Stressfrei schenken!

Schenken soll Freude bereiten, und zwar möglichst der beschenkten genauso wie der schenkenden Person. Tatsächlich kann das Schenken aber auch die Nerven belasten. Laut Allensbach-Umfrage sorgt der vorweihnachtliche Geschenkekauf bei 41 Prozent der Befragten für erheblichen Stress. Sollte man also am besten komplett auf Geschenke verzichten?

Ideelle Geschenke bereiten vielen Menschen mehr Freude als materielle Ideelle Geschenke bereiten vielen Menschen mehr Freude als materielle
(Foto: Kris Mouser-Brown)

Einerseits vereinfacht es die Sache sehr, Weihnachten oder Geburtstage ohne Geschenke zu feiern. Es gibt schließlich genügend Dinge, die weit wichtiger sind als materielle Werte. Andererseits ist das Schenken aber auch Ausdruck besonderer Aufmerksamkeit, und darauf möchte man dann vielleicht doch nur ungern verzichten.

Erlebnis-Geschenke im Trend

Im Trend liegen ohnehin sogenannte Erlebnis-Geschenke. Dabei geht es im Grunde darum, Zeit zu verschenken. Denn gerade diese ist heutzutage so rar. Laut Trendforscher Andreas Steinle ist die geteilte Zeit geradezu zum Statussymbol geworden. Man kann sich demnach mit ihr schmücken wie mit einer teuren Handtasche.

Das gemeinsame Erlebnis als Geschenk zu machen, dürfte außerdem in vielen Fällen nachhaltiger wirken als jeder materielle Wert. Geschenkte Gegenstände – und seien sie noch so wertvoll – machen nämlich nur für kurze Zeit glücklich. Die geteilten Erlebnisse bleiben dagegen nachhaltig in Erinnerung und sorgen für eine gestärkte Beziehung.

Größter Umsatz zu Weihnachten

Weihnachtsshopping: Wer im Internet bestellt, umgeht dem alljährlichen Trubel in den Kaufhäusern Weihnachtsshopping: Wer im Internet bestellt, umgeht dem alljährlichen Trubel in den Kaufhäusern (Foto: Eric Mueller)

Im Internet gibt es mittlerweile verschiedene Anbieter von Gutscheinen aller Art. Diese Erlebnis-Geschenke reichen vom gemeinsamen Abendessen über einen Ballonflug bis zum Palmen-Wochenende in der Südsee. Die Fantasie der Anbieter scheint grenzenlos, und das Marktvolumen wächst. Es wird auf rund 500 Millionen Euro geschätzt, und natürlich findet der größte Umsatz zur Weihnachtszeit statt.

Wer doch lieber bei „handfesten“ Geschenken bleiben möchte, findet bei der Auswahl sogar wissenschaftliche Unterstützung. Es gibt nämlich verschiedene Forschungen zum „erfolgreichen“ Schenken. Erfolgreich bedeutet in dem Fall, dass das Geschenk beim Beschenkten gut ankommt.

Es muss nicht teuer sein

Fünf Grundregeln lassen sich aus den Forschungsergebnissen ableiten. Das Angenehme zuerst: Der Preis spielt eine untergeordnete Rolle bei der Frage, wie groß die Freude über das Geschenk ist. Obwohl es den Zusammenhang zwischen Preis und Freude nicht gibt, nehmen allerdings viele Schenkende genau das an. Psychologen haben festgestellt, dass es für Schenkende oft besonders wichtig ist, wie viel ein Geschenk gekostet hat und wie es ankommt. Für die Beschenkten spielen dagegen weder der Preis noch die mit dem Geschenk verbundene Mühe eine Rolle.

Weihnachtsmännchen mit Geschenk: Es kommt auf die Geste an Weihnachtsmännchen mit Geschenk: Es kommt auf die Geste an (Foto: Iain Watson)

Der zweite Aspekt betrifft den praktischen Nutzen des Geschenks. Das Geschenk muss demnach nicht unbedingt besonders originell sein. Beim Beschenkten kommen jedenfalls laut Umfragen solche Gaben besser an, die einen Alltagsnutzen besitzen.

Verpackung ist nicht alles

Die Verpackung ist zwar wichtig. Sie sollte aber nicht zu üppig ausfallen. Dann besteht nämlich die Gefahr, dass das aufwendig verpackte Präsent falsche Hoffnungen weckt, wenn sich drinnen nicht so viel verbirgt wie erwartet. Das kann zur Enttäuschung führen. Für die Beschenkten ist es außerdem nicht erheblich, ob ein Geschenk „gut gemeint“ war. Das jedenfalls legen Befragungen nahe. Nur wenn sich die Personen besonders nahe stehen, kann es eine Rolle spielen, ob ein unpassendes Geschenk in guter Absicht überreicht wurde.

Und schließlich kommt die Wissenschaft zu einer Erkenntnis, die so naheliegend wie plausibel klingt. Am besten kommen solche Geschenke an, die auf konkreten Wünschen basieren. Und das sind oftmals Dinge, die im Alltag nützlich sind – oder eben gemeinsam verbrachte Zeit.

Quellen:

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Susanne Raven
Über Susanne Raven 115 Artikel
Susanne ist freie Autorin und als Feng Shui Enthusiastin seit 2007 Betreiberin von Everyday Feng Shui. Die gelernte Logopädin hat sich zum Ziel gesetzt, traditionelles Feng Shui im deutschsprachigen Raum populärer zu machen. Susanne erreicht ihr unter info@everyday-feng-shui.de

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