Anleitung: Richtig Tapezieren – so geht es!

Auch wenn Tapeten bei Raumgestaltern aktuell etwas aus der Mode gekommen sind, so stellen sie doch eines der effektivsten Mittel dar, den Charakter von Räumen gezielt zu gestalten: Ob zum Wohlfühlen oder für repräsentative Zwecke – es gibt wohl keine andere Form der kreativen Wandgestaltung, mit der sich so leicht Wirkung erzielen lässt. So tapeziert ihr richtig! Eine Anleitung.

Richtig tapezieren: Mit geeignetem Werkzeug und guter Vorbereitung kann jeder professionell Wände tapezieren
Richtig tapezieren: Mit geeignetem Werkzeug und guter Vorbereitung kann jeder professionell Wände tapezieren (Foto: Erich Ferdinand)

Tapezieren ist kein Hexenwerk – so viel vorweg. Jeder kann es erlernen, egal ob ihr euch eine klassische Raufasertapete, Tapete mit Struktur oder eine edle Wandbekleidung aus Naturmaterialien oder Textil anschaffen wollt. Die persönlichen Vorlieben sollten auf jeden Fall im Vordergrund stehen, wer ausschließlich nach der Mode geht, wird schon in ein paar Jahren neu tapezieren müssen.

Die richtige Tapete finden: Achtung Tapetensymbole!

Tapetensymbole
Tapetensymbole

Während euch bezüglich Farbe, Struktur und Material keine Grenzen gesetzt sind, gibt es bei der Tapetenauswahl doch noch ein paar Dinge, die zu berücksichtigen sind. Dies betrifft die vom Deutschen Tapeten-Institut festgelegten Tapetensymbole.

Tapetensymbole findet ihr am Anfang und Ende jeder Tapetenrolle. Sie sagen etwas über Qualitätsmerkmale und die fachgerechte Verarbeitung der Tapete aus. Einen guten Überblick über die wichtigsten Symbole und ihre Bedeutung findet ihr hier.

Wer noch überhaupt keine Vorstellung davon hat, wie die betreffenden Räume farblich gestaltet werden könnten, dem empfehlen wir einen Blick in unsere Rubrik Feng Shui Farben. Achtung: Je nach Zweck des Raumes, können sich manche Farben unterstützend oder aber kontraproduktiv auf unser Wohlbefinden auswirken. Erst auf Basis eurer grundsätzlichen Farbwahl empfehlen wir euch in einem zweiten Schritt die richtige Tapete hierfür herauszusuchen.

Tipp: Größere Online-Shops wie etwa www.tapetenmax.de bieten tolle Inspirationen im Hinblick auf Muster, Struktur und Material der Tapeten. Eine Online-Recherche hat gegenüber einem Baumarktbesuch meist den Vorteil, dass ihr mehr Ruhe und Zeit für die Tapetenentscheidung habt und eurer Fantasie besser freien Lauf lassen könnt.

Der richtige Kleister

Handelsüblicher Tapetenkleister
Handelsüblicher Tapetenkleister (Bildquelle: data6.blog.de)

Ohne Tapetenkleister lässt es sich nur schwer tapezieren. Es gibt ihn in Pulverform in jedem Baumarkt. In der Regel wird der Kleister in kaltem Wasser mit einem Rührstab stetig und kräftig angerührt und muss je nach Hersteller eine bestimmte Zeit quellen.

Ein Paket Kleister reicht für ca. 4 Liter Wasser und sollte zügig verrührt werden, sodass im Idealfall ein kleiner Strudel in der Mitte des Rühreimers entsteht. Nach dem Quellen sollte der Kleister auch noch einmal kräftig umgerührt werden, um Klumpen-Bildung zu vermeiden. Ist der Tapetenkleister zu klumpig, ist er nicht zu gebrauchen.

Tipp: Die Industrie bietet eine Vielzahl von Kleistern an. Ermittelt das für eure Tapete geeignete Produkt, aber lasst euch nicht von irgendwelchen überteuerten Lifestyle-Klebern blenden – so groß sind die Unterschiede letztendlich auch wieder nicht.

Tapetenrechner: Wie viel Tapete brauche ich?

Vor dem Tapezieren empfiehlt es sich, den Raum genau auszumessen, um die zu tapezierende Fläche und schließlich die benötigte Rollenanzahl zu ermitteln. Als Daumenregel gilt: Bei durchschnittlicher Raumhöhe reicht eine normale Tapetenrolle „nur“ ganze drei Bahnen. Als Berechnungshilfe könnt ihr auch einen der zahlreichen Online-Tapetenrechner verwenden.

Tipp: Plant ruhig 1-2 Rollen mehr als zusätzlichen „Verschnitt“ ein, denn späteres Nachkaufen eurer Tapete kann dazu führen, dass die Tapetenrollen aus einer anderen Produktionscharge stammen und somit Farbabweichungen enthalten, die das Endergebnis optisch schmälern.

Tapezierwerkzeug – dieses Werkzeug braucht ihr:

  • Bleistift und Zollstock
  • Tapeziertisch
  • Stielspachtel
  • Tapezierspachtel
  • Tapezierbürste
  • Farbroller (Lammfellrolle)
  • Kleisterbürste und Anrühreimer
  • Cuttermesser
  • Tapezierschere
  • Tapezierschiene
  • Nahtroller, glatt
  • Moosgummirolle
  • Senklot
  • Abdeckmaterial für Möbel
  • Trittleiter

Tipp: Wenn ihr nichts von dem oben genannten Tapezierwerkzeug zu Hause habt, dann kauft euch am besten nicht jedes Werkzeug einzeln. Baumärkte, viele Online-Shops und auch Ebay bieten oft recht günstige Tapezierwerkzeug-Sets an, in denen meist das wichtigste Werkzeug zum Tapezieren enthalten ist.

Alte Tapeten ablösen

Eine oft recht mühevolle Arbeit ist das ablösen von alten Tapeten und Tapetenresten. Alte Tapeten an Zimmerwänden einfach zu überkleben, ist keine Option, da dies zu unschönen Unebenheiten und Wölbungen führen kann, insbesondere wenn alte Tapetenreste mit frischem Kleister in Berührung kommen, weiß man nie genau, was passiert. Schlimmstenfalls werden alte Tapetenschichten von der Wand gelöst und kommen euch irgendwann entgegen.

Wer sich nicht mit der ökologisch am unbedenklichsten „Spachtelmethode“ oder anderen mühevollen Hausmitteln herumquälen möchte, löst alte Tapeten am besten mit einem im Baumarkt erhältlichen speziellen Tapetenlöser. Dieser wird in Wasser angerührt, auf der alten Tapete aufgetragen und nach einer kurzen Einwirkzeit lässt sich die Tapete recht leicht mit einem Stielspachtel von der Wand lösen. Folgendes Video zeigt, wie ihr Tapeten richtig ablöst:

Spachteln und Vorbereitung des Untergrunds

Die wichtigste Regel bei der Vorbereitung des Tapezierens lautet: Der Untergrund muss sauber, glatt, trocken sowie gleichmäßig saug- und tragfähig sein. Eine Wand, von der bereits der Putz abbröckelt, sollte beispielsweise nie mit Tapete beklebt werden. Handelt es sich jedoch lediglich um kleinere Risse und Löcher (z.B. Bohrlöcher etc.), so müssen diese mit Spachtelmasse glatt gespachtelt werden.

In Abhängigkeit von der Menge der zu spachtelnden Unebenheiten und Löcher, empfiehlt sich entweder fertige Spachtelmasse aus der Tube oder eben die Verwendung von Pulver-Spachtelmassen, die erst durch Wasserzugabe angerührt werden müssen. Letztere haben den Nachteil, dass sie einmal angerührt an der Luft recht schnell aushärten und somit schnell verarbeitet werden müssen. Unabhängig davon, für welche Spachtelmasse ihr euch am Ende entscheidet, einen Spachtel braucht ihr in jedem Fall. Mit diesem spachtelt ihr die Spachtelmasse in die Löcher und Ritzen, bis alle Unebenheiten ausgebessert sind. Nach ca. 60 Minuten ist die Spachtelmasse so fest, dass übertapeziert werden kann.

Je nach Tapezier-Untergrund (Beton, Putz, Gipskarton, Gips-Faserplatten etc.) sollte zudem eine Grundierung aufgetragen werden. Diese reguliert die Saugfähigkeit der zu tapezierenden Oberfläche und verfestigt ggf. alte Putze. Tapeziergrund bereitet die Wand optimal auf das Tapezieren vor. Achtung: „Tiefengründe“ sind nicht das gleiche wie Tapeziergrund! Sie sperren die Wand ab und machen sie nicht mehr optimal tapezierbar. Verwendet für die Grundierung also immer echten Tapeziergrund.

Richtig Tapezieren: Jetzt geht’s los!

Wenn alles so weit vorbereitet ist, das Werkzeug bereit liegt, kann es mit dem Tapezieren endlich losgehen. Eine ausführliche Anleitung, wie ihr richtig einkleistert und eure Wände beklebt, findet ihr in folgenden Videos:

 
Weitere Ideen für die kreative Wandgestaltung könnt ihr euch hier holen. Wir wünschen euch gutes Gelingen beim Tapezieren!

www.everyday-feng-shui.de

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