Korbwaren: dekorativ und nützlich. Darauf kommt es an!

Geflechte aus Naturmaterialien liegen im Trend, denn sie befriedigen unsere Sehnsucht nach Naturprodukten. Die schönsten Körbe werden immer noch von Hand gefertigt. Jedes Stück ist ein Unikat.

Foto: Stacey Brunner / flickr CC BY 2.0
Foto: Stacey Brunner / flickr CC BY 2.0

Körbe sind sehr vielseitig

Man kann sie zum Einkaufen nehmen, im Garten verwenden, auf den Tisch stellen, für die Vorratshaltung benutzen oder für Dekorationen einsetzen. Außerdem taugen sie als Behälter für Kaminholz, Spielzeug, Wäsche und Werkzeug, als Picknickkörbe, Fahrradkörbe, Geschenkkörbe und als Übertöpfe für Pflanzen. Wenn sie aus natürlichen Materialien gefertigt sind, strahlen sie immer etwas Gemütliches und Urtümliches aus.

Die meisten Korbwaren sind nicht „Made in Germany“

Bei uns ist die Kunst des Korbflechtens leider weitgehend verloren gegangen. In der Urgroßeltern-Generation war es noch ganz normal, die Wintermonate zu nutzen, um Korbwaren zu binden. Obst-, Brot- und Wäschekörbe waren aus dem Alltag nicht wegzudenken. Es gab Körbe in allen Größen und für jeden Anlass. Heute werden meist glatte Behälter aus Plastik bevorzugt, während Korbwaren eher dekorative Funktionen erfüllen. Auf jeden Fall wird erwartet, dass ein Korb nicht nur funktionell ist, sondern auch nett aussieht. Da der Beruf des Korbflechters bei uns fast ausgestorben ist, kommen die meisten Körbe aus fernen Ländern. Ein gutes Beispiel ist die Handicrafts-Gemeinschaft in Dhaka mit fairen Produktionsbedingungen.

Hochwertige Korbwaren: Fair Trade oder Self made

Beim Kauf von Körben ist besonders darauf zu achten, dass es sich um Fairtrade-Flechtwaren handelt. Sie kosten vielleicht ein paar Euro mehr, sichern aber den Hersteller-Familien ein vernünftiges Einkommen. In den Korbwaren-Abteilungen von Baumärkten findet man kaum gute Körbe. Das Korbflechten war früher Männerarbeit, weil der Umgang mit sperrigen Materialien wie Schilf und Weiden viel körperliche Kraft erfordert. Mit weicheren Materialien ist das Flechten (oder Binden) eine sehr meditative Tätigkeit – ähnlich wie Häkeln oder Stricken – die jetzt wieder modern ist und an vielen Orten gelehrt wird. Taglilienblätter und Grashalme werden nicht geflochten, sondern mit einem Naturgarn vernäht. Diverses Zubehör ist in Bastel-Shops erhältlich.

Materialien zum Flechten und Binden

Geeignet sind grundsätzlich alle Materialien, die sich im trockenen oder feuchten Zustand biegen lassen, eine gewisse Länge aufweisen und eine angenehme Oberfläche besitzen (Quelle: www.anleitung-zum-flechten.de). Das Material sollte möglichst geschmeidig und nicht kratzig sein, damit es leicht von der Hand geht. Wer Interesse an einem Workshop hat, recherchiert am Besten unter den Stichworten Korbmacher, Korbwickeln, Korbbinden oder Korbnähen. Dekorative Körbe können mit allerlei Kräutern, Gräsern, Blüten und Zapfen verziert werden. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Für einen einfachen Korb braucht man ungefähr ein bis zwei Tage.

  • Kaisagras: Robustes Wildgras
  • Elefantengras
  • Taglilienblätter
  • Weidentriebe
  • Weinranken
  • Bast aus Hanf, Flachs (Lein) oder Jute
  • Bast von Linden und Eichen oder vom Papiermaulbeerbaum
  • Palmblätter
  • Wollfilz
  • Cane: Buschpflanze ähnlich wie Weide
  • Rattan, Peddigrohr, Manila-Rohr: Produkte von Rattanpalmen oder Rotang-Lianen
  • Wasserhyazinthe
  • Halfagras, Espartogras
  • Bambus
  • Schilfgras
  • Baumrinden, vor allem von Birken
  • Verschiedene Gräser und Halme, die im Bündel verarbeitet werden
  • Bänder aus gespaltenem Holz
  • Mais-Schnur: gedrehte Schnur aus Maisblättern
  • Seerosen-Schnur: gedrehte Schnur aus Seerosenblättern
  • Papierstreifen
  • Seegras: Flache Halme oder Schnüre aus gedrehtem Seegras
  • Lederbänder
  • Robuste Schnüre aus Hanf, Jute oder Baumwolle
Der größte Korb der Welt ist ein Gebäude in Newarc, USA. Foto: Snaptotes Photo Handbags / flickr CC BY 2.0
Der größte Korb der Welt ist ein Gebäude in Newarc, USA. Foto: Snaptotes Photo Handbags / flickr CC BY 2.0

Natürliche Flechtwerke für Heim, Garten und Freizeit

Neben Körben aller Art finden wir auch spezielle Geflechte im Handel, die wesentlich hübscher aussehen als Nachahmungen aus Kunststoff. Wer Naturstoffe mag, liegt mit geflochtenen, geknüpften und gebundenen Werkstoffen voll im Trend.

  • Korbmöbel für den Indoor- und Outdoor-Einsatz (Strandkörbe, Korbsessel, Loungemöbel)
  • Flechtwerke für Paravents, Sitzflächen und Rückenlehen (man denke hier nur an die berühmten Thonet-Stühle!)
  • Lampenschirme
  • Teppichklopfer
  • Fußabstreifmatten und Bodenmatten
  • Bilderrahmen
  • Wäschekörbe mit Deckel
  • Körbchen für Haustiere
  • Blumenampeln
  • Flaschenkörbe
  • Truhen
  • Zäune und Sichtschutzpaneele
  • Dekorationen aus Makramee

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


*