2019 – der Dezember in Zahl3n

Das Ende naht! Auch wenn das ein wenig pathetisch klingt, ändert das nichts an der Tatsache, dass der letzte Monat anbricht, den wir mit dem Jahr 2019 in Verbindung bringen können. Das Jahr schwenkt sozusagen auf die Zielgerade ein und lässt uns in gewohnter Manier wissen, dass jetzt nicht die richtige Zeit ist, dem Nichts-tun zu frönen.

Wie so oft wird Weihnachten unverhofft vor der Türe stehen, plötzlich und unerwartet werden sich manche gemüßigt fühlen, Jahresabschlüsse zu bewerkstelligen, Inventuren durchzuführen oder einfach „nur“ entsprechende Einkäufe zu tätigen. Tun ja, von mir aus auch schwungvoll, aber bitte nicht hektisch. Niemand sollte sich der Versuchung hingeben, schneller als der eigene Schatten sein zu wollen. Denn das ist auch etwas, das in diesem neuen Monat steckt. An dieser Stelle also der mahnend erhobene Zeigerfinger: Eile mit Weile, mit den Kräften haushalten! Wir dürfen uns gerne vom Volksmund inspirieren lassen, der weiß, dass Rom nicht in einem Tag gebaut wurde, dass auch eine Reise von tausend Meilen mit dem ersten Schritt beginnt.

Dieser Gedanke ist es wert, weiter verfolgt zu werden. Schließlich beschäftigen wir uns gerade mit dem zentralen Thema des neuen Monats. Wir mit unseren hohen Idealen, die wir rast- und ruhelos und zuweilen impulsiv und ungeduldig verfolgen, sollen den berühmt berüchtigten Gang runterschalten? Und sollen wir uns damit anfreunden, dass nicht alles zeitverzugslos erledigt werden soll? Ist das Zauberwort mit den 2 „t“ nun plötzlich nicht mehr ‚flott‘ oder ‚jetzt‘?
Ja, wir sollen! Unbedingt! Auch an dieser Stelle kann der Volksmund wieder mit einer passenden Weisheit aufwarten: blinder Eifer schadet nur. Isso. Rufen wir uns doch eines der vielen Meister-Schüler-Gespräche ins Gedächtnis:
„Meister, wie lange werde ich brauchen, um alles zu lernen, was Du kannst?“
„20 Jahre.“
„Und wenn ich mich ganz doll anstrenge?“
„30 Jahre.“

Tja, je verbissener wir an ein Sache herangehen, desto weniger werden wir erreichen. Da macht es echt Sinn, nicht gleich loszustürmen, sondern erst einmal inne zu halten, tief durchzuatmen und erst dann aktiv zu werden. Dass wir ins Handeln kommen müssen, davon wäscht uns kein Regen ab. Das fordert der Monat. Nur die Art und Weise unseres Vorgehens sollten wir mit Bedacht wählen. Ein Langstreckenläufer wird ganz bestimmt nicht gleich mit einem mörderischen Sprint loslegen, um sich dann den langen Rest der Strecke abgekämpft Richtung Ziel zu schleppen. Wahrlich, nicht die besten Voraussetzungen, das Ziel überhaupt zu erreichen.

Der kreative Umgang mit uns und unserer eigenen Kraft ist gefragt. Losrennen, haben wir gesagt, taugt nichts. Nicht-tun kommt auch nicht in Frage. Also liegt der Weg durch den Dezember irgendwo dazwischen. Für jede(n) von uns in ganz individueller Art und Weise. Einen persönlichen Stempel dürfen wir unseren Aktivitäten aufdrücken. Da ist der Monat auf jeden Fall für.
Wichtig ist, dass wir speziell in diesem letzten Monat des Jahres ein gesundes Gleichgewicht zwischen Denken und Handeln finden.

Mit allem, was wir wollen und wonach wir streben, besteht die Gefahr, dass wir vor lauter Visionen und Plänen aus dem Denken nicht wirklich heraus kommen. Wir können leicht ins Grübeln kommen, vor lauter Denken keinen klaren Gedanken mehr fassen. Damit werden die Hürden auf dem Weg zu einer klaren Entscheidungsfindung immer größer und Unentschlossenheit immer wahrscheinlicher. Ausgeklügelte Gedankenkonstrukte ohne praktikable Umsetzung können durchaus ein Ergebnis sein.

Aber das ist genau das, was der Dezember nicht von uns sehen möchte. Wer den Monat verstanden hat, bleibt mit seinem Kopf in den Wolken der Visionen und großen Pläne, steht aber gleichzeitig mit beiden Beinen fest auf dem Boden, um diese auch Realität werden zu lassen.
Dass wir dieses Gleichgewicht erreichen und aufrecht erhalten mögen, wünsche ich uns allen.
Sicherlich unterstützend und hilfreich ist es, wenn wir das Jahr Revue passieren lassen und uns noch einmal die Dinge ins Gedächtnis rufen, die wir gut gemacht haben und uns das vor Augen halten, was uns Gutes widerfahren ist.

Möge das Jahr für uns alle friedlich und fröhlich zu Ende gehen, auf dass wir entspannt in die nächste Dekade des noch neuen Jahrtausends einsteigen können.
Bodo Trieb

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