Energie tanken im November

Wer hat den November als Lieblingsmonat? Vermutlich nicht allzu viele. Die Tage werden kälter und die Sonne lässt sich nur noch selten blicken. Der Himmel ist meistens grau und die Farben verlieren ihre Leuchtkraft. Umso wichtiger ist es, Energiequellen zum Auftanken zu kennen.

Foto (C) rippchenmitkraut66 / flickr CC BY 2.0
Foto (C) rippchenmitkraut66 / flickr CC BY 2.0

 

Es ist jedes Jahr ein kleiner Schock nach dem Beginn der Winterzeit. Alle, was im Sommer Energie gegeben hat, ist plötzlich weg: Wärme, Licht, Sonne, Farben und Grünpflanzen. Sogar die meisten Wildtiere verkriechen sich, verstummen oder ziehen woanders hin. Man hört kaum noch Stimmen auf der Straße, kein Kinderlachen mehr, nur noch Fahrzeuge und schwarze Krähen. Gruselig! Dazu kommen noch Halloween und Allerheiligen – der Feiertag zu Gedenken der Toten. Zwar zappeln noch ein paar Blätter an den Ästen, aber sie wirken lasch und fahl. Es ist noch nicht wirklich kalt, aber man möchte sich die Augen reiben, nachdem sich die starken sommerlichen Kontraste immer mehr in eine graue Einheitsbrühe verwandeln. Die Welt ist klein geworden, denn Fernblicke sind nicht mehr möglich. Lichter wird es nur in Laubwäldern und in so manchen Gärten, wo man vorher den Wald vor lauter Bäumen nicht sah.

 

Leben im Einklang mit der Natur: saisonal und regional

Das Jahr neigt sich unweigerlich dem Ende zu, aber im November ist es noch zu früh, um gleich in den Winterschlaf zu verfallen. Es sind nur noch zirka 50 Tage bis zur Wintersonnenwende und in dieser Endzeit ist noch vieles möglich. Nachfolgend eine Art Saisonkalender, welche Energien uns zur Verfügung stehen und wie wir die letzten Wochen genießen können.

 

Regionale Lebensmittel

Die folgenden Lebensmittel sind entweder erntereif oder bereits abgeerntet und immer noch frisch genug, um im November verzehrt werden zu können. Wie man sieht, ist die Liste ziemlich lang, denn die Lager sind voll.

Kerne und Samen: Sonnenblumenkerne, Leinsamen, Bohnen, Linsen, getrocknete Erbsen, Kichererbsen, Kürbiskerne, Süßlupinenkerne, Bockshornklee-Samen.

Öle: Kürbiskernöl, Sonnenblumenöl, Traubenkernöl.

Nüsse: Walnüsse, Haselnüsse.

Obst: Äpfel, Birnen, Maroni, Esskastanien, Quitten, Weintrauben, Preiselbeeren, Feigen, Melonenbirnen, Granatäpfel, Berberitzen-Beeren, Hagebutten, Weißdorn-Früchte, Sanddorn, Schlehenfrüchte, Gojibeeren, Vogelbeeren, Feuerdorn, Mispeln, Apfelbeeren (Aronia), Chinabeere (Schisandra).

Gemüse: Steckrüben, Speiserüben, Rettich, Radieschen, Knollen-Sellerie, Chinakohl, Topinambur, Grünkohl, Kürbis, Lauch, Pastinaken, Rosenkohl, Rote Beete, Rotkohl, Weißkohl (Kraut), Schwarzwurzeln, Karotten, Wirsingkohl, Rosenkohl, Kartoffel, Spinat, getrocknete Tomaten, Spitzkohl, Kohlrabi, Fenchel, Brokkoli, Blumenkohl, Yacon-Wurzeln, Portulak, Postelein.

Salate: Chicorée, Zuckerhut, Feldsalat, Radicchio, Romanasalat, Endiviensalat, Rucola, Eisbergsalat.

Kräuter und Gewürze: Dill, Majoran, Oregano, Gundelrebe, Schnittsellerie, Knoblauch, Kren (Meerrettich), Schnittlauch, Schnitt-Knoblauch, Basilikum, Salbei, Petersilienwurzeln, Zwiebeln, Gartenkresse, Pfefferminze, Hirschhornwegerich, Borretsch, Kapuzinerkresse, Zitronenmelisse, Mutterkraut, Petersilie.

Pilze: Champignons, Totentrompete, Steinpilz, Schopftintling, Perlpilz, Maronenröhrling, Birkenpilz, Hallimasch, Violetter Rötelritterling, Austernseitling, Samtfußröhrling, Judasohr, Edelreizker und Birkenporling.

Wildkräuter: Klee, Vogelmiere, Löwenzahn, Brennnesseln, Gänseblümchen, Giersch, Spitzwegerich, Breitwegerich, Nachtkerze, Beifuß, Labkraut, Brunnenkresse, Barbarakraut, Beinwell, Eibisch, Mädesüß, Gänsefingerkraut, Wegwartenwurzel (Zichorie), Knoblauchsrauke, Wilde Malven, Wilde Möhre.

 

Foto (C) Georgie Pauwels / flickr CC BY 2.0
Foto (C) Georgie Pauwels / flickr CC BY 2.0

 

Gartenfreuden im November

Das Ende der Gartensaison lässt sich nicht vermeiden, aber mit den richtigen Pflanzen hinausschieben. Während bei den Laubbäumen eindeutig Schluss ist, bleibt auf dem Boden noch vieles grün. Manche Pflanzen fühlen sich bei kühleren Temperaturen sogar wohler als im heißen Sommer und treiben im Oktober neu aus. Solange es nicht stark friert und solange kein Schnee liegt, sollte man den Garten nicht vorschnell aufgeben, sondern die letzten milden Wochen ausnutzen. Für eine zweite Ernte (auch „versetzte Ernte“ genannt) sät man im Spätsommer und erntet im Spätherbst. Dafür sind besonders geeignet: Chinakohl, Winter-Salate, Spinat, Rote Bete, Radieschen, Kohlrabi und Dill. Pflanzen, die im November noch blühen sollen, muss man natürlich früher anbauen.

Gemüse: Knoblauch, Steckzwiebeln, Chinakohl und verschiedene andere Kohlsorten, verschiedene Wintersalate, verschiedene Wurzelgemüse, Blattspinat, Winter-Zuckererbsen, Winter-Puffbohnen.

Kräuter: Schnittlauch, Dill, Schnittsellerie, Gundelrebe, Majoran, Pfefferminze, Vogelmiere.

Blüh- und Zierpflanzen:

Blüh- und Zierpflanzen: Lavendel, Fetthenne, Schmuckkörbchen (Cosmea), Chryanthemen, Rosen, Schafgarbe, kanadische Goldrute, Christrosen, Duftheckenkirsche, Winterschneeball, Winterjasmin, Astern, Zichorien, Erica (Heidekraut), Feinstrahlaster, Ginster, Ackersenf, Eisenhut, Silberkerze, Herbstzeitlose, Herbst-Anemone, Gänseblümchen, Silberblatt, Lampenputzergras, Elfenblumen, Bergenie, Lilientraube, Purpurglöckchen, Heuchera, Brunnera, Goldnessel, Zierkohl, Hauswurz, Funkie, Kapuzinerkresse.

 

Feinstoffliche Seelennahrung

Nicht nur Besuche auf Friedhöfen können schön sein! Wer einen Garten hat, hat noch genug zu tun. Für alle anderen ist es eine gute Zeit, um zu sich zu kommen, zu meditieren, den Körper zu pflegen, Freunde einzuladen, im Internet zu surfen, ein Buch zu lesen, mit dem (oder den) Liebsten zu kuscheln, Kerzen anzuzünden, Dekorationen und Geschenke zu basteln, Tee zu trinken, Musik zu machen, Düfte einzusetzen und alles ein wenig ruhiger anzugehen. Warme, helle und kräftige Farben sind jetzt wichtiger denn je. Auch wenn im Handel fast nur graue und schwarze Kleidung angeboten wird, sollte man sich nicht beirren lassen und auch bei der Raumgestaltung zu warmen Farbtönen greifen. Dabei sind die künstlichen Lichtquellen nicht zu vergessen, inklusive Bildschirme und Monitore. Die allerwichtigste Energiequelle in der dunklen Jahreszeit jedoch ist ausgiebiger Schlaf.

 

 

 

 

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Irmgard Brottrager, Dipl.Ing. für Architektur und Innenarchitektur,

Ganzheitliche Raum-Gestaltung und Europäisches Fengshui 

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