Einheimische Sträucher und lästige Neophyten

Die Natur agiert sehr kleinräumig. Sie strebt nach Vielfalt, Differenzierung und Charakterstärke. In naturnahe Gärten gehören daher nur Gehölze, die sich bereits seit Jahren bewähren.

Unsere Bienen lieben die Weidenkätzchen von Salweiden, Foto (C) Maja Dumat / flickr CC BY 2.0
Unsere Bienen lieben die Weidenkätzchen von Salweiden, Foto (C) Maja Dumat / flickr CC BY 2.0

 

Sträucher erfüllen viele Funktionen. Sie dienen als Untergehölz, Sichtschutz und zur Befestigung von Böschungen, bieten Unterschlupf und Nahrung für Tiere, verbessern die Luft und spenden Schatten. Sie wirken prägend auf die Kulturlandschaft und sollten daher mit Bedacht ausgewählt werden.

Welche Alternativen gibt es zu Thujen, Kirschlorbeer und Bambus?

Regionaltypische Arten haben viele Vorteile. Sie sind wesentlich robuster als importierte Gewächse und werden von der Tierwelt deutlich besser angenommen. Das ökologische Gleichgewicht wird nicht gefährdet, sondern stabilisiert. Sie passen auch optisch besser zu dem, was bereits vorhanden ist, fügen sich harmonisch ein und heischen nicht nach Aufmerksamkeit. Exotische Arten ziehen zwar die Blicke auf sich, sind aber ohne Pflege nicht überlebensfähig. In der freien Landschaft machen reine Kultursorten überhaupt keinen Sinn. Denn „Alien“-Arten und Hybriden gedeihen praktisch nur unter Aufsicht.

Genius Loci, Naturschutzgebiete und Kleinklima-Zonen

Die Auswahl von heimischen Pflanzen ist allerdings keine Garantie, dass sie sich bestmöglich eingliedern und keine Arbeit machen. Denn es gibt innerhalb einer Region unzählige Kleinklima-Zonen und spezielle Plätze. Jede Pflanze benötigt ein intaktes Ökosystem, in das sie hineinwachsen kann. Und natürlich spielt auch der „Geist des Ortes“ eine Rolle. Nicht zuletzt gibt es für jede Art eine Reihe von Standortbedingungen, die erfüllt werden müssen. Waldbäume sind nicht für Kleingärten geeignet und Solitärgehölze nicht für gemischte Hecken.

Heimische und gut „eingebürgerte“ Sträucher

Ob eine Pflanze voll integriert ist, erkennt man vor allem am Fortpflanzungsverhalten. Sie sollte sich selbstständig vermehren, aber in Maßen, ohne die angestammten Arten zu verdrängen. Kulturpflanzen, die nicht auswildern, bleiben auf Pflege angewiesen.

Berberitze, Sauerdorn Johannisbeeren und Stachelbeeren
Bergkiefer, Latsche Korkenzieherhasel
Eberesche Kornelkirsche
Eibe Kriecherl
Elsbeere Mehlbeere
Europäische Stechpalme Mispel, Zwergmispel, Felsenmispel
Europäischer Pfeifenstrauch, Bauernjasmin Pfaffenhütchen
Färberginster Quitte
Faulbaum Rote Heckenkirsche
Felsenbirne Roter Hartriegel
Geißblatt und Heckenkirsche Salweide
Gemeine Pimpernuss Speierling
Gemeiner Schneeball und Wolliger Schneeball Wacholder
Gewöhnlicher Liguster Waldhortensie
Hainbuche Wegedorn, Kreuzdorn
Hartriegel Weichselkirsche
Haselnuss Weißdorn
Hibiskus, Eibisch Wildrosen
Holunder
Holzapfel
Holzbirne

 

Ziersträucher, Zuchtformen, Fremdlinge und Exoten

Sie sind optisch attraktiv, aber meist unfruchtbar und haben in einem naturnahen Garten nichts verloren. Allerdings bereiten die wenigsten ernsthafte Probleme, sondern gehen eher selber ein, bevor sie dem Umfeld schaden. Hier nur einige Beispiele:

Affenbaum (Schlangentanne, Araukarie): Chile

Blasenstrauch: Asien, Nordafrika, Mittelmeerländer

Blaufichte, Stechfichte: Amerika

Buchsbaum: Küstenregionen

Duftschneeball: Asien

Feigenstrauch: Südwest-Asien und Mittelmeerraum

Flieder: Asien, Südost-Europa

Ginster: Mittelmeerländer, Neuseeland

Hortensie: Asien, Amerika

Jasmin: Asien

Lavendel: Mittelmeer-Raum

Magnolie: Ostasien, Amerika

Mahonie: Asien und Amerika

Perückenstrauch: Asien und Mittelmeer-Raum

Rhododendron und Azalee: Indien, China und Japan

Rispen-Spiere, Spierstrauch: China

Seidelbast: Nordafrika, Kleinasien, Südeuropa

Weigelie: Asien und Ost-Russland

Zaubernuss, Hamamelis: Ostasien, Nordamerika

Zypresse: Mittelmeer-Raum, Afrika, Naher Osten, Asien

Die Zaubernuss ist eine problemlose Ziergattung. Foto (C) David Short / flickr CC BY 2.0
Die Zaubernuss ist eine problemlose Ziergattung. Foto (C) David Short / flickr CC BY 2.0

 

Invasive Arten und andere Problem-Sträucher

Invasive Arten sind schwer zu entfernen und wenn sie sich unterirdisch ausbreiten, bleiben auch die Nachbar-Grundstücke nicht verschont. Schwarze Listen über invasive Neophyten findet man im Internet.

Amerikanische Traubenkirsche: Giftig und invasiv.

Bambus: Bei allen Bambus-Arten ist eine zuverlässige Rhizomsperre erforderlich.

Clematis, Waldrebe: Die Lianenpflanze kann ihre Wirtpflanze zum Absterben bringen.

Efeu: Ist zwar einheimisch, aber wuchernd und auch giftig. Nicht geeignet für Klein-Gärten, aber passend im Wald und im Freiland.

Essigbaum und Götterbaum: Wenn sie mal da sind, sind sie kaum zu bändigen. Die Wurzelausläufer kommen vorzugsweise durch Ritzen hoch und besitzen enorme Sprengkraft.

Feinstrahlaster, Lanzettaster: Vermehrt sich maßlos und ungehemmt.

Forsythie (Goldregen): Hybrid-Züchtung, die von Insekten gemieden wird.

Kanadische Goldrute und Riesen-Goldrute: Sie neigen zu Monokultur und können sich teppichartig ausbreiten.

Kirschlobeer: Ist giftig, wird von Tieren kaum angenommen, verrottet nicht und verhält sich invasiv.

Kreuzstrauch: Stammt aus Amerika, ist giftig und kann einheimische Arten verdrängen.

Mandelstrauch: Der Strauch selbst wächst zwar langsam, bildet aber unzählige Wurzelausläufer aus. Er stammt ursprünglich aus Südwest-Asien.

Robinie: Stammt aus Nordamerika. Bildet lange und hartnäckige Ausläufer, die andere Arten verdrängen können.

Sanddorn und Schwarzdorn (Schlehen) bilden Wurzelausläufer, die sich nach ein paar Jahren kaum noch entfernen lassen.

Sommerflieder, Schmetterlingsstrauch: Vermehrt sich maßlos und stört das Gleichgewicht zwischen den Arten.

Thuja (Lebensbaum): Wirkt sehr leblos, zerstört den Boden im Umkreis und ist schwer zu entfernen.

Topinambur: Erfreut sich zunehmender Beliebtheit als Nutzpflanze, braucht aber eine Wurzelsperre.

Weißer Hartriegel, Tatarischer Hartriegel: Stammt aus Russland und vermehrt sich wie verrrückt über Wurzellausläufer.

 

*

*

Irmgard Brottrager, Dipl.Ing. für Architektur und Innenarchitektur,

Ganzheitliche Raum-Gestaltung und Europäisches Fengshui 

Link zur Homepage

*

Literatur-Übersicht

*

Link zum Everyday-Feng-Shui Berater-Profil

 

Beitrag teilen:
Über Irmgard Brottrager 833 Artikel
Irmgard Brottrager ist Dipl.Ing. für Architektur und Innenarchitektur, Fachredakteurin und Fengshuiberaterin in Graz. Sie beschäftigt sich vorzugsweise mit Aufgaben, die mit dem Menschen und seinem Umfeld zu tun haben. Irmgard erreicht ihr unter i.brottrager@everyday-feng-shui.de

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*