Märchenhaft: Einrichten im Vintage-Stil

„Shabby Chic“ ist die Bezeichnung für einen romantischen Look aus echten oder unechten Antiquitäten. Der nostalgische Retro-Look birgt nicht nur Vorzüge und Chancen, sondern auch Gefahren für energetisch bewusste Menschen.

Möbel vom Trödel sind der wichtigste „Rohstoff“ für Vintage-Einrichtungen. Foto (C) Salvage Design / flickr CC By 2.0
Möbel vom Trödel sind der wichtigste „Rohstoff“ für Vintage-Einrichtungen. Foto (C) Salvage Design / flickr CC By 2.0

 

Schäbig ist chic! Nichts wegwerfen!

Eigentlich klingt alles super: Shabby Look ist eine raffinierte Mischung aus Fundstücken, Erbstücken, Selbstgebasteltem, Secondhand-Stücken, Vintage-Möbeln, Naturprodukten und Kunsthandwerk. Kostengünstig, einzigartig und kreativ. Die Umwelt wird geschont und keine Einrichtung gleicht der anderen. Es ist kein Malheur mehr, wenn etwas kaputt gegangen, verblichen, defekt oder angerostet ist. Nichts muss weggeworfen werden. Alles findet eine neue Verwendung.

Gebrauchsspuren, abgestoßene Kanten, verblichene Farben, Risse, Scharten, Kratzer und Flecken sind kein Makel mehr, sondern edle Dekorationen. Je echter die Patina ist, umso besser. Aufwändige und liebevolle Details aus längst vergangenen Zeiten pimpen das Ganze auf. Die Altwaren können mit femininen, romantischen Accessoires kombiniert werden oder mit maskulinen, industriellen Teilen. Auch moderne Basic-Möbel mit schlichten Formen passen perfekt dazu.

 

Der Reiz des Unperfekten und Einzigartigen

Beschädigte Altwaren sind keine Massenware, sondern jedes Teil ist ein Unikat und besitzt eine Geschichte. Die ideale Voraussetzung, um etwas Besonderes zu kreieren, was sonst keiner hat. Erfolgreiche Youtube-Kanäle, wie zum Beispiel der von „Jelena“ zeigen vor, wie es geht.

 

 

Welche Materialien sind geeignet?

  • Alles, was schön altert – also keine Kunststoffe!
  • Blumen, grüne und trockene Pflanzen
  • Geometrische und florale Muster
  • Stoffe aus Naturfasern
  • Schwemmholz, Altholz und Fluss-Steine
  • Dekoratives vom Flohmarkt
  • Handarbeiten aus Garn, Wolle, Leder, Filz oder Stoff
  • Tapeten mit antiken oder klassischen Mustern
  • Trödel und Reste von Naturmaterialien
  • Und natürlich echte Antiquitäten

 

Erfreuliche Umweltaspekte

Der Vintage-Style bringt eine Energie-Ersparnis durch Wiederverwendung, Recycling, Upcycling und DIY (do it yourself). In die Jahre gekommene Gegenstände können elegant integriert werden. Es sind keine Generalsanierungen notwendig, sondern die Einrichtung ändert sich langsam und laufend. Das entspricht dem Permakultur-Prinzip, wo nur mit vorhandenen Materialien gearbeitet und nichts weggeworfen wird. Was seinen Zweck nicht mehr erfüllt, bekommt einfach eine neue Aufgabe. Man kann die Teile auch neu kaufen mit vorgetäuschten Alterungsspuren, aber diese besitzen nicht denselben Charme.

 

Energetische Aspekte und Nachteile

  • Auch wenn alles sehr einfach aussieht, ist die „Restaurierung“ von echten Trödel-Möbeln viel Arbeit. Damit sich der Zeitaufwand lohnt, sollte man handwerklich begabt sein.
  • Retro-Möbel und Accessoires vom Möbel-Diskonter sehen meist alles andere als vital aus, sondern armselig, billig und matt. Daher ist es wichtig, dass die Teile echt sind und dass ein kreativer Kopf dahinter steht, der sie zusammenfügt. Antiquitäten wirken nur dann wertvoll, wenn es sich um Qualitätsarbeiten handelt. Bei echten Fundstücken ist jedoch zu bedenken, dass sie die Energie ihrer Vorbesitzer mitbringen. Daher sollte man die Vorbesitzer entweder persönlich kennen (und mögen) oder die Objekte energetisch reinigen.
  • Der Shabby-Look ist für viele Firmen eine nie da gewesene Gelegenheit, letztklassige Ware auf den Mark zu bringen, die wirklich keinerlei Qualität hat, sondern sich nur verkaufen lässt, weil sie gerade modern ist. Retro-Möbel sind praktisch nur für kreative Menschen geeignet, die ein feines Gespür dafür haben, ob ein Objekt noch Charme besitzt oder einfach nur verschlissen ist. Man sollte sie immer mit neueren Teilen kombinieren, wobei Fundstücke aus der Natur am meisten Energie bringen.
  • Ein weiterer Punkt ist die symbolische Wirkung von Fehlern und Defekten. Gegenstände, die eindeutig kaputt oder am Verrotten sind, gehören nicht in die Wohnung. Es sollte zumindest möglich sein, sie zu reparieren oder auf eine andere, originellere Weise zu verwenden als bisher. Nichts ist perfekt und kleine Schäden sind in Ordnung, solange sie die Nutzung nicht beeinträchtigen und attraktiv aussehen.
  • Außerdem besteht die Gefahr, dass man zum Sammler wird und nichts mehr entsorgt. Shabby-Wohnungen sehen schnell überladen aus und sind von Messie-Wohnungen kaum zu unterscheiden.
  • Und sechstens ist „shabby chic“ meistens gleichbedeutend mit grauenhaftem Kitsch sowie Flucht in eine vergangene Welt. Es ist nicht zeitgemäß, sich nur mit alten Sachen zu umgeben.

 

Wie funktioniert die energetische Reinigung von Antiquitäten?

Man muss nicht alles entfernen, was an Alterungsspuren anhaftet, aber alles, was unsympathisch ist. Das kann zum Beispiel der Geruch sein, Fingerabdrücke, Staub- und Schmutzpartikel. Wer es noch gründlicher machen möchte, behandelt die gesamte Oberfläche mit Schleifpapier, säubert sie mit Salzwasser und ölt sie frisch ein. Holzprodukte, die keine Nässe vertragen, kann man mit einem feuchten Tuch abwischen oder mit einer Bürste abreiben. Eine Aufladung an der Sonne oder eine Räucherung im Winter sind weitere Möglichkeiten, um die Vitalität zu verbessern. Radikalere Methoden sind komplett neue Anstriche, Lackierungen und Bezüge mit Stoff. Textilien, Teppiche und Lederwaren können außerdem chemisch gereinigt werden, um sie fasertief von altem Mief zu befreien.

 

 

 

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Irmgard Brottrager, Dipl.Ing. für Architektur und Innenarchitektur,

Ganzheitliche Raum-Gestaltung und Europäisches Fengshui 

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Literatur-Übersicht

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