen und Zwietracht. Diese Zwistigkeiten sind Keimzellen für schlimmere Auseinandersetzungen. Wie lassen sich diese Aufregungen vermeiden?

Foto: Dr. Matthias Ripp / flickr CC BY 2.0
Foto: Dr. Matthias Ripp / flickr CC BY 2.0

Kurt Tepperwein, Nada Breidenbach und Daniele Ganser

Daniele Ganser ist Historiker und Friedensforscher. Kurt Tepperwein und seine Frau Nada beschäftigen sind mit Bewusstseinsthemen, wobei es immer wieder um die Frage geht, wie man das Ego und alle damit verbundenen Probleme überwinden kann. Nachfolgend Gedanken und Reflexionen zu einem Video, in dem sich die drei zum Thema Frieden austauschen. Das Video trägt den Titel „Kurt Tepperwein, Dr. Daniele Ganser und Nada im Gespräch: Frieden – Innen und Außen/Bewusstsein uvm“ und ist auf den Youtube-Kanal von „Nada Brahma“ zu finden. Dieser Artikel ist keine Zusammenfassung dieses Videos, sondern das Video dient nur als Anregung, wobei einige Aussagen aus dem Video wiedergegeben werden.

Frieden mit sich selbst

Wenn jeder mit sich im Frieden ist, dürfte es keine Zwistigkeiten mehr geben. Der Frieden im eigenen Leben hängt nicht nur vom inneren Frieden ab, sondern auch von der Fähigkeit, sich durch äußere Provokationen nicht aus der Ruhe bringen zu lassen. Es wird immer Ärgernisse geben – wenn nicht von Menschen, dann von Tieren oder der Witterung ausgehend – die uns aus der Fassung bringen können. Im Umgang mit Menschen mögen die folgenden Tipps dazu beitragen, dass die Begegnungen friedlicher verlaufen:

  • Konflikte lassen sich vermeiden, indem Menschen einander nicht grundlos belästigen, sondern zuerst versuchen, mit sich allein klarzukommen.

  • Man sollte Menschen nicht miteinander vergleichen, sondern jeden als einzigartig betrachten.

  • Keiner sollte sich wichtiger vorkommen oder als weniger wichtig erachten.

  • Keine unnötigen Tratschereien, denn das Gerede über andere richtet viel Schaden an.

  • Respekt und Toleranz vor allem, was lebt und zum Leben dazugehört.

  • Innerer Frieden bedeutet, mit sich selbst im Reinen zu sein und sich selbst nicht nur ertragen zu können, sondern auch ohne Gesellschaft ausgeglichen und glücklich zu sein.

  • Man sollte niemanden beschuldigen für diverse Nachteile im Leben, sondern auch dann im Frieden bleiben, wenn es nicht gerecht zugeht.

  • Man kann es nicht immer vermeiden, dass die Wogen der Emotionen hochgehen. Aber man kann warten, bis die Aufregung vorbei ist, bevor man Lösungen sucht.

  • Kurt Tepperwein betrachtet seine Gedanken und Gefühle als Freunde, die er respektiert, aber nicht für WESENtlich hält. Er verlässt sich auf die nüchterne Wahrnehmung, die sich nicht so sehr irren kann wie der Verstand.

  • Bei verletzenden Angriffen nicht argumentieren, sondern schweigen und den Ort vorübergehend verlassen. Man muss niemandem etwas beweisen. Irrationale Angriffe sind mit Argumenten nicht zu bereinigen.

Das SELBST und die Menschheitsfamilie

Auf der Ebene des „Selbst“ sind wir alle Teile eines Ganzen. Was wir jemandem antun, tun wir uns im Grunde selber an. Es ist immer nur das Ego, das sich hervortut und vom Ganzen abspaltet. Das Ego ist selbstsüchtig, konkurrenzsüchtig, überheblich und einfältig. Es identifiziert sich mit dem Körper, mit dem Verstand, mit dem Namen, mit dem Beruf, mit Besitztümern, mit Bewertungen und Leistungen. Die meisten Menschen wissen gar nicht, dass es außer diesem vordergründigen ICH noch ein weiteres Bewusstsein gibt – nämlich das SELBST-Bewusstsein. Das SELBST ist eine unsterbliche Instanz im Hintergrund, auf die wir uns jederzeit zurückziehen können. Sie ist auch dann vorhanden, wenn wir nichts denken und wenn wir unseren Körper und alle Besitztümer außer Acht lassen. Sie ist der ruhende Pol und sichere Hafen, der nicht erschüttert werden kann. Die Fähigkeit, sich beruhigen und zurückziehen zu können, ist eine wichtige Voraussetzung für ein friedvolles Leben.

Trennung, Abwertung, Tötung

Krieg ist nur möglich, wenn wir uns EGOistisch vom Ganzen trennen und unsere Mitgeschöpfe abwerten, um Tötungen zu rechtfertigen. Daniele Ganser erklärt, wie er reagiert, wenn er verleumdet oder diffamiert wird: Die erste Reaktion ist Trauer und Schmerz. Vor allem, wenn die Abwertung aus dem familiären Umfeld kommt, empfindet Ganser eine Verletzung. Er geht dann nicht in Argumentationen und Abwehr, sondern nach innen und beobachtet seine aufgewühlten Gedanken und Gefühle. Die Wellen gehen hoch, werden aber irgendwann ruhig. Im besten Fall nach wenigen Minuten, schlimmstenfalls erst nach mehreren Tagen. Wenn möglich, macht er einen Spaziergang im Wald, um in ein anderes Umfeld einzutauchen. Ganser kommt zum Schluss, dass Diffamierungen nicht schaden, sondern letztlich von Vorteil sind, weil man sich daran erinnert, wie wertvoll man wirklich ist. Das Selbstwertgefühl wird nicht geringer, sondern höher. Die Wahrheit und das Bewusstsein können durch nichts beschädigt werden.

 

Was tun bei Diffamierungen?

Kurt Tepperwein: Wenn ihn jemand für dumm hält, wird er dadurch kein bisschen dümmer, sondern es handelt sich um die Sichtweise eines anderen Menschen, die nicht relevant ist. Meistens beistzen die Menschen, die uns verletzen, gar nicht die Kompetenz, uns zu beurteilen. Es ist eigentlich nur ein blinder VERSUCH einer Verletzung, der ins Leere geht, wenn man nicht reagiert.

Nada: Diffamierung löst das Gefühl aus, nicht geliebt zu sein. Man fühlt sich plötzlich als „Nichts“. Die Kunst besteht darin, wieder zur Liebe zurückzukehren, die wir ursprünglich alle sind. Es ist außerdem eine Frage der Schwingung, ob man in der Liebe bleibt oder sich runterziehen lässt.

 

 

 

 

 

 

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Über Johanna Fritz 75 Artikel
Johanna ist freiberufliche Grafik-Designerin und Künstlerin. Sie berät das Team von Everyday Feng Shui bei der Website-Gestaltung und unterstützt bei redaktionellen Themen rund ums Wohnen und Einrichten. Johanna ist unser "Stil-Guru" und ihr erreicht sie unter j.fritz@everyday-feng-shui.de

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