Erstes Strohballen-Wohnhaus in Hessen errichtet

Die Verwendung von Strohballen als Baumaterial wird immer populärer in Deutschland. In Hessen ist ein Zweifamilienhaus in Strohballen-Bauweise entstanden, das nicht nur strengen ökologischen Kriterien genügt, sondern auch nach Prinzipien des Feng Shui gestaltet wurde.

Das Strohballen-Wohnhaus nimmt Gestalt an.
Das Strohballen-Wohnhaus nimmt Gestalt an.
(Bildquelle: www.shaktihaus.de)

Bauen mit Stroh? Ja, ihr habt richtig gelesen. Gestoßen sind wir auf dieses Thema bei „den Bauexperten„. Was wir bisher nicht wussten: Der Hausbau mit Strohballen hat durchaus Tradition – allerdings nicht unbedingt in Deutschland. Im Zuge der zunehmenden ökologischen Ausrichtung des Bausektors wird jedoch auch hierzulande Stroh als Baustoff und Dämm-Material immer populärer.

In Bad König (Hessen) ist gerade ein Zweifamilienhaus fertiggestellt worden, in dem man Strohballen neben Lehm und Kalkputz als offenen Wandbaustoff verbaut hat. Das Besondere an diesem Haus sind jedoch nicht allein die atmungsaktiven Lehm-Strohballen-Wände und eine Bauweise, der strenge ökologische Kriterien zugrunde liegen. Die Ausrichtung und Gestaltung des Neubaus erfolgte zu unserer Freude außerdem auf Grundlage der Harmonieregeln des Feng Shui.

Stroh als Baustoff bereits im Neolithikum bekannt

Archäologische Funde zeigen, dass eine Lehm-Stroh-Bauweise uns Menschen bereits im Neolithikum bekannt war. Gepresste Strohballen wurden jedoch erstmals mit der Entwicklung dampfgetriebener Strohballenpressen Ende des 19. Jahrhunderts in den USA als Baumaterial verwendet. Die ersten „Strohballenhäuser“ entstanden dort in Nebraska, einer holzarmen Gegend. Die Einheimischen machten mangels Alternativen aus der Not eine Tugend und verwendeten das Material als Baustoff, was inmitten riesiger Getreideflächen sowieso im Überfluss vorhanden war: Stroh.

Neubau eines "Straw Bale House" in Maryland, USA
Neubau eines "Straw Bale House" in Maryland, USA (Foto: yanmicols)

Auch heute noch werden in südlichen Gegenden der USA traditionell Strohballen verbaut. Das erste Strohballenhaus in Europa wurde um 1922 in Frankreich errichtet. Deutschland zog erst viel später nach, hat sich jedoch aufgrund des Öko-Booms der letzten Jahre inzwischen einen Spitzenplatz in der Rangliste der Länder mit den meisten Strohballen-Wohnhäusern ergattert. Seit 1999 entstanden hierzulande etwa 50 Strohballenhäuser.

Baumaterial Strohballen: Die Vorteile

Das 260m² Wohnfläche umfassende Strohballen-Haus in Bad König ist das erste seiner Art in Hessen. Schätzungsweise 750 gepresste Strohballen wurden für die komplette Wärmedämmung des Hauses verwendet. Das Gute daran: Die Ballen stammen allesamt aus der Region, denn Stroh fällt quasi als Abfallprodukt bei jeder Weizenernte an. Der Primärenergiebedarf zur Herstellung der Strohballen ist um ein Vielfachen geringer als bei der Herstellung von Mineralwolle oder Zellulose. Zudem entfallen eine aufwändige Behandlung des Baumaterials und ein langer Anfahrtsweg. Unter Nachhaltigkeitsgesichtspunkten ist Stroh also einer der ökologischsten Baumaterialien überhaupt.

Bezugsfertig: Das Strohballenhaus in Bad König
Bezugsfertig: Das Strohballenhaus in Bad König (Bildquelle: www.shaktihaus.de)

Auch die Energiebilanz des Strohballen-Wohnhauses in Hessen kann sich sehen lassen. Der Jahres-Primärenergiebedarf des Gebäudes liegt bei 22 KWh/m²a, deutlich weniger als es beispielsweise für ein KfW40 Haus gefordert wird. Der Jahresheizwärmebedarf beträgt 31.9 kWh/m²a und liegt damit zwar über dem Wert eines Passivhauses mit ~15 KWh/m²a. Dafür kann die Strohballenwand (außen Kalkputz, innen Lehmputz) mit einem sehr guten U-Wert punkten. Dieser beträgt nur 0,13 W/m²K.

Einer der größten Vorteile der Strohballen-Bauweise besteht allerdings in der positiven Wirkung auf die Gesundheit der Bewohner. Die Lehm-Stroh-Kombination sorgt zu jeder Jahreszeit für ein angenehmes Raumklima. Der Lehm übernimmt dabei die Funktion des Feuchteausgleichs, das Stroh sorgt für die entsprechende Dämmung vor Kälte oder Hitze. Auf diese Weise können eine Reihe von Atemwegserkrankungen und Allergien vorgebeugt werden.

Öko-Bauweise ergänzt Feng Shui Gestaltung des Hauses

Dies alles ist, wie wir finden, eine hervorragende Ergänzung zur Gestaltung und Ausrichtung des Gebäudes nach Feng Shui Aspekten. In Bad König wurde das Grundstück vor dem Bau des Strohballen-Wohnhauses explizit nach geopathischen Störfeldern wie etwa Wasseradern und Erdverwerfungen untersucht. Anschließend ist das Gebäude so platziert worden, dass die Störfelder außerhalb des Gebäudes lagen. Darüber hinaus wurde auf „bestimmte harmonische geometrische Proportionsgesetze“. Gemeint ist hier allerdings in erster Linie „Der Goldene Schnitt“.

Die Feng Shui Gestaltung in Bad König wurden von den Architekten Susanne Körner und Tilman Schäberle vorgenommen, die Schüler von „Feng Shui Meister“ Prof. Dr. Lim und diplomierte Feng Shui Berater des Internationalen Qi-MAG Institutes sind.

Videos: Die Wiederentdeckung des Strohballenbaus

www.everyday-feng-shui.de

Weitere Quellen:

www.shaktihaus.de – Erstes Strohballen-Wohnhaus in Hessen Bad König
www.das-strohballenhaus.de – Strohballen-Haustypen
www.oekofilm.de – Stroh im Kopf: Ein alter Baustoff wiederentdeckt

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Long Wang
Über Long Wang 311 Artikel
Meister Long Wang ist seit 2007 Teil des Everyday Feng Shui Redaktionsteams und bereichert seither als Experte für Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) mit seiner fernöstlichen Perspektive auf die Welt unsere Plattform. Zu erreichen ist er unter l.wang@everyday-feng-shui.de

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