Wer hat Erfahrungen mit dem Sentinel-Haus Institut?

Das Sentinel-Haus Institut begleitet Bauvorhaben jeglicher Art unter gesundheitlichen Aspekten. Dabei übernimmt es Garantien für eine optimale Innenraumluftqualität in Gebäuden. Wir sind skeptisch. Wer hat Erfahrungen mit dem Sentinel-Haus Institut?

Gerade sind wir über den Image-Film des Sentinel-Haus Instituts (SHI) gestolpert. Der Begriff Sentinel kommt aus dem mittelalterlichen Englisch und bedeutet so viel wie „Wächter“. Als solch ein Wächter versteht sich das SHI wenn es um gesundes Bauen und Wohnen geht. Sentinel schult beispielsweise alle am Bau eines Hauses beteiligten Akteure oder vermittelt Partnerfirmen. Auf diese Weise soll gewährleistet werden, dass keine Bauschäden durch unsachgemäße Verarbeitung von Materialien entstehen oder in Wohngebäuden dauerhaft Schadstoffe an die Raumluft abgegeben werden. Für die optimale Innenraumluftqualität übernimmt das Sentinel-Haus Institut anschließend sogar eine vertragliche zugesicherte Garantie. Den Image-Film des Unternehmens seht ihr hier:

Grundsätzlich finden wir eine solche Initiative ja lobenswert. Allerdings haben wir uns auch gefragt, von wem solch eine „vertraglich zugesicherte Luftqualität“ im Streitfall eigentlich beurteilt wird. Laut unseres Wissens gibt es zurzeit in Deutschland, was die Qualität der Raumluft betrifft, für Innenräume keine gesetzlichen oder behördlichen Grenzwerte. D.h. Kunden müssen nicht nur das glauben, was Sentinel misst und für sich selbst als „optimale Innenraumluftqualität“ definiert, sondern haben darüber hinaus kaum Möglichkeiten zu prüfen, ob das von Sentinal gemessene Schadstoff-Spektrum auch tatsächlich all das abdeckt, was an Luftschadstoffen in der Raumluft vorhanden ist.

Als ein Beispiel für die schwierige Erfassung von Schadstoffen in der Raumluft möchten wir hier das Messen der Konzentration von Nano-Partikeln nennen, wie sie etwa von Laser-Druckern ausgestoßen werden. Eine aktuelle Studie der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) zeigt nämlich, dass Laserdrucker bis zu 7,6 Milliarden Partikel Feinstaub je gedruckter Seite emittieren: Diese unsichtbaren Partikel machen krank. Sie verursachen Hustenanfälle, geschwollene Nasenschleimhäute oder Kopfschmerzen. Nachweisen kann man Nano-Partikel allerdings nur, wenn man tatsächlich danach sucht und dann auch nur mit absolutem Spezialequipment.

Wir sind skeptisch, ob sich eine zusätzliche Investition in eine Baubegleitung durch das SHI lohnt oder ob die angebotenen Leistungen des Unternehmens lediglich eine kreative Form der Geschäftemacherei sind. Hat jemand von euch Erfahrungen mit dem Sentinel-Haus Institut und kann uns da weiterhelfen?

www.everyday-feng-shui.de

3 Kommentare

  1. Guten Tag,
    Kritische Betrachtung ist herzlich gewünscht! Viele Projekte wurden von den Bauherren auch nach Feng Shui Kriterien umgesetzt. Jedoch gehört dies nicht zum Leistungskatalog unseres Instituts. Wir befassen uns lediglich mit biologisch, chemisch und physikalisch messbaren Kriterien. Hierbei sind Empfehlungen des Umweltbundesamtes die Grundlage. Kritische Betrachter sind herzlich in eines unserer Seminare eingeladen.

  2. Hallo Herr Beierke,

    vielen Dank für Ihren hilfreichen Kommentar und die Erläuterungen zur Arbeitsweise des SHI. Das beruhigt uns in unseren Bedenken, was beispielsweise die Objektivität der Messungen betrifft.

    Trotzdem würde uns hier auch ganz besonders die Kundensicht interessieren und ob es neben der Verwendung emissionsarmer Baustoffe und den Messungen der Innenraumluft vielleicht noch weitere Anknüpfungspunkte zum Thema Feng Shui gibt. Vielleicht hat dies bereits jemand kombiniert?

    Grüße aus Berlin
    Long Wang

  3. Guten Morgen,

    ich würde gerne eine kurze Antwort auf die Fragen geben.

    Die Garantie auf eine gute Innenraumluft vereinbart der Bauherr mit seinem ausführenden Bauunternehmer, indem im Bauvertrag eine Beschaffenheitsvereinbarung der Qualität der Innenraumluft bei der Übergabe geschlossen wird. Somit haben beide Seiten eine Rechtssicherheit.
    Um diese Rechtssicherheit zu gewährleisten, kommt das SHI ins Spiel damit alle beteiligten die geforderten Vereinbarungen einhalten können. Z.B werden alle beteiligten Handwerker geschult, es werden generell nur Baustoffe eingesetzt welche ein Emissionszeugniss vorweisen können u.s.w. Die abschließende Kontrollmessung erfolgt durch ein separates Prüf-Labor und wird von dem Bauherren beauftragt. Würden wir unsere arbeit selbst messen hätte dies ein „geschmäckle“.
    Materialien mit Nanopartikeln werden generell nicht frei gegeben, bzw. sollten Drucker von dem Nutzer gewünscht sein oder aus beruflichen Gründen notwendig sein, sollten hier planerisch besondere Maßnahmen getroffen werden.

    Ich finde es großartig mit Ihnen über dieses Thema zu diskutieren und möchte Sie sehr gerne einladen dieses Thema gemeinsam zu erörtern.

    Herzlichst

    Günter Beierke
    SHI Regionalleiter Ost

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