Holzwürmer im Haus?

Löcher und Fraßspuren in wertvollen Antiquitäten? Holzmehl-Häufchen unter der Gartenbank? Was kann man tun, wenn der Wurm drin ist?

Wer war hier zugange? Foto: Mariya Chorna / flickr CC BY 2.0
Wer war hier zugange? Foto: Mariya Chorna / flickr CC BY 2.0

Wurmlöcher liegen im Trend

Ramponiert aussehendes Altholz ist in. Im Fachhandel sind sogar wurmstichige Furniere und Parkettböden erhältlich. Unter dem Stichwort „Wurmholz“ findet man besonders exklusive Möbelstücke mit Vintage-Optik. Zitat: „Die ausgeprägte Maserung und die kunstvolle Zeichnung der Wurmlöcher wirken lebendig und verspielt.“ (Quelle: Altholztische) Um die löchrigen Holzteile problemlos einsetzen zu können, werden die Löcher mit speziellen Behandlungen reproduziert. Stammen die Möbel jedoch vom Dachboden, aus dem Keller oder vom Trödelmarkt, muss man damit rechnen, dass die Löcher noch bewohnt sind.

Der vermeintliche Wurm ist ein Käfer

Meistens sind die Tierchen ja bereits ausgezogen, aber feines Holzmehl unter dem Möbelstück ist ein eindeutiger Hinweis, dass noch fleißig geknabbert wird. Die Löcher sind nicht nur unschön und wertmindernd, sondern können auch die Stabilität des Holzes gefährden. Wer nun nach langen Würmern Ausschau hält, wird sich vielleicht wundern. Die kleien Maden sind die Larven eines Käfers mit dem Namen „Gemeiner Nagekäfer“. Der Käfer ist zwar flugfähig, legt seine Eier aber nicht im weiteren Umkreis ab, sondern im selben Holz, in dem er aufgewachsen ist. Die Larven ernähren sich ausschließlich von Holz und können lange unentdeckt bleiben, solange sie sich nur im Inneren des Möbelstückes austoben. Anfangs ist nur das immer leichter werdende Gewicht auffällig, das sich infolge der Aushöhlung ergibt. Im fortgeschrittenen Stadium kann man neben Bohrmehl auch Kotreste finden und Fraßgeräusche hören.

Große und kleine Holzwürmer

Holzwürmer befallen vorzugsweise trockenes Laub- und Nadelholz in unbeheizter Umgebung. Gefährdet sind daher vor allem abgestellte Möbel im Keller, in Schuppen, Kirchen und leer stehenden Häusern. In beheizten Räumen kann sich der sogenannte „Wurm“ nicht halten. Wenn die Löcher deutlich größer sind als ein bis zwei Millimeter, handelt es sich um einen anderen Schädling. Der Holzbock (auch Hausbock, Balkenbock oder großer Holzwurm genannt) bearbeitet ein Möbelstück so lange, bis es völlig durchhöhlt ist. Er hält sich am liebsten in Dachstühlen auf, denn er hat es vor allem auf Nadelhölzer abgesehen. Das Alter des Bauwerks spielt keine Rolle. Neubauten werden genauso besiedelt wie Altbauten. Wichtig ist nur, dass es sich um ein weiches Splintholz handelt. Hartes Kernholz wird nicht befallen. Der gemeine Holzwurm ist eher im Keller und in Scheunen anzutreffen, wo die Luftfeuchtigkeit höher ist.

Holzwespen, Termiten, Ameisen, Buckelkäfer, Splintholzkäfer und Bohrkäfer

Neben den bereits erwähnten beiden Schädlingen gibt es noch weitere Insektenarten, die sich mit Vorliebe von Holz ernähren. Splintholzkäfer und Bohrkäfer bevorzugen Tropenhölzer. Termiten sind vor allem in wärmeren Ländern eine Plage, während sie bei uns nur vereinzelt vorkommen. Holzwespen mögen kein trockenes Holz, sondern befallen nur frisches Holz. Ameisen können nur eindringen, wenn das Holz bereits beschädigt ist. Buckelkäfer fühlen sich im Holz von Altbauten wohl, sind aber mehr lästig als schädlich.

Dieses Holz ist bestenfalls als Sieb zu gebrauchen. Foto: Thomas Quine / flickr CC BY 2.0
Dieses Holz ist bestenfalls als Sieb zu gebrauchen. Foto: Thomas Quine / flickr CC BY 2.0

Hausmittel und handelsübliche Mittel

Am wirksamsten ist das Austrocknen bei mindestens 60 Grad. Zerlegbare Kleinteile kann man eventuell in ein Backrohr schieben. Ansonsten lässt sich dieser Tipp schwer umsetzen. Mittelgroße Möbelstücke lassen sich in luftdichte Säcke packen und mit Heißluft behandeln. Ist jedoch ein ganzes Gebäude befallen, wird es sehr aufwändig. Eine Erwärmung mit Mikrowellen ist nur erfolgreich, wenn sich der Befall genau lokalisieren lässt und wenn er nicht zu groß ist. Im Fachhandel findet man außerdem diverse Sprays und Imprägnierungen, die den Schädlingen den Garaus machen sollen. Die Produkte tragen vielsagende Namen wie „Holzwurm-Ex“ und „Holzwurmtod“. Bei Möbelstücken mit geringem Wert zahlt sich eine Behandlung nicht aus. Es ist dann einfacher, auf chemische Keulen zu verzichten und die Holzteile als Brennholz zu verwerten.

Professionelle Schädlingsbekämpfung mit Kammerjägern

Falls nicht nur Möbelstücke, sondern ein Dachstuhl oder das hölzerne Tragwerk eines Hauses befallen ist, muss schleunigst ein so genannter Kammerjäger her. Der Schaden kann sonst katastrophale Maße annehmen.

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Irmgard Brottrager, Dipl.Ing. für Architektur und Innenarchitektur,

Ganzheitliche Raum-Gestaltung und Europäisches Fengshui 

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Literatur-Übersicht

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Geomantie.Netzwerk Graz + Umgebung

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