Schöpferbewusstsein und Polarität

Jeder, der sich mit Feng-Shui beschäftigt, möchte mehr Harmonie und mehr Lebensenergie. Doch ist es in einer Welt, die der Polarität unterworfen ist, überhaupt möglich, ein Paradies zu erschaffen?  

Polarität, Bewusstsein, Wahlfreiheit und Kreativität gehören zusammen. Foto (C) Tobias Mandt / flickr CC BY 2.0
Polarität, Bewusstsein, Wahlfreiheit und Kreativität gehören zusammen. Foto (C) Tobias Mandt / flickr CC BY 2.0

 

Das Gesetz der Polarität

Vor fünf Jahren ungefähr erklärte mir ein Freund, dass es sein Ziel sei, die Polarität auf diesem Planeten zu überwinden. Ich fand das ziemlich sonderbar. Geht das überhaupt und was macht das für einen Sinn? Kann das der Sinn des Lebens sein? Und ist es nicht ziemlich anmaßend, ein Naturgesetz überwinden zu wollen? Steckt da nicht eine große Todessehnsucht dahinter? Ist es möglich, ein glückliches Leben zu führen, wenn man sich nicht damit abfinden kann, dass gleichzeitig viel Unglück vorhanden ist? Wo Licht ist, ist auch Schatten. Dieses Prinzip ist schwer zu verstehen. Viele fühlen sich daher falsch auf der Erde und fantasieren sogar, dass sie eigentlich von einem anderen Planeten stammen und nicht hierher gehören. „Ich bin eigentlich was Besseres“, möchten sie sagen. Vielleicht stimmt das ja auch, denn Babys und Kleinkinder scheinen tatsächlich einer anderen Welt zu entspringen.

Werde zu dem, was du eigentlich bist

Der Sinn des Lebens kann nur etwas sein, was im Einklang steht mit den Naturgesetzen. Wenn wir nicht wissen, woher wir kommen und wohin wir gehen, ist es sinnvoll, so zu leben, dass es uns in der Zeit, die wir hier verbringen, möglichst gut geht. Wenn es zwei Pole gibt und einen freien Willen, dann bedeutet das, dass wir ständig wählen können – vorausgesetzt, wir glauben überhaupt an unsere Wahlfreiheit. Wir kommen hierher und vergessen von Jahr zu Jahr mehr, wer wir eigentlich sind. Der Höhepunkt der Entfremdung wird frühestens in der Pubertät erreicht und spätestens bei der Pensionierung. Wer seine Selbstverantwortlichkeit bis dahin nicht entdeckt hat, wird auch ohne eigenes Zutun wieder wie ein Kind.

Wir haben die Wahl

Falls es tatsächlich möglich ist, die Polarität zu überwinden, müssten sich alle Wesenheiten auf diesem Planeten gemeinsam für das Heilvolle entscheiden – nicht nur alle Menschen, sondern auch alle Tiere. Ich will ja nicht pessimistisch sein, aber es ist unwahrscheinlich, dass ich das noch erlebe. Die Frage ist für mich ist vielmehr, wie sehr ein einzelner Mensch dazu beitragen kann, ein glückliches oder unglückliches Leben zu führen. Es scheint ja nicht so zu sein, dass jeder Mensch gleichermaßen zwischen den Polen pendelt. Sondern die einen finden angenehme Lebensbedingungen, während die anderen sich stärker zu negativen Reizen hingezogen fühlen. Die einen suchen die Idylle und die anderen den Schmerz.

Warum wählen nicht genügt

Man kann die Polarität auch so interpretieren, dass wir auf diesem Planeten die Chance haben, uns von unbewussten Harmonie-Wesen zu bewusst-kreativen Wesen zu entwickeln. Der negative Pol ist quasi die heiße Herdplatte, die uns brennt, wenn wir nicht achtsam sind oder die Erkenntnis nicht ausreicht. Wir sind vielleicht von Natur aus gut, aber wir müssen erst lernen, es BEWUSST zu sein. Solange wir andere dabei verletzen oder unsere eigene Gesundheit schädigen, müssen wir unser Verhalten überdenken. Die meisten Menschen glauben immer noch, dass Schlimmes, Böses und Schmerzhaftes einfach passiert. In den allermeisten Fällen passiert gar nichts Schreckliches, sondern die „Unglücksraben“ glauben nur, dass es anders sein müsste, und lehnen es daher ab. Sie gehen in den Widerstand und Widerstand bedeutet Leiden. Wer immer nur das Beste will und „negative“ Erfahrungen ablehnt, kann nur beschränkt Erfahrungen sammeln und nicht viel lernen. Die Entscheidung für das Gute, Wahre, Schöne, Liebe und Helle ist daher nicht genug. Wir müssen auch bereit sein, das Unangenehme zu erkennen.

Es ist nicht einerlei, wie wir wohnen, aber sehr relativ

Ein weiterer Aspekt ist, dass wir immer nur eines von dem sein können, was möglich ist. Obwohl wir vielleicht beide Richtungen gut finden. Zum Beispiel weiblich und männlich. Groß und klein. Zierlich und muskulös. Wir müssen uns ständig entscheiden und jede Entscheidung ist unvollkommen, weil sie alle anderen Möglichkeiten ausschließt. Es gibt nichts auf diesem Planeten, das sich nicht entschieden hätte, das zu sein, was es gerade ist. Der Tisch kann kein Sessel sein und die Maus kann keine Katze sein. Nur in der Vorstellung können wir alles gleichzeitig sein und alles in uns vereinen, was wir wahrnehmen. Es ist letztlich nicht wichtig, wofür wir uns entscheiden. Es ist nur wichtig, möglichst viele Erfahrungen zu integrieren. Ob wir gerade in einer Hütte wohnen, in einer Villa oder in einem Hochhaus, hat nur Erlebniswert.

 

 

 

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Irmgard Brottrager, Dipl.Ing. für Architektur und Innenarchitektur,

Ganzheitliche Raum-Gestaltung und Europäisches Fengshui 

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