Bioarchitektur: 5 Grundregeln für lebendige Wohnräume

Seit den Siebzigerjahren ist Medizinern die undifferenzierte Symptomatik des „Sick-Building-Syndrom“ bekannt. „Lebendige Wohnräume“ sind der beste Schutz vor einer Erkrankung. Diese Auffassung vertritt der irische Architekt Michael Rice und verhalf mit seinen Grundregeln für die Gestaltung eines lebendigen Wohnraums der Bioarchitektur, einem eng mit Feng Shui und Geomantie verwandten Fachgebiet, zum Durchbruch.

Bioarchitekt Michael Rice
Bioarchitekt Michael Rice

Heute möchten wir euch faszinierende Arbeiten des irischen Architekten Michael Rice vorstellen, der wie kein anderer den Begriff „Bioarchitektur“ (engl. Bioarchitecture) geprägt hat.

Über 400 Gebäude entwarf Rice bereits in seiner bisherigen Karriere auf Grundlage bioarchitektonischer Gestaltungsprinzipien und hat nebenher auf seiner Webseite www.bioarchitecture.ie die weltweit größte Online-Ressource für Bioarchitektur-Hauspläne zusammengestellt. Im vergangenen Jahr gründete Rice zudem das DreamField Institute of BioArchitecture, das professionelle Schulungen und eine zertifizierte Ausbildung anbietet.

Bioarchitektur, was ist das überhaupt?

Seit Beginn der Siebzigerjahre häuften sich vor allem in der westlichen Welt die gesundheitlichen Probleme von Angestellten in Büros. Sie litten vielfach unter Symptomen wie Kopfschmerzen, Mangel an Energie, Reizdarm, Hautreizungen, Übelkeit, Unruhe, Schlaflosigkeit und viele andere physisch und psychisch schwächende Krankheitszeichen. Zunächst wurden defekte Klimaanlagen und gesundheitsschädliche Ausdünstungen von Baumaterialien dafür verantwortlich gemacht. Später zählte man weitere mal mehr und mal weniger umstrittene Faktoren wie etwa elektromagnetische Felder oder schlichtweg „schlechtes Design“ zu den Auslösern des Krankheitsbildes hinzu. Einigkeit besteht jedoch in der Bezeichnung der Krankheit und der Subsummierung der Symptomatik unter dem Begriff Sick Building Syndrome (SBS).

Neubaublock als Auslöser für das Sick-Building-Syndrom
Könnte das Sick-Building-Syndrom auslösen: Neubaublock (Foto: www.sein.de)

Architekten wie Michael Rice gehen tatsächlich davon aus, dass es so etwas wie „kranke Gebäude“ gibt, die unseren Organismus stressen und den Zerfall biologischer Funktionen begünstigen oder gar den Zusammenbruch des Immunsystems bewirken können. Rice sieht es dabei als problematisch an, dass uns die moderne Gesellschaft keinerlei Verständnis darüber vermittelt, dass wir Menschen energetisch komplett in unsere gebaute Umwelt integriert sind. Dadurch fehlt uns das Bewusstsein dafür, wie wichtig es für unsere eigene Gesundheit ist, mehr persönliche Verantwortung für die Gestaltung unserer Lebensumgebung zu übernehmen.

Daher ist es Rice bei seiner Arbeit als Architekt besonders wichtig, Orte der Sensibilität, der Integrität und der offenen Kreativität zu erschaffen – Räume, die zeitlos schön sind, die unseren Geist erheben, unsere Seele nähren und somit auch unseren Körper schützen und unterstützen. In seinen Schulungen zeigt der irische Bioarchitekt seinen Schülern und Studenten Möglichkeiten auf, wie sie das Bewusstsein und grundlegende Fähigkeiten entwickeln können, die erforderlich sind, um mit mehr Schönheit zu planen und zu bauen – in einem nachhaltigen Gleichgewicht mit der Umwelt.

Nach den Regeln der Bioarchitektur geplantes Haus Nach den Regeln der Bioarchitektur geplantes Haus (Foto: www.bioarchitecture.ie)

Schönheit wiederum basiert laut Rice auf den reinen Prinzipien des natürlich gewachsenen Designs der Natur. „Wir haben heute die Möglichkeit, wirklich zu studieren und nachzuahmen, wie die Natur in ihrer Leichtigkeit und Eleganz Nachhaltigkeit erschafft und ausdrückt“ (Quelle: Michael Rice auf www.sein.de). Mit Nachahmung der Natur ist jedoch kein oberflächliches Bio-Mimikry oder die Verwendung pseudo-organischer Formen um ihrer selbst willen gemeint, sondern eine reine, prinzipielle Sammlung von natürlichen „Regeln“ oder Algorithmen, wie sie auf jeder Ebene des „natürlichen Ausdrucks“ beobachtet werden kann.

„Wenn wir die Struktur, die Natur und das Wesen des Lebens wiederentdecken, und erkennen, welche Bedingungen seine Entstehung und seinen Ausdruck fördern, dann können wir dieses Verständnis in der Schaffung wirklich nachhaltiger und schöner Umgebungen anwenden.“ Diese in der Praxis angewandte Designphilosophie nennt Michael Rice Bioarchitektur.

Rice ist keinesfalls allein mit seiner Auffassung, dass Form die Grundlage allen Lebens auf der Erde ist. Symmetrien und natürliche Harmonie finden sich zum Beispiel im Goldenen Schnitt und in der Zahl Phi als so genannte Fraktale überall in der Natur. Es handelt sich hierbei um formale Ähnlichkeiten, die über alle Skalen hinweg als ineinander verschachtelte Strukturprinzipien unseres Universum Bestand haben. Die Bioarchitektur nimmt sich dieser Formensprache an und formuliert entsprechende Regeln für die Planung, den Bau und die Landnutzung.

Auch dieses Haus folgt den Grundregeln der Bioarchitektur Auch dieses Haus folgt den Grundregeln der Bioarchitektur (Foto: www.bioarchitecture.ie)

„Die Prämisse hinter Bioarchitektur ist, dass alles Leben positiv auf Design reagiert, das im Einklang mit der geometrischen Struktur des Lebens ist“. (Quelle: www.sein.de)

Als ein ideales Beispiel für dieses Konzept bezeichnet Rice Blütenblättern einer Rose, da sie sich entlang des Goldenen Schnittes entfalten und fraktal aufgebaut sind. D.h. sie sind in der Lage zu unendlicher Interferenz und ziehen Energie in Richtung ihres Zentrums an. Mit diesem überwältigend einfachen und doch zwingenden Muster als Algorithmus auf „die schöne Architektur“ angewandt, lässt sich ein energetisch lebendiger Raum erschaffen – ein Raum, der einer „heiligen Geometrie“ folgt.

Wer einen solchen energetisch lebendigen Raum erschaffen will, sollte laut Rice folgende fünf Grundregeln in „spielerischer Verbindung mit lebendiger Nahrung, Bewegung und einem kohärenten emotionalen Bewusstsein“ beachten:

1. Natürliche Geometrien verwenden
Verwende beim Entwurf von Räumen natürliche Geometrien, Formen und Verhältnisse, um Lebendigkeit und wirklich nachhaltige Systeme zu schaffen. Das ist ‚Full Spectrum Architecture „- nicht nur“ grüne Architektur“!

2. Biologische Materialien verwenden
Verwende möglichst nur biologische Materialien, um fraktale Ladungsfeld-Effekte zu erzeugen (vermeide vor allem Aluminium und Stahl – aber auch Kunststoffe, wenn möglich)

3. Magnetischen Gegebenheiten der Umgebung prüfen
Plane Strukturen durch die Beobachtung von Negativ-Ionen-Potentialen und den magnetischen Gegebenheiten der Umgebung, um einen Ort der Heilung zu finden (nicht-destruktive Wellenüberlagerung). Hierbei können die Erkenntnisse der Baubiologie und Geomantie hilfreich sein. Durch Rutengehen, aber auch durch den Körper können die Energieflüsse der Umgebung wahrgenommen und eine Karte der Gegebenheiten angefertigt werden, die bei der Planung sehr hilfreich ist. Werden die vorhandenen Energieflüsse harmonisch integriert, können Plätze der Heilung und Ruhe entstehen, an denen alle Energien konstruktiv zusammenwirken.

4. Elektromagnetische Strahlenbelastung minimieren
Fertige detaillierte Pläne über Stromleitungen und geplante elektronische Geräte an, um den Großteil allen Elektrosmogs zu beseitigen – die negativen Auswirkungen von elektrischer Kontamination sind ernsthaft giftig für die meisten biologischen Systeme. Durch gezielte Platzierung, gute Isolation und die Möglichkeit, ganze Stromkreise auszuschalten, kann diese minimiert werden.

5. Paramagnetische Stein-Strukturen schaffen
Schaffe paramagnetische Stein-Strukturen (Dolmen, Steinkreise und Labyrinthe) im Innen- und Außenbereich. Diese Strukturen ziehen Energie an und ermöglichen den Fluss lebendiger Energie.

Quellenangabe:

www.sein.de – Bioarchitecture. Heilende Architektur der Zukunft

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Über Long Wang 319 Artikel
Meister Long Wang ist seit 2007 Teil des Everyday Feng Shui Redaktionsteams und bereichert seither als Experte für Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) mit seiner fernöstlichen Perspektive auf die Welt unsere Plattform. Zu erreichen ist er unter l.wang@everyday-feng-shui.de

1 Kommentar

  1. Hallo Michael Rice!
    vielen Dank, für den interessanten Beitrag. Da ich eine Schwester in Fernostasien habe, habe ich mich mit dem Thema fengshui auch schon mal ein wenig auseinandergesetzt. Ich finde es lobenswert, wie jemand dies in die Tat umsetzt und zusätzlich noch umweltfreundlich baut. Ist das in der Regel überhaupt zu finanzieren? ich freue mich auf die nächsten Beiträge.

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