Wände gestalten mit Tapeten

Die Zeiten, in denen alle Wände mit Tapeten zugekleistert wurden, sind vorbei. Heute verwendet man Tapeten vor allem, um Akzente zu setzen und einzelne Wandflächen optisch aufzuwerten.

Tapeten sieht man sich am besten im Großformat an. Foto (C) tapetenpics / flickr
Tapeten sieht man sich am besten im Großformat an. Foto (C) tapetenpics / flickr

 

Die Vorteile von Tapeten

Tapeten machen Stimmung und sind zum Beispiel eine schnelle Lösung für Schaufenster, die öfter umdekoriert werden. Außerdem lassen sich Fehler und Unregelmäßigkeiten im Putz mit wenig Aufwand kaschieren. Tapeten sind immer dann eine Option, wenn man keine eintönigen Flächen, sondern Strukturen haben möchte. Man kann Tapeten nicht nur an Wänden anbringen, sondern auch an Decken, Türblättern und Kleiderschränken. Tapeten sind preisgünstiger als ausgefallene Holz-Furniere und sonstige Plattenwerkstoffe mit Strukturen. Die Auswahl an Mustern und Qualitäten ist riesig, während man bei festen Wandpaneelen wesentlich beschränkter ist.

 

Die Nachteile von Tapeten

Tapetenmuster wirken leicht unruhig, künstlich und langfristig nicht neutral genug. Die Gefahr, dass man sich bald satt gesehen hat, ist groß. Außerdem sehen die Räume kleiner aus, wenn die Wände vollflächig tapeziert sind. Wenn man sich für eine auffällige Tapete entscheidet, sollte der Rest der Innenraumgestaltung möglichst reduziert und farblich abgestimmt sein. Es wird sonst schnell „too much“. Kunterbunte „Wimmelmuster“ können sogar Schwindel und Kopfschmerzen verursachen. Meistens sieht es besser aus, wenn man die Tapeten auf kleinere Wandflächen beschränkt, die sonst leer sind und eine Dekoration vertragen.

 

15 verschiedene Tapeten-Arten

Nachfolgend eine Übersicht über die gängigsten Arten von Tapeten. Grundsätzlich kann man alles an die Wand kleben, was sich mit Tapetenkleister oder anderen Klebstoffen befestigen lässt. Der Klebstoff sollte natürlich ablösbar und umweltfreundlich sein, keine unangenehmen Gerüche abgeben und lange genug halten.

 

1) Glatte Papiertapeten

Tapeten aus Papier kennt jeder. Damit die Oberfläche noch glatter wird, kann man naturweiße Untertapeten verwenden.

 

2) Raufaser

Klassische Rauhfaser-Tapeten bestehen aus mehreren Papier-Schichten, in die körnige Strukturen aus Holzspänen eingearbeitet sind. Sie erinnern optisch an Putze und sind beliebig mit Wandfarben überstreichbar. Eine modernere Art sind Raufaser-Oberflächen auf Vlies-Basis.

 

3) Vliestapeten

Das Trägermaterial besteht hier nicht aus Papier, sondern aus einem Vlies. Das Vlies ist eine Kombination aus Zellstoff, Textilfasern und Bindemitteln. Diese Tapeten sind luft- und wasserdampfdurchlässig, formstabil, leicht zu verarbeiten und auch in Nassräumen einsetzbar. Kleinere Risse im Untergrund können problemlos überbrückt werden.

 

4) Stofftapeten

Die Oberfläche besteht hier aus Leinen, Jute, Baumwolle, Seide oder einem anderen Textil-Gewebe. Das Trägermaterial besteht aus Papier oder Vlies. Stofftapeten wirken besonders heimlig und hochwertig.

 

5) Naturwerkstoff-Tapeten

Echtes Wiesenheu, getrocknete Gräser und Blüten, Kork, Körner, Blätter, Rinden, Vanilleschoten und andere Naturmaterialien sind in dünnen Schichten auf ein Trägermaterial aufgebracht. Hier spielt nicht nur die Optik, sondern auch der Duft eine Rolle. Jede Tapeten-Bahn ist ein Unikat.

Muster von einer Heu-Tapete, Foto: Irmgard Brottrager, Hersteller: Organoid®
Muster von einer Heu-Tapete, Foto: Irmgard Brottrager, Hersteller: Organoid®

 

6) Flüssigtapeten, Baumwollputz, Nahtlos-Tapeten

Sie werden wie ein Nass-Putz aufgetragen und enthalten neben Holzfaserstoffen auch Textilfasern. Die Wand bleibt diffusionsoffen und erhält eine fugenlose Optik, die sehr natürlich aussieht und sogar wärmedämmend wirkt.

 

7) Wand-Tattoos, Wallsticker

Hier handelt es sich um selbstklebende Abziehbilder, die meisten kein Muster, sondern Einzelmotive darstellen.

 

8) Wandbild-Tapeten, Designtapeten

Wenn sich die Motive über eine gesamte Wandbreite erstrecken, spricht man von Wandbild-Tapeten. Bei Fototapeten sind die Abbildungen fotorealistisch dargestellt. Es kann sich jedoch auch um andere wandfüllende Darstellungen handeln, die wie eine Kulisse wirken.

 

9) Paneel-Tapeten und Bordüren-Tapeten

Längs oder quer wird nur eine einzige Bahn aufgebracht. Sie kann schmal sein wie ein dekorativer Schal-Vorhang oder wie eine Zierleiste.

 

10) Perldekor-Tapeten

Ähnlich wie bei den Naturwerkstoff-Tapeten werden strukturgebende Materialien – zum Beispiel kleine Glasperlen – auf ein Trägermaterial appliziert.

 

11) Satin-Tapeten, Vinyl-Tapeten, Kunststoff-Tapeten

Vinyltapeten sind Kunststoff-Tapeten. Die Oberfläche besteht aus einer Acryl-Schicht oder aus einer wasserfesten und waschbeständigen Folie auf beliebigem Trägermaterial. Velourstapeten besitzen eine samtartige Oberfläche.

 

12) Glasfasertapeten, Tapeten aus Glasgewebe

Diese Tapeten sind besonders strapazierfähig und mechanisch belastbar. Sie bestehen aus hochwertigen Glasfasern, die zu einer textilartigen Struktur verwebt sind.

 

13) Aluminium- und Metallictapeten

Metall-Tapeten bestehen meist aus Alu-Folien oder aus Kunststoff-Folien, die mit einer metallischen Schicht bedampft sind.

 

14) Prägetapeten, Relieftapeten, Profiltapeten, Strukturtapeten

Die Oberfläche ist hier mit einer reliefartigen, dreidimensionalen Prägung versehen. Die Tapeten bestehen meist aus zwei Bahnen, die übereinander kaschiert sind.

 

15) Türtapeten

Das Spezielle an Tür-Tapeten ist ihr Format, das auf Türgrößen zugeschnitten ist. Außerdem haben auch die Motive etwas mit Türen, Ausblicken oder Ausgängen zu tun. Mit diesen Tapeten lassen sich Türen nicht nur verstecken, sondern auch vortäuschen.

 

 

 

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Irmgard Brottrager, Dipl.Ing. für Architektur und Innenarchitektur,

Ganzheitliche Raum-Gestaltung und Europäisches Fengshui 

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Literatur-Übersicht

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